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Biopatente und ihre Folgen - Teff ein exemplarischer Fall

Was Biopatente bewirken können, wird in diesem Artikel an einem Beispiel dargestellt, das mit der Frage beginnt:

 Hätte es die Biopatente schon im 18. Jahrhundert gegeben, was hätte das für unser Jahrhundert für Auswirkungen haben können? Für dieses Beispiel eignet sich am besten eine Kulturpflanze, an die wir uns so gewöhnt haben, dass wir uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen könnten: die Kartoffel.

Warum erläutern wir dieses Beispiel? Eine Firma aus Europa hat sich in Europa ein Patent auf die Verarbeitung von Teff eintragen lassen: „Mehl eines Korns, das zur Gattung Eragrostis gehört, wobei die Fallzahl des Korns zum Zeitpunkt des Mahlens wenigstens 250 beträgt“.

Die Pflanze Teff (Eragrostris Tef)  ist bei uns eher unbekannt. In Äthiopien ist sie die Hauptnahrungsquelle, so wie die Kartoffel in den Anden. Teff kommt aus dem Hochland Äthiopiens und gedeiht in einer Höhe ab 1800 Meter ü.NN.

Teff kann unter sehr unterschiedlichen Anbaubedingungen kultiviert werden. Es wächst auf Grenzertragsböden, unter nassen und trockenen Verhältnissen und übersteht eine zeitweilige Überschwemmung.

Im Rahmen des Verbundprojekts KLIMZUG-NORD baut die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Uelzen Teff im Raum Uelzen zu Versuchszwecken an. Der Ertrag war trotz des überaus trockenen Sommers 2010 viel versprechend. Mit dem Patent auf die Verarbeitung von Teff ginge der niedersächsischen Landwirtschaft das züchterische Potential einer Pflanze verloren, die vor dem Hintergrund des Klimawandels in Zukunft interessant werden könnte.

Weitere Informationen zum Verbundvorhaben KLIMZUG-NORD finden Sie unter diesem Link.


Kontakt:
Regina Asendorf
Pflanzenbau
Telefon: 0511 3665-4363
Telefax: 0511 3665-994363
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Stand: 09.01.2014