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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Wintertriticale 2017

Wintertriticale wird von Öko-Betrieben dann bevorzugt angebaut, wenn Futter für die eigene Viehhaltung benötigt wird, oder wenn Futtergetreide im Rahmen einer Futter-Mist-Kooperation erzeugt werden soll. Auch Umstellungsbetriebe favorisieren während der Umstellungsphase den Anbau von Wintertriticale, da sich diese Getreideart relativ gut als Futter aus der Umstellung vermarkten lässt. Zudem ist Triticale im Anbau vergleichsweise anspruchslos, besitzt häufig eine ausgeprägte Bodendeckung und Wüchsigkeit, so dass Unkräuter gut unterdrückt werden. 

Die Erträge fallen in diesem Jahr auf den meisten Versuchsflächen sehr erfreulich aus. Sie schwanken zwischen 46 und 77 dt/ha. Auf den meisten Standorten stand Kleegras als Vorfrucht. Auf dem niedersächsischen Standort Hilligsfeld wurde der Versuch mit Gärrest aus der betriebseigenen Biogasanlage gedüngt. Im Vorjahr standen dort Kartoffeln.

Gelbrost auch künftig ernst nehmen

Seit 2014 tritt in weiten Teilen Deutschlands immer wieder epidemieartiger Gelbrostbefall auf. Der Befall wird durch neue wärmeangepasste Rassen verursacht, die schnell verschiedene in den Sorten vorhandene Gelbrost-Resistenzen durchbrechen können. Im vergangenen Jahr wurde festgestellt, dass sich regional neue Gelbrostrassen entwickelt haben. Auch in den Öko-Sortenversuchen trat Gelbrost mit regional unterschiedlichen Befallsstärken auf und einzelne Sorten reagierten zwischen den Versuchsstandorten sehr unterschiedlich. In diesem Jahr blieb epidemieartiger Gelbrostbefall aufgrund der verbreitet kühlen und trockenen Frühjahrswitterung weitestgehend aus. In den Sortenversuchen wurden nur geringe Befallsstärken festgestellt.

Die wichtigste Gegenmaßnahme ist die Auswahl von Sorten mit einer geringen Gelbrostanfälligkeit. Da sich die Gelbrostrassen permanent anpassen, ist davon auszugehen, dass künftig immer wieder mit einer epidemischen Ausbreitung gerechnet werden muss und tolerante Sorten ihre Gelbrostresistenz verlieren. Angeraten ist deshalb im Anbau nicht nur auf eine Sorte zu setzen, sondern zur Risikostreuung mindestens zwei als gesund eingestufte Sorten im Anbau zu haben.

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Wintertriticale 2017 können am Ende dieses Beitrages heruntergeladen werden.

Ergebnisse zu weiteren Öko-Versuchen auch aus zurückliegenden Jahren finden Sie unter: Öko-Versuche

Saatgut aus ökologischer Erzeugung

Laut der EG-Verordnung Ökologischer Landbau gilt , dass grundsätzlich nur Bio-Saat- und Pflanzgut zu verwenden ist. Einen guten Überblick über das bundesdeutsche Gesamtangebot erhält man schnell und tagesaktuell im Internet. Unter http://www.organicxseeds.de/sind alle ökologisch erzeugten, vertriebsberechtigten Saatgutpartien sortenspezifisch aufgelistet. Ist dort kein Saatgut der gewünschten Sorte gelistet, darf nach Antrag bei der Kontrollstelle auch konventionell erzeugte, ungebeizte Ware zum Einsatz kommen.


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 23.08.2017



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