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Schleppertest: Dieselverbrauch ist ein wichtiges Kaufkriterium

Der Kauf eines Schleppers will überlegt sein, denn 40 % der Technikkosten in der Landwirtschaft entfallen allein auf diesen Bereich. Um bei der Auswahl eines Schleppers praktikable Entscheidungshilfen geben zu können, haben die norddeutschen Landwirtschaftskammern in Jahr 2004 einen Schleppertest durchgeführt. Geprüft wurden Schlepper in der 120 PS-Klasse.

Durchgeführt wurde der Schleppertest von Landtechnikberatern und praktischen Landwirten. Der Test erstreckte sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Bewertungskriterien. Im Vordergrund stand die Ermittlung des Dieselverbrauches. Der Dieselverbrauch der Schlepper interessierte besonders, weil die Dieselpreise deutlich angestiegen sind und die Dieselrückvergütung immer weiter reduziert wurde.

Da die Motorleistung der Schlepper entweder über das Getriebe in Zugarbeiten oder über die Zapfwelle in Antriebsarbeit umgesetzt wird, wurde bei den Messungen der Dieselverbrauch bei beiden Arbeiten erfasst. Als Beispiel für Zugarbeiten wurde der Straßentransport mit einem beladenen 24 t Dreiachsanhänger und als Beispiel für Zapfwellenarbeiten das Umpumpen von Wasser mit einer Güllepumpe ausgewählt. Getestet wurden folgende Schlepper: Case IH MXU 135, Deutz-Fahr Agrotron 118, Fendt 712 Vario, JCB 2115, John Deere 6620, Massey Ferguson 6465, Mc Cormick MC 120, New Holland TS 125, Same Silver 130, Steyr 6135 und Valtra T 120.

Verbrauch bei Transport- und Zapfwellenarbeiten
Auf der 15 km langen Transportstrecke verbrauchte der Fendt mit 7 l am wenigsten Diesel, dicht gefolgt vom John Deere mit 7,3 l. Der höchste Verbrauch wurde mit 9,2 l beim Massey Ferguson gemessen. Vom Dieselverbrauch bei Transportarbeiten kann allerdings nicht unbedingt auf den Dieselverbrauch bei Zapfwellenarbeiten geschlossen werden. Um letzteren zu ermitteln, wurde an einer Güllepumpe eine Drehzahl von 540 U/min durch Einschalten der 540er Zapfwelle und fast Vollgas eingestellt. Dabei war der Verbrauch des Valtra und des Same am geringsten. Das gute Ergebnis des Valtra wird aber dadurch relativiert, dass keine 750er Sparzapfwelle vorhanden war. Mit dieser Sparzapfwelle ist es dank reduzierter Motordrehzahl möglich, den Dieselverbrauch um 10 % bis 20 % zu verringern. Noch weniger als mit der Sparzapfwelle verbrauchten die Schlepper, wenn sie nur mit halber Drehzahl liefen. Bei den entsprechenden Verbrauchsmessungen schnitten der Case, der New Holland, der Steyr und der Valtra besonders gut ab.

Über diese Messungen hinaus interessierte, welcher Dieselverbrauch bei wechselnden Arbeiten und unterschiedlichen Motordrehzahlen an der Zapfwelle entsteht. Auch das wurde im Rahmen dieses Tests gemessen. Besonders gut schnitten dabei der New Holland und der Same mit Verbräuchen um 8 l/Std. ab. Mit über 10 l/Std. war der Deutz-Fahr, der John Deere und der Massey Ferguson bei diesen Messungen deutlich durstiger.

Fazit
Insgesamt ist zum Dieselverbrauch der Testschlepper festzustellen, dass es hier einen eindeutigen Testsieger nicht gab. Offenbar haben viele Schlepper bei bestimmten Leistungsanforderungen einen relativ niedrigen und bei anderen einen höheren Dieselverbrauch. Es kommt somit immer darauf an, bei welcher Drehzahl wie viel Leistung abgefordert wird.


Kontakt:
Dr. Hans-Heinrich Kowalewsky
Fachbereich Landtechnik, Bauwesen
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Stand: 21.12.2005