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Arbeitsmarkt, Ausbildung und Migration – Perspektiven für die Landwirtschaft

Der Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft hat sich laut aktuellem Agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung  verlangsamt. Die Zahl der familienfremden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist auf etwa 200.700 Personen gestiegen. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen sind in der Landwirtschaft überdurchschnittlich viele Beschäftigte älter als 55 Jahre. Gleichzeitig verändert die zunehmende Digitalisierung und Technisierung die Landwirtschaft in einem rasanten Tempo.
Aufgrund der geschilderten Rahmenbedingungen steigt der Bedarf an höher qualifizierten Arbeitskräften in der Landwirtschaft stetig an. Gleichzeitig bietet die Branche aber nach wie vor auch weniger qualifizierten Arbeitskräften Beschäftigungschancen.

Da sich der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften nicht immer zufriedenstellend decken lässt, sind Landwirte immer häufiger gezwungen, über Alternativen nachzudenken. Angesichts verstärkter Zuwanderung könnte eine Alternative die Beschäftigung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten in der Landwirtschaft sein.

Im Rahmen eines Forschungsauftrages der Edmund Rehwinkel-Stiftung zum Thema „Arbeitsmarkt, Ausbildung und Migration – Perspektiven für die Landwirtschaft“ befragten die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und die Ostfalia-Hochschule 113 Landwirte und potentielle Arbeitgeber im Landkreis Uelzen. Die Studie kommt zu einer interessanten Aussage: Landwirtschaft ist, nicht zuletzt durch langjährige Erfahrung mit ausländischen Saisonarbeitskräften, flexibel, offen und bereit, pragmatische Wege zu gehen. Zwar können sich nicht alle der befragten Landwirte Migranten als ständige Arbeitskräfte vorstellen, aber fast alle als nicht ständige Arbeitskräfte. Erwartet wird neben Deutschkenntnissen überwiegend Zuverlässigkeit, praktisches Geschick, Freude an der Arbeit und eine Fahrerlaubnis. Gewünscht werden überwiegend feste Ansprechpartner bei Vermittlung und Betreuung von arbeitswilligen Migranten sowie Unterstützung bei der ortsnahen Unterbringung und Transfer zum Arbeitsplatz.

Die Studie ist in Band 33 der Schriftenreihe der Rentenbank veröffentlicht und steht kostenfrei als pdf-Download zur Verfügung.


Kontakt:
Dr. Matthias Heyder
Leiter Fachbereich Arbeitnehmerberatung, Weiterbildung
Telefon: 0441 801-338
Telefax: 0441 801-392
E-Mail:


Stand: 30.08.2017