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Staatliche Förderungen für die Nutzung von Biobrennstoffen

Die Nutzung erneuerbarer Energien kann durch unterschiedliche Maßnahmen aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. Welche Möglichkeiten der Förderung bzw. gesetzliche Regelungen es für die Nutzung fester Biobrennstoffe wie Holz gibt, wird nachfolgend beschrieben.

Erneuerbare Energien im Wärmemarkt (Marktanreizprogramm, MAP)
Der Bund unterstützt den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt durch Investitionszuschüsse (BAFA) oder im Rahmen des KfW- Programms als Tilgungszuschüsse zur vorzeitigen teilweisen Tilgung von langfristigen zinsgünstigen Darlehen.

Investitionszuschuss BAFA
Über das Marktanreizprogramm können handbeschickte und automatische Holzfeuerungen  im Leistungsbereich von 5 bis 100 kW gefördert werden. Für handbeschickte Biomasseanlagen beträgt der Zuschuss 2000 €/ Anlage, wenn die staubförmigen Emissionen lt. Nachweis des Herstellers unter 15 mg/m3 Rauchgas liegen und ein Pufferspeicher von mind. 55 l/kW installiert wird.
Eine Liste der förderfähigen Kessel kann im Internet unter www.bafa.de eingesehen werden.

Hackschnitzelfeuerungen können mit 3500 €/Anlage bezuschusst werden, wenn ein Pufferspeicher von mind. 30 l/kW vorhanden ist. Es können auch kombinierte Kessel für Holzhackschnitzel und Scheitholz gefördert werden, wenn ein Pufferspeichervolumen von mindestens 55l/kW für den handbeschickten Teil der Anlage zur Verfügung steht.

Automatisch beschickte Anlagen für Holzpellets mit automatischer Zündung können mit 80 €/kW bezuschusst werden. Dabei gelten folgende  Mindestbeträge: Pelletöfen mit Wassertasche 2000 €, Pelletkessel 3000 €, Pelletkessel mit Pufferspeicher (mind. 30 l/kW) 3500 €. Auch Förderungen kombinierter Kessel sind möglich.

Die Nachrüstung von Brennwert- oder Filtertechnik kann in bestehenden Anlagen mit 750 € bezuschusst werden. Gefördert werden die Erneuerungen bestehender Heizsysteme im Gebäudebestand, die mindestens 2 Jahre alt sind.

Weitere Boni können gewährt werden, wenn Biomasseanlagen in besonders innovativen oder effizienten Anwendungen eingesetzt werden, z.B. in Kombination mit thermischen Solaranlagen.
Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Freiberufler, Gewerbebetriebe, Körperschaften, Vereine und Kommunen. Das landwirtschaftliche Wohnhaus gehört zum Privatvermögen, private Investitionen sind förderfähig. Werden andere Objekte beheizt, muss darauf geachtet werden, dass der überwiegende Teil der Wärmemenge privat oder gewerblich genutzt wird.

Ob die Antragstellung vor oder nach Fertigstellung der Maßnahme erfolgen muss, hängt von den jeweiligen Vorhaben ab. Die Antragstellung richtet sich bei landwirtschaftlichen Betrieben danach, was beheizt werden soll. Sind es vorwiegend private Objekte (Wohnhaus) kann der Antrag nach der Investition gestellt werden (6 Monate). Wird der größte Anteil erneuerbarer Energie im Wirtschaftsbereich des Betriebes genutzt, werden die Betriebe als gewerbliche Antragsteller gewertet und die Antragstellung muss vor der Investition erfolgen. Vorherige Antragstellung ist  immer anzuraten, damit keine Fristen versäumt werden.
Weitere Bestimmungen sollten den umfangreicheren Förderrichtlinien entnommen werden. Infos und Anträge: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), www.bafa.de.

Darlehen über Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Im Programm „Erneuerbare Energien“, Programmteil „Standard“ wird die Kraft- Wärme- Kopplung, also der Erzeugung von Strom und Wärme gefördert.
Im Bereich „Premium“ können auch automatische Feuerungen zum Verbrennen fester Biomasse mit einer installierten Nennwärmeleistung von mehr als 100 kW gefördert werden.

Die Tilgungszuschüsse betragen bei Biomasseanlagen 20 €/ kW. Zudem kann ein Bonus von 10 €/kW gezahlt werden, wenn ein Pufferspeicher von mind. 30 l/kW installiert wird. Einen weiteren Bonus von 20 €/kW kann es geben, wenn die Staubemissionen max. 15 mg/m3 Rauchgas betragen.
Ferner kann die Errichtung oder Erweiterung eines Wärmenetzes gefördert werden, wenn das Netz mind. zu 50% mit Wärme aus erneuerbaren Energien gespeist wird. Für das Netz muss im Mittel ein Mindestwärmeabsatz von 500 kWh pro Jahr und Meter Trasse nachgewiesen werden. Zuschuss: 60 €/lfd. m bei neu errichteten Trassen  und 80 €/ lfd. m bei Erweiterungen. Hausübergabestationen können mit bis zu 1800 € gefördert werden.
Infos unter www.kfw.de oder bei der Hausbank. Die Kredite sind über die Hausbank  auf entsprechenden Formularen zu beantragen.

Bei größeren Vorhaben, die vielleicht auch Wärmedämmungen oder umfangreichere Umbauten der Heizanlage umfassen, können ggf. weitere Kreditprogramme der KfW wie das Programm „Energieeffizient Sanieren- Ergänzungskredit“ in Anspruch genommen werden, www.kfw.de.

APEE- Förderung
Seit Beginn dieses Jahres können die genannten Programme noch durch die sog. „APEE“- Förderung, dem Anreizprogramm Energieeffizienz aufgestockt werden. Ziel ist es, Modernisierungen spürbar zu beschleunigen und  die bestehende Förderlandschaft zu ergänzen. Wer eine veraltete Heizung gegen eine moderne,  sparsamere austauscht - und zugleich die Heizungsanlage insgesamt optimiert, z. B. durch eine Dämmung der Heizungsrohre oder den Einbau moderner Thermostatköpfe, kann zusätzliche Mittel in Anspruch nehmen. Der hier mögliche Bonus (+20%) oder 600 €, ist sowohl zum Investitionszuschuss (MAP) wie auch zum Tilgungszuschuss (KfW) möglich. www.erneuerbare-energien.de.

Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
Das Erneuerbare Energien Gesetz regelt die Vergütung von Strom, der aus erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind und Biomasse erzeugt und ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Für die unterschiedlichen Energiearten wurden unterschiedliche Mindestvergütungen festgelegt, die ab Inbetriebnahme für einen Mindestzeitraum in gleicher Höhe gezahlt werden. www.erneuerbare-energien.de

Andere Programme
Aufgrund angespannter Haushaltslagen der Länder werden Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien häufig auf Landesebene nur noch als so genannte „Leuchtturmprojekte“ bezuschusst. Über weitere Programme, wie zum Beispiel das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP), sind ggf. auch Zuschüsse für energietechnische Maßnahmen möglich, aber sicher schwieriger zu erhalten als über oben genannte Programme.

Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit der o. g. Kurzfassungen erhoben. Weitere Informationen sollten den umfangreicheren Förderrichtlinien entnommen werden.


Kontakt:
Carsten Brüggemann
Berater Energietechnik
Telefon: 0511 3665-4411
Telefax: 0511 3665-4537
E-Mail:


Stand: 30.05.2016