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Rentenerhöhung zum 01. Juli höher als erwartet

Die Rentenerhöhung fällt deutlich stärker aus, als ursprünglich erwartet. Die Anpassung zum 01.07.2017 wurde im Rahmen einer Verordnung von der Bundesregierung beschlossen.

Rentenerhöhung

Im Rahmen einer Verordnung hat die Bundesregierung eine Rentenanpassung zum 01. Juli 2017 beschlossen. Die Rentenerhöhung

fällt stärker aus, als ursprünglich erwartet. Damit steigen die Renten in den alten Bundesländern um 1,9% und in den neuen Bundesländern um 3,59%. Aber auch der Anteil der Rente der versteuert werden muss, steigt um 2% auf 74%.

 

Die Rentenerhöhung erfolgt im Rahmen einer Rentenanpassungsformel, die im Sozialgesetzbuch verankert ist. Als wichtiges Kriterium zur Rentenanpassung dienen die Bruttolöhne und Gehälter des letzten gegenüber dem vorletzten Jahr. Steigen die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer, steigen damit auch in einem gewissen Umfang die Renten. Bei unterschiedlichen Lohnsteigerungen in Ost und West, steigen damit auch die Renten in unterschiedlicher Höhe. Dabei darf die Rentenanpassung Ost nicht niedriger sein, als die Rentenanpassung West.  Bei einer negativen Lohn- und Gehaltsentwicklung sind Rentenkürzungen durch eine Schutzklausel gesetzlich ausgeschlossen.

 

Kriterien für 2017

Die für die Rentenanpassung 2017 relevante Lohn-und Gehaltssteigerung beträgt in den alten Bundesländern 2,06% und in den neuen Bundesländern 3,74%. Diese Daten beruhen auf der vom Statistischen Bundesamt und der Deutschen Rentenversicherung gemeldeten Lohn- und Gehaltsentwicklung. Das bedeutet aber nicht, dass die Renten in gleicher Höhe wie die Löhne- und Gehälter steigen. Weitere, gesetzlich festgelegte Faktoren bestimmen zudem die Rentenanpassung. Der Nachhaltigkeitsfaktor dokumentiert die Veränderungen im zahlenmäßigen Verhältnis von Rentenbeziehern zu Beitragszahlern. Steigt die Anzahl der Beitragszahler gegenüber den Rentenbeziehern, so wirkt sich  der Nachhaltigkeitsfaktor positiv auf die Rentenanpassung aus. Umgekehrt, entsteht eine negative Rentenanpassung. Im Jahr 2017 hat der Nachhaltigkeitsfaktor eine dämpfende Wirkung, wodurch sich die Rentenanpassung um rund 0,14 % Punkte vermindert. Die Begründung liegt darin, dass die Anzahl der Beitragszahler, die in der Rentenanpassung berücksichtigt werden, um 0,02% und die der Rentenbezieher um 0,6% angestiegen sind. Ferner hat der Beitragssatz Einfluss auf die Rentenanpassung. Dieser betrug 2015 und 2016  unverändert 18,7 %. Damit wirkt sich der Beitragsfaktor nicht auf die Rentenanpassung aus.

 

Auf Basis dieser Daten ergibt sich damit eine Anhebung des aktuellen Rentenwertes von gegenwärtig 30,45 Euro auf 31,03 Euro in den alten Bundesländern. In den neuen Bundesländern steigt der aktuelle Rentenwert von 28,66 Euro auf 29,69 Euro. Damit steigt der aktuelle Rentenwert in den neuen Bundesländern gegenüber den alten Bundesländern auf 95,7%. Dem  gegenüber stand im Vorjahr eine Rentenanpassung in den alten Bundesländern von 4,25 % und in den neuen Bundesländern von 5,95 %.

 

Alterssicherung der Landwirte

Diese Rentenanpassung gilt auch für die Alterssicherung der Landwirte. Dabei wird der allgemeine Rentenwert genau wie der aktuelle Rentenwert in der gesetzlichen Rentenversicherung zum 1. Juli angepasst. Der allgemeine Rentenwert beträgt zurzeit 14,05 Euro in den alten Bundesländern und 13,22 Euro in den neuen Bundesländern. Mit der Rentenanpassung zum 01. Juli steigt der allgemeine Rentenwert in den alten Bundesländern damit auf 14,32 Euro und in den neuen Bundesländern auf 13,69 Euro. Somit beträgt der allgemeine Rentenwert in den neuen Bundesländern gegenüber den alten Bundesländern ebenfalls auf 95,7 %.

Die Rentenanpassung in Höhe von 1,9 % in den alten Bundesländern und 3,59 % in den neuen Bundesländern gilt auch für die landwirtschaftliche Unfallversicherung.

 

Rentenanpassung steuerpflichtig

Rentenanpassungen sind grundsätzlich voll steuerpflichtig. Sie erhöhen somit jährlich das individuelle steuerpflichtige Renteneinkommen. Der Besteuerungsanteil der Rente, der durch das Alterseinkünftegesetz geregelt ist, beträgt 2017 74 %.  Somit ergibt sich ein Rentenfreibetrag von 26

%. Dieser wird einmalig vom Finanzamt errechnet und gilt lebenslänglich. Der steuerpflichtige Anteil der Rente steigt jährlich bis zum Jahr 2020 um 2 % und von 2021 bis 2040 jährlich um 1 %, so dass 2040 die Rente voll versteuert werden muss. Somit werden immer mehr Rentner steuerpflichtig.  Entsprechend je nach Rentenbeginn verringert sich auch der Rentenfreibetrag. Die meisten Renten werden im ersten Jahr für weniger als 12 Monate gezahlt. Der endgültige Rentenfreibetrag wird deshalb aus der vollen Jahresbruttorente des zweiten Rentenbezugsjahres ermittelt.  

Auch für Rentner gilt der steuerliche Grundfreibetrag. Er beträgt für Ledige im Jahr 2017 8.822 € und für Verheiratete 17.644 €.  Der Grundfreibetrag kann von der steuerpflichtigen Rente abgezogen werden. Ferner können die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bis zur Höhe von 1.900 € in Ansatz gebracht werden. Zudem können Rentner eine Werbungskostenpauschale von 102 € und einen Sonderausgabenpauschalbetrag von 36 € bzw. 72 € für Verheiratete geltend machen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind zusätzlich je nach individueller Einkommenssituation weitere Versicherungsbeiträge, Werbungskosten und Sonderausgaben absetzbar. 

Haben Rentner zusätzlich zur Rente Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit, Vermietung und Verpachtung, Kapitalerträge oder Betriebsrenten, dann werden diese zum Einkommen hinzugerechnet und unterliegen der Steuerpflicht.

 

Steuererklärung

Rentner müssen nach den gleichen Regeln wie alle anderen Steuerpflichtigen eine Steuererklärung abgeben.  Dieses gilt in erster Linie, wenn die Gesamteinkünfte über den jährlichen Grundfreibetrag liegen. Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung besteht auch wenn das Finanzamt dazu auffordert. Die rentenauszahlenden Stellen müssen für jeden Veranlagungszeitraum gem. § 22 EStG eine Rentenbezugsmitteilung an eine zentrale Stelle für Altersvermögen bei der Deutschen Rentenversicherung melden. Mitteilungspflichtig sind die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung, der landwirtschaftlichen Alterskasse, berufsständische Versorgungseinrichtungen, Pensionskassen- Fonds, Versicherungsunternehmen, Anbieter von Riester – und Rürup Renten  und Anbieter von Basisrenten. Die zentrale Stelle für Altersvermögen leitet die Daten an die Landesfinanzverwaltung weiter, die dann die zuständigen Finanzämter in Kenntnis setzen. Somit sind die zuständigen Finanzämter individuell über alle Renteneinkünfte informiert.

Autor: Herrmann Brengelmann   


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Stand: 12.04.2017