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Berufskraftfahrer-Qualifikation: Module ja oder nein?

Bei vielen Inhabern der Fahrerlaubnisklasse C/CE läuft am 10.09.2014 die Qualifikation als Berufskraftfahrer ab. Bis zu diesem Zeitpunkt sind entsprechende Weiterbildungsmodule zu absolvieren. Aber, wird diese Qualifikation überhaupt benötigt und was ist bis zu diesem Zeitpunkt zu tun?

Bei den in der Land- oder Forstwirtschaft üblichen Transporten kommt das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrfQG) nicht zum Tragen, sofern es sich bei der Fahrtätigkeit nicht um die Hauptbeschäftigung des Fahrers handelt. Für die meisten Landwirte oder landwirtschaftlichen Angestellten spielt dieses Gesetz also keine Rolle, selbst wenn LKW im Betrieb eingesetzt werden. Das Gesetz hat generell auch keine Bedeutung, wenn Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h gefahren werden. Die Berufskraftfahrer-Qualifikation wird bei gewerblichen Transporten immer im Zusammenhang mit den LKW-Fahrerlaubnisklassen C benötigt. Werden solche Transporte mit der Klasse L oder T durchgeführt, wenn es sich um lof Erzeugnisse oder lof Bedarfsgüter handelt, ist die Qualifikation ebenfalls nicht nötig.

Treffen die beschriebenen Ausnahmen nicht zu und der Fahrer ist im gewerblichen Güterverkehr tätig, muss die Berufskraftfahrer-Qualifikation vorliegen. Voraussetzung dafür ist die sogenannte Grundqualifikation, die beispielsweise im Rahmen des Führerscheins für die LKW Klasse erworben werden kann. Im Besitz der Grundqualifikation sind automatisch auch alle Personen, die ihren LKW Führerschein vor dem 10. September 2009 erworben haben. Um die Qualifikation aufrechtzuerhalten ist nach dem BKrfQG alle fünf Jahre eine Weiterbildung mit insgesamt 35 Stunden (5 Module mit je 7 Stunden) zu absolvieren. Das bedeutet, dass bei den Personen die vor dem 10.09.2009 ihren Führerschein gemacht haben die Weiterbildungsmodule bis zum 10. September 2014 bei der örtlichen Führerscheinstelle vorgelegt werden müssen. Aber, nur wenn sie im gewerblichen Güterverkehr tätig sind und die angeführten Ausnahmen nicht zum Tragen kommen. Es gibt auch Übergangsfristen, die von der Gültigkeit des LKW Führerscheins abhängig sind (spätestens bis zum 10.09.2016). Fragen Sie bei ihrer örtlichen Führerscheinstelle nach.

Die Module können beispielsweise bei der DEULA oder bei zertifizierten Fahrschulen absolviert werden. Nach Vorlage von fünf verschiedenen Modulen bei der Führerscheinstelle wird im Führerschein in der Spalte 12 die Nummer 95 mit einem Datum eingetragen. Bis zum Ablauf des Datums, das in der Regel fünf Jahre beträgt, darf der Inhaber dann im gewerblichen Güterverkehr als Kraftfahrer unterwegs sein. Nach Ablauf des Datums sind neue Weiterbildungsnachweise vorzulegen. Wer z. Z. nicht im gewerblichen Güterverkehr unterwegs ist, kann die Weiterbildungsmodule auch zu einem späteren Zeitpunkt absolvieren. Der LKW Führerschein bleibt auf jeden Fall erhalten!

 


Kontakt:
Martin Vaupel
Berater Landtechnik, Straßenverkehrsrecht, Schlepper- und Transporttechnik
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Stand: 02.12.2014