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Hofübernehmer - Zeit nutzen bis zum 1. Juli

In vielen Betrieben steht zum 1. Juli ein Generationswechsel an. Die Hofübergabeverträge sind unter Dach und Fach. Hofübernehmer sollten nun die Zeit bis um Juli bzw. bis zur Ernte nutzen, um noch einige Vorkehrungen für Familie und Betrieb  zu treffen, ehe diese auf die lange Bank geschoben werden.

Hierzu einige kurze Tipps, was anzupacken ist. Weitere Informationen erhalten Sie unter den jeweiligen Links.

Alterskasse
Prüfen Sie umgehend, ob Sie und Ihre  Ehefrau Beitragszuschuss beantragen können, wenn das Einkommen in den vergangenen Jahren unter 15.500 € bei Alleinstehenden bzw. bei Verheirateten unter 31.000 € gelegen hat.
 /index.cfm/article/16956.html
Der Ehegatte eines landwirtschaftlichen Unternehmers ist nach Übernahme des landwirtschaftlichen Betriebes automatisch versicherungspflichtig in der Alterskasse mit einem monatlichen Beitrag von derzeit  232 €. Da viele Ehegatten eigenes Einkommen über 4.800 €/Jahr erzielen oder sich in der Kindererziehungszeit befinden, können sie sich bei der Alterskasse befreien lassen. Dieses erfolgt nur auf Antrag und sollte innerhalb von drei Monaten nach der Hofübernahme erfolgen. Bei späterer Antragstellung ist eine Befreiung bei der Alterskasse erst ab dem Monat der Antragstellung möglich. Vor der Befreiung ist eine Beratung unbedingt zu empfehlen.
/index.cfm/article/14672.html

Betriebliche und private Versicherungen
Nach der Hofübernahme gilt für viele betriebliche Versicherungen ein Sonderkündigungsrecht.  Kündigen kann man innerhalb von vier Wochen nach der Übernahme bzw. dem Eigentumsübergang mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres. Daher sollten jetzt umgehend die bestehenden Versicherungen überprüft werden. Häufig führen Neuverhandlungen auch zur Kosteneinsparung und zur Aktualisierung des Versicherungsschutzes.
/index.cfm/article/14316.html
Durch die Hofübernahme verändert sich auch die finanzielle Situation der Familie. Zu bedenken ist, dass die Absicherung durch die Alterkasse nur eine Teilsicherung bei Erwerbsunfähigkeit oder Tod ist, die Altenteilsverpflichtungen im Risikofall weiter zu tragen sind, oft hohe Darlehensverpflichtungen mitübernommen werden. Dies bedingt die kritische Überprüfung des bisherigen Versicherungsschutzes.  Weist die Vorsorgeananlyse bei bestimmten Risikosituationen wie Erwerbsunfähigkeit oder plötzlichem Tod eines Familienmitgliedes  finanzielle Lücken aus, sollten diese durch entsprechende private Versicherungen möglichst umgehend gedeckt werden.
/index.cfm/article/20821.html

Testament
Übernimmt der Hofnachfolger einen Hof, der der Höfeordnung unterliegt, ist die Erbfolge durch  §5 und §6  der Höfeordnung geregelt. Ob diese gesetzlichen Vorgaben bei plötzlichem Tod des Hofübernehmers für die Familie passen, sollte geprüft werden. In vielen Fällen, insbesondere wenn es in der Familie mehrere minderjährige Kinder gibt und noch nicht ersichtlich ist, wer eigentlich für eine Hofnachfolge in Frage kommt, ist unbedingt sofort bei Hofübernahme ein Testament zu errichten.
Weiter empfiehlt sich in vielen Betrieben zur Absicherung des eingeheirateten Ehegatten, vor allem für den Fall einer Scheidung, Regelungen durch einen Ehevertrag zu treffen.
 

Vollmachten
Auch ein junger Betriebsleiter kann unvorhergesehen durch Krankheit und Unfall ausfallen, liegt evtl. im Koma und kann sich nicht mehr äußern. Die Ehefrau oder die Eltern sind in diesem Fall nicht automatisch befugt, für den Patienten zu handeln, es sei denn, sie werden durch das Betreungsgericht als Betreuer eingesetzt. Daher der Rat, der übrigens für jeden Erwachsenen über 18 Jahre gilt, eine Vorsorgevollmacht zu erstellen.
Darüber hinaus empfiehlt es sich, für zumindest für die wichtigsten Geldkonten einer Vertrauensperson eine Bankvollmacht auszustellen.
/index.cfm/article/19965.html
 

 

 

 


Kontakt:
Katharina von Hahn
Beraterin Sozioökonomie für die Bezirksstellen Braunschweig und Hannover
Telefon: 0511 3665-4466
Telefax: 0511 3665-994466
E-Mail:


Stand: 10.04.2015