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Hofübernahme - Zuschuss für Alterkassenbeitrag sichern

Mit der Hofübernahme wird der Unternehmer versicherungspflichtig in der Alterskasse und zahlt einen monatlichen Beitrag von 241 €. Hatte der junge Landwirt vor der Hofübernahme jedoch ein geringes Einkommen, sollte er unbedingt einen Antrag auf Zuschuss innerhalb von drei Monaten nach Übernahme stellen, um kein Geld zu verschenken. 

 Leistungsvoraussetzungen

Zuschuss zum Alterskassenbeitrag können Landwirte bekommen, wenn das jährliche Einkommen bei Ledigen 15.500 € bzw. bei Verheirateten insgesamt 31.000 € nicht übersteigt.  Die Höhe der Zuschüsse liegen 2017 zwischen 10 bis 145 € pro Monat, je nach Einkommen.

Zur Berechnung für den Zuschuss zählen folgende Einkommensarten:
• Arbeitseinkommen aus Landwirtschaft- und Forstwirtschaft
• Außerlandwirtschaftliches Erwerbseinkommen
• Erwerbsersatzeinkommen wie z.B. Unfallrenten, Arbeitslosengeld,  Elterngeld
• Einkünfte aus Kapitalvermögen
• Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung


Grundlage für die Berechnung ist allerdings nicht das aktuelle Einkommen, sondern der letzte Steuerbescheid der vergangenen 4 Jahren, also für die Jahre  2011 bis 2014.
Ist keine Steuererklärung gemacht worden, sind  die Einkommensverhältnisse des vorvergangenen Kalenderjahres relevant, d.h. für 2015 werden die Einkommensverhältnisse von 2013 herangezogen.

Haben Hofnachfolger bzw. Hofnachfolgerehepaar also vor der Hofübernahme wenig verdient, könnte dieses jetzt zu einer Beitragsentlastung führen.

Beispielsberechnung:
Landwirt A. übernimmt am 1. Juli 2017 den landwirtschaftlichen Betrieb. In den letzten drei Jahren arbeitete er bei seinem Vater als mitarbeitender Familienangehöriger mit einer monatlichen Vergütung von brutto  800 €. Sein aktueller Einkommensteuerbescheid für 2016 weist nach Abzug des Arbeitnehmerpauschbetrages von 1.000 € jährliche Einkünfte von 8.600 € aus. Somit hat er ab 1. Juli  2017 einen Zuschussanspruch von monatlich 135 €, sein Eigenanteil zum Alterskassenbeitrag sinkt auf 106 €.
Möchte Landwirt A. diesen Zuschuss ab 1. Juli erhalten, empfiehlt sich die sofortige Antragstellung bzw. innerhalb von drei Kalendermonaten nach Bekanntgabe der Feststellung der Versicherungspflicht. Wird diese Frist versäumt, erhält er erst Zuschuss ab dem Monat der Antragstellung.

Weiterer Vorteil für den jungen Unternehmer: Da für das letzte Jahr vor der Hofübernahme ein Steuerbescheid vorliegt, gibt es Zuschuss in dieser Höhe solange, bis der nächste Steuerbescheid ausgestellt ist. Dieser ist dann innerhalb von zwei Monaten der Alterskasse vorzulegen. Die veränderten Einkommensverhältnisse werden vom dritten Monat der Ausfertigung des Einkommensteuerbescheides berücksichtigt.

Wird beispielsweise der Steuerbescheid für das Jahr 2017 am 12. Mai 2019 ausgefertigt, wird das veränderte Einkommen erst ab 1. August 2019 bei der Beitragszuschussberechnung berücksichtigt. Bis dahin würde Landwirt A. die 135 € Zuschuss erhalten, ehe eine Neuberechnung erfolgt.
Ohne Steuerbescheid für 2016 ist der Zeitraum der Neuberechnung des Zuschusses kürzer. Diese erfolgt schon ab 1.1.2019. Da das landwirtschaftliche Einkommen schon berücksichtigt wird, führt dies häufig zu Wegfall des Zuschusses. Im Vergleich zur Berechnung mit Steuerbescheid wären das in unserem Beispiel 945 € weniger Zuschuss.

Fazit
Junge Unternehmer, wenn sie vor der Hofübernahme wenig verdient haben, haben häufig einen Anspruch auf Zuschuss zum Beitrag in der Alterskasse. Und um kein Geld zu verschenken, sollte die Antragstellung innerhalb von drei Monaten nach Hofübernahme erfolgen. Klären Sie Ihre Situation umgehend auch mit ihrem Steuerberater und wenden Sie sich bei weiteren Fragen an die sozioökonomischen Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


Kontakt:
Wiebke Wohler
Beraterin Sozioökonomische Beratung
Telefon: 0441 801-814
Telefax: 0441 801-819
E-Mail:


Stand: 03.07.2017