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Förderung des Ökologischen Landbaus in Niedersachsen 2014

Die EU-Förderperiode der Zweiten Säule, bekannt als ELER-Förderung, läuft 2014 aus. Dadurch ergeben sich für die mit  ELER-Mitteln kofinanzierten Förderprogramme für Agrarumweltmaßnahmen (NAU/BAU) und für den Naturschutz (Kooperationsprogramm Naturschutz) erhebliche Änderungen.

Die finanzielle Unterstützung der Umstellung auf Ökologischen Landbau, die durch die Europäische Gemeinschaft und die Bundesregierung vom Landwirtschaftsministerium in Hannover seit 1989 kofinanziert wird, wird es weiterhin geben. Die Förderung basiert auf Maßnahme BV1 (ehemals Maßnahme C) der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für Niedersächsische und Bremer Agrarumweltmaßnahmen (NiB-AUM).

Wesentliche Auflagen

Gefördert wird die Einführung oder Beibehaltung eines ökologischen Anbauverfahrens im gesamten Betrieb, das den Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 und des dazu gehörigen EG-Folgerechts in der jeweils geltenden Fassung entspricht. Das bedeutet, der Antragsteller verpflichtet sich, entsprechend den Richtlinien der EG-Verordnung 834/2007 zu wirtschaften. Diese regelt EU-weit den Produktionsprozess für Bioprodukte sowie deren Vermarktung und Bewerbung.

Die Bioprämie wird zusätzlich zur Betriebsprämie gewährt. Nicht förderfähig sind aus der Erzeugung genommene Flächen. Klärungsbedarf besteht bei unentgeltlich überlassenen Flächen der öffentlichen Hand mit Nutzungsauflagen. Bevor für solche Flächen eine Förderung beantragt wird, sollte zweifelsfrei mit der Bewilligungsstelle geklärt worden sein, ob der Tatbestand der Doppelförderung ausgeschlossen werden kann.

Verpflichtungszeitraum

Mit der Antragstellung verpflichtet sich der Betriebsleiter, fünf Jahre entsprechend den Regeln des Ökolandbaus zu wirtschaften. Auf diesen Zeitraum bezieht sich auch der Bewilligungsbescheid (1.1.2015 bis 31.12.2019). Für den Fall, dass vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit die ökologische Bewirtschaftung aufgegeben wird, sind, wenn keine besonderen Bedingungen vorliegen oder der künftige Bewirtschafter die Verpflichtung übernimmt, die gezahlten Prämien zurückzuzahlen.

Bewilligung

Alle Betriebe, die sich noch in der Entscheidungsphase befinden und unsicher sind, ob eine Umstellung für Sie in Frage kommt, können diesen Antrag schadlos bis zur Bewilligung – voraussichtlich bis 01.12.2014 – zurückziehen. Spätestens einen Monat nach Beginn des Verpflichtungszeitraumes (bis zum 31.01.2015) ist der Betrieb verpflichtet, einen Kontrollvertrag mit einer Öko-Kontrollstelle seiner Wahl abzuschließen. Es ist empfehlenswert, sich schon deutlich früher (z.B. direkt nach der AUM BV1-Antragstellung) mit einer Kontrollstelle in Verbindung zu setzen, um mit ihr den optimalen Umstellungsbeginn festzulegen.

Die Zuwendung für Flächen in Niedersachsen und Bremen wurde nochmals angehoben und beträgt im 1. und 2. Jahr:

  • 364,- € je ha Acker und Grünland
  • 900,- € je ha Gemüsebau
  • 1.275,- € je ha Dauer- u. Baumschulkulturen

 

Im 3. bis 5. Jahr der Verpflichtung sowie für Beibehalter betragen die Fördersätze:

  • 234,- € je ha Acker und Grünland
  • 390,- € je ha Gemüsebau
  • 750,- € je ha Dauer- u. Baumschulkulturen

Nach wie vor wird auch ein Kontrollkostenzuschuss gezahlt: 50,- €/ha, max. 600,- €/Betrieb.

Wichtig: Die Fördersätze gelten vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU- Kommission!

 

Zu Dauerkulturen zählen: Kern-, Stein- und Beerenobst. Erdbeeren und Spargel sind keine Dauerkulturen. Sie sind den Gemüsekulturen gleichgestellt.

Zum Gemüsebau zählen die mit Erdbeeren, Spargel, Kohl-, Wurzel-, Frucht-, Zwiebel-, Knollen- und Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Pilzen oder Küchenkräutern bebaute Flächen ohne Kartoffeln.  

Mindestförderbetrag: >250 €/Betrieb (Bagatellgrenze)

 

Im Herbst 2014 werden bestehende Verpflichtungen für diese Maßnahme automatisch umgewandelt, so dass ab dem 1.1.2015 die neuen Förderbedingungen und Fördersätze gelten. Auch für bestehende Verträge wird dann also der höhere Fördersatz gezahlt.
Soll allerdings zu einer bestehenden Verpflichtung NAU C eine neue höherwertige Verpflichtung (z. B. Zusatzförderung Wasserschutz BV12) beantragt werden, dann muss die Altverpflichtung gekündigt und bis spätestens 15.5.2014 ein neuer Erstantrag gestellt werden.

Beachten Sie auch die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Agrarumweltmaßnahmen. Weitere Fördermöglichkeiten, sowie alle Antragsunterlagen finden Sie unter Förderung.

 

Wichtiges zur Antragsstellung

  • Der Antragsszeitraum endet am 15. Mai 2014
  • Der Sammelantrag Agrarförderung und Agrarumweltmaßnahmen ist jeweils Bestandteil des NAU/BAU-Antrages und muss somit auch bis zum 15.05.2014 (Ausschlussfrist!) eingereicht werden.
  • Antragsannehmende Stellen: Bezirks- und Außenstellen der  Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Zur Klärung von Zweifelsfragen sollte frühzeitig der Kontakt zu einer der regionalen Dienststellen oder dem Fachbereich Ökologischer Landbau der Landwirtschaftskammer gesucht werden. Nicht alle Flächen sind förderfähig und nicht alle der in Niedersachsen angebotenen Programme sind miteinander kombinierbar.

Die Antragsformulare finden Sie am Ende dieses Beitrages!

 

Wichtig für Betriebe, die an NAU/BAU bereits teilnehmen:

Wie der Übergang von bestehenden Verpflichtungen in NAU/BAU und KoopNat in das neue Agrarumweltprogramm 2014 erfolgt, erfahren Sie unter Förderung.

 

Weitere Auskünfte erteilen der Fachbereich Ökologischer Landbau, oder wenden Sie sich bitte an die zuständigen Außenstellen oder Bewilligungsstellen der Landwirtschaftskammer.

Informationen sind auch auf dem Internetauftritt des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhältlich.

Haben Sie Interesse an einer Umstellungs-Beratung?  Dann nutzen Sie die derzeit kostenlose Beratung über die "Biooffensive".

 


Kontakt:
Kirsten Seidel
Beraterin Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4294
Telefax: 0511 3665-994294
E-Mail:
Renate Ketzler
Geschäftsbüro
Telefon: 0511 3665-4492
Telefax: 0511 3665-4525
E-Mail:


Stand: 02.10.2014



PDF: 343/1C611046-E140-0E94-33BD56634E0ACF0E.pdf - 80.041015625 KB   Hauptantrag AUM 2014   - 80 KB  
PDF: 343/1C623008-CA9F-6EA9-0CA1C4CAA99A952A.pdf - 459.627929688 KB   Richtlinie AUM 2014   - 460 KB  
PDF: 343/1C61650B-C955-D3FF-5C2E74D42189BB9C.pdf - 73.62109375 KB   Entwurf Kombinationstabelle   - 74 KB  
PDF: 343/D029DAAF-EA05-293D-84B5E07E578A60AD.pdf - 24.701171875 KB   AUM BV 11   - 25 KB