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Informationen rund um Kurzumtriebsplantagen

Mit Kurzumtriebsplantagen (KUP), also dem Anbau schnell wachsender Gehölze auf Ackerflächen, kann der Holzmarkt deutlich entspannt werden. Was rund um Anbau, Pflege, Ernte und Verwertung des Holzes zu beachten ist, wurde kürzlich während eines Feldtages bei Lohnunternehmer Joachim Hüttmann in Mittelstendorf bei Soltau thematisiert. 

 Zur Veranstaltung hatten die Akteure des Projektes AgroForNet, LWK Niedersachsen, von Thünen Institut (vTI), Hamburg und LU Hüttmann  eingeladen und informierten die Besucher in Theorie und Praxis.
Joachim Hüttmann, der rund um seinen Betrieb auf 55 ha schnell wachsende Hölzer produziert, führte die Besucher durch seine Demonstrationsflächen, wo auf 5 ha 4 Weiden- und eine Pappelart unterschiedlichen Alters stehen.  In den Beständen wurde von Erfahrungen mit Sorten, Wildverbiss, Düngung, Erträgen, Pilzen und Schädlingen berichtet und mit Praktikern, die z.T. bereits eigene Flächen angelegt hatten, diskutiert. So war u.a. erkennbar, dass eine Düngung nach der ersten Ernte kaum höheren Zuwachs bringt. Ein bei der Begründung der Fläche gut versorgter Boden ist völlig ausreichend, eine gute Wasserversorgung ist wichtiger!    

Die Bedeutung der wichtigsten Schadfaktoren in KUP durch Pilze und tierische Schädlinge erläuterten Richard Georgi und Patrick Donat von der TU Dresden. Auffällig sei eine starke Zunahme von Schadereignissen in den vergangenen Jahren, welche vor allem auf eine Zunahme der Anbaufläche zurückgeführt wurde. Dieser Trend werde sich sehr wahrscheinlich in den kommenden Jahren fortsetzten. Vor allem der Weidenblattkäfer führte in der Region um Soltau bei einigen KUP-Besitzern zu Kahlfraß auf ihren Flächen. Georgi wies darauf hin, dass es dadurch zu starken Zuwachsverlusten und möglicherweise einem Befall der geschwächten Pflanzen durch Pilze kommen kann. Dies könne dann zu einem „Zurücksterben“ der befallenen Weidenruten führen. Eine regelmäßige Kontrolle der Flächen auf Schädlingsbefall ist daher unverzichtbar, um eine rechtzeitige Bekämpfung durchführen zu können. Um einen Schädlingsbefall von vornherein einzudämmen sollten Flächen mit unterschiedlichen Sorten und Arten angelegt und so anfällige Monokulturen vermieden werden.

Dr. Jörg Schweinle, vTI, stellte den kürzlich als DLG-Merkblatt veröffentlichten „DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage“ vor (http://www.dlg.org/161.html). Das Werk erläutert in praxisgerechter Form alle erforderlichen Schritte zur sachgerechten Berechnung des Gewinnbeitrages einer KUP. Er enthält zudem Richtsätze für alle Bewirtschaftungsmaßnahmen einer Plantage. Zusammen mit dem von Institut für Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft des vTI entwickelten „KUP-Kalkulator 2.0“ hat jeder Interessierte die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der eigenen betrieblichen Verhältnisse Kalkulationen anzustellen und die erzielbaren Gewinnbeiträge abzuschätzen. Die standardmäßig im „KUP-Kalkulator 2.0“ hinterlegten Richtwerte des DLG-Standards können hierzu den eigenen betrieblichen Verhältnissen angepasst werden. Der Kalkulator kann aus den Internet unter www.vti.bund.deoder www.agrofornet.deheruntergeladen werden.

Im Begleitprogramm des Feldtages informierte die Wald-Agentur Münster über Energieholzkonzepte, Flächenplanungen, Sorten und Pflanzgutwahl. Das Landvolk Nordostniedersachsen berichtete über Erfahrungen mit KUP im eigenen Gebiet. Landwirtschaftskammer und 3N informierten über Feuerungstechniken für Holzbrennstoffe, die Fa. Ehlers und Otten erläuterte die installierte 110 kW- Feuerungsanlage für Holzhackschnitzel. Die Niedersächsischen Landesforsten zeigten Beispiele der Holzhackschnitzelgewinnung im Staatswald sowie einer möglichen Logistikkette bis zum Heizwerk. Hackschnitzelbereitung, Siebung durch die RWG Leese und Lagerung wurden im Praxiseinsatz gezeigt.


Kontakt:
Carsten Brüggemann
Berater Energietechnik
Telefon: 0511 3665-4411
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Stand: 02.08.2012