Webcode: 01025162

Risikolebensversicherung - preiswerter Versicherungsschutz

Vor Schicksalsschlägen sind auch junge Familien nicht verschont. Wie gut ist die Familie abgesichert, wenn ein Partner verstirbt? Reicht das Geld aus, um den Lebensbedarf zu finanzieren? Eine Risikolebensversicherung kann zwar nicht die Lücke schließen, die ein Mensch hinterlässt, aber den Hinterbliebenen finanzielle Sicherheit geben. 

 

Die Risikolebensversicherung ist eine reine „Vorsorgeversicherung“.

Die vereinbarte Leistung wird nur im Todesfall ausgezahlt an die begünstigten Personen. Dies können beispielsweise sein Ehegatte, Lebenspartner, Kinder oder Eltern. Oder die Ansprüche der Todesfallleistung werden als Kreditsicherheit an die Bank abgetreten.

Höhe der Versicherungssumme
Die Höhe der Versicherungssumme ist abhängig vom Versorgungsziel und von der Versorgungslücke. Fragen, die im Vorfeld geklärt werden müssen:

  • Wie hoch ist der finanzielle Bedarf der Hinterbliebenen?
  • Wie hoch sind die Hinterbliebenenrenten aus Sozialversicherungen?
  • Welche sonstigen Einnahmen haben die Hinterbliebenen?
  • Wie lange muss die Lücke geschlossen werden?

Je nach Lebenssituation ist der Vorsorgebedarf individuell zu ermitteln und auch veränderten Lebensphasen anzupassen wie an einigen Beispielen dargestellt:

Beispiel 1: Absicherung von Ehemann und Kindern
Frau M. (32 Jahre), verheiratet mit einem Landwirt (36 Jahre), erzieht die drei Kinder (2, 4, 7 Jahre), führt den Haushalt und arbeitet  durchschnittlich 4 Stunden pro Tag im Betrieb mit. Im Falle des Todes von Frau M. müsste der Landwirt eine Haushaltshilfe einstellen und auch überlegen, wie er die Arbeit im Betrieb organisiert. Im Rahmen der Risikoanalyse kalkuliert er bei Tod der Ehefrau mit einer Versorgungslücke von monatlich 1.000 Euro über 20 Jahre. Daraus ergibt sich die Versicherungssumme von rund 200.000 Euro bei der Annahme einer  monatliche Entnahme von 1.000 Euro bei Kapitalverzehr in 20 Jahren mit 2%iger Verzinsung (s. Tab. Nachschüssige Rente  Anhang)

Beispiel 2: Absicherung von Lebensgefährtin und Kindern
Hofnachfolger L. (28 Jahre) ist auf dem elterlichen Betrieb angestellt. Mit seiner Lebensgefährtin A. und den zwei Kindern (1 und 3 Jahre) lebt er auf dem Hof mietfrei in einer Wohnung, die sich das Paar renoviert hat.
Derzeit ist die Lebensgefährtin in Kindererziehungszeit und arbeitet stundenweise im Betrieb mit, allerdings ohne Entgelt. Stirbt der Hofnachfolger, sieht die Situation für die junge Frau und die Kinder schlecht aus. Erstens hat sie quasi kein weiteres Wohnrecht mehr auf dem Betrieb und zweitens hat sie selber auch keine Ansprüche auf Hinterbliebenenrente aus gesetzlicher Rentenversicherung oder Landwirtschaftlicher Alterskasse, solange sie nicht verheiratet ist.
Bei der Ermittlung der Versorgungslücke geht die Lebensgefährtin davon aus, dass sie als Verwaltungsangestellte zumindest halbtags arbeiten kann. Nach Abzug ihrer Einnahmen würden ihr allerdings noch 1.300 €uro monatlich für den Lebensunterhalt fehlen, und zwar mindestens solange, bis dass die Kinder mit der Ausbildung fertig sind, also noch 20 bis 25 Jahre. Für Hofnachfolger L. empfiehlt sich daher als Mindestabsicherung der Hinterbliebenen eine Risikolebensversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens 250.000 €.

Beispiel 3: Absicherung eines Kredits zur Erweiterung eines Kuhstalles
Landwirt H. (32 Jahre) benötigt für die Stallerweiterung einen Kredit über 300.000 Euro, den er innerhalb von 20 Jahren tilgen möchte. Diesen Kredit sichert er über eine Risikolebensversicherung ab, damit im Falle seines vorzeitigen Todes die bestehenden Schulden abgetragen werden können, ohne den Betrieb weiter zu belasten. In diesem Fall überlegt er, ob er eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme wählt, was meistens die günstigste Variante ist. Oder ob er die Versicherung über die volle Summe absichert. Dieses hat den Vorteil, dass auch in Zukunft, wenn er den Kredit für die Stallerweiterung teilweise schon abgezahlt hat, bei weiteren Investitionen neuen Kredite auch schon teilweise abgesichert wären.

Unterschiede beim Preis
Risikolebensversicherungen sind unterschiedlich teuer und daher lohnt sich immer ein Vergleich. Mehrere Faktoren, die je nach  Gesellschaften unterschiedlich gewichtet werden, beeinflussen den Beitrag. Je höher die Versicherungssumme und je länger die Vertragslaufzeit, desto teurer wird es. Beruf und Ausbildung spielen eine Rolle wie auch das Eintrittsalter. Je älter man bei Abschluss der Versicherung ist, desto höher ist das Risiko eines vorzeitigen Todes der versicherten Person.
Raucher zahlen oft  50% und mehr Prämie als  Nichtraucher, da sie statistisch gesehen eine kürzere Lebenserwartung haben. Ebenfalls kann es Zuschläge bei risikoreichen Hobbies wie z.B. Fallschirmspringen oder Motorradfahren geben. Gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck oder auch schon Übergewicht bilden für die Gesellschaften weitere Risiken und diese wirken sich ebenfalls negativ auf Beiträge aus. Vorerkrankungen können auch zur kompletten Ablehnung führen.
Daher die Versicherung früh genug abschließen, wenn man noch gesund ist, und die Laufzeit nicht zu kurz wählen. Bedenken sollte ein Unternehmer, dass auch mit Anfang fünfzig noch Investitionen in Angriff genommen werden mit Kreditlaufzeiten von 15 – 20 Jahren.

Überschüsse
Die meisten Gesellschaften erwirtschaften Überschüsse, da bei den Berechnungen der Beiträge zur Sicherheit mit mehr Sterbefällen gerechnet wird als meist tatsächlich eintreten. Die Überschüsse müssen an die Versicherten weitergegeben werden. Die häufigste und auch z.B. von Finanztest empfohlene Variante ist die sofortige Verrechnung mit den Beiträgen. Dabei werden erwirtschaftete Überschüsse direkt vom Beitrag abgezogen. Man spricht vom Tarif- oder Bruttobeitrag oder vom tatsächlichen Zahl- bzw. Nettobeitrag.
Beispiel: Frau M. (siehe Beispiel 1), Nichtraucherin, schließt eine Risikolebensversicherung über 200.000 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren ab. Die Beitragsrechnung weist einen monatlichen Tarifbeitrag von rund 29 Euro aus, also den maximal zu zahlenden Beitrag. Auf Grund der erwirtschafteten Überschüsse muss sie jedoch 2013 monatlich nur 11 Euro netto zahlen. Noch weniger zahlt Frau M. in der Regel, wenn sie die Beiträge nur einmal jährlich überweist, in unserem Beispiel brutto 330 Euro bzw. derzeitiger Zahlbeitrag netto 116 Euro
Der Nettobeitrag wird jedes Jahr entsprechend der Gewinnsituation angepasst und ist daher nicht garantiert über die gesamte Laufzeit.
 

Nachversicherungsgarantie
Viele Versicherungen bieten eine sogenannte „Nachversicherungsgarantie“ bei bestimmten Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung an. Das bedeutet, dass man z.B. bei Heirat, Geburt eines Kindes, Ausbildungsende, Einkommenserhöhungen oder Bau bzw. Kauf einer Immobilie die Versicherungssumme innerhalb eines bestimmten Rahmens erhöhen kann. Erkundigen Sie sich vor Abschluss, bei welchen Ereignissen und bis zu welchem Alter dies möglich ist und um wie viel sich die Versicherungssumme jeweils erhöhen lässt.

Verlängerungsoption
Stellt man während der Laufzeit des Vertrages fest, dass man doch noch länger den Todesfallschutz benötigt und hat im Vertrag die „Verlängerungsoption“ mit eingeschlossen, besteht innerhalb einer bestimmten Frist z.B. in den ersten 10 bis 15 Jahren nach Vertragsabschluss die Option, die Laufzeit zu verlängern ohne erneute Gesundheitsprüfung. Dies ist gerade für diejenigen interessant, bei denen nach Vertragsabschluss gesundheitliche Beschwerden aufgetreten sind und sie jetzt keinen neuen Vertrag mehr bekommen können oder nur mit höheren Risikozuschlägen.

Erbschaftssteuer
Hofnachfolger M. (Beispiel 2) ist nicht mit seiner Lebensgefährtin verheiratet. Als Bezugsberechtigte ist Lebensgefährtin A. im Vertrag angegeben. Falls Hofnachfolger M. verstirbt, muss die Lebensgefährtin für die Versicherungssumme aus der Risikolebensversicherung Erbschaftsteuer zahlen. Ihr Freibetrag beträgt nur nämlich nur 20.000 Euro.
Tipp zum Sparen der Erbschaftsteuer: Der Vertrag wird auf den Namen von Lebensgefährtin A. ausgestellt, sie zahlt den Beitrag, und Hofnachfolger M. ist die versicherte Person. So müsste die Lebensgefährtin bei Tod des Hofnachfolgers keine Erbschaftssteuer zahlen.

Mit einer Risikolebens-Versicherung können Versorgungslücken im Todesfall relativ preiswert geschlossen werden. Analysieren Sie vor Abschluss Ihren Versicherungsbedarf und Versicherungsdauer und holen Sie sich Angebote von verschiedenen Versicherungen ein.
Bei Fragen zur Risikovorsorge unterstützt Sie die sozioökonomische Beratung der Landwirtschaftskammer (Adressen s. Anhang).


Kontakt:
Katharina von Hahn
Beraterin Sozioökonomie für die Bezirksstellen Braunschweig und Hannover
Telefon: 0511 3665-4466
Telefax: 0511 3665-994466
E-Mail:


Stand: 06.11.2014



DOCX: 19690 - 15.66015625 KB   Nachschüssige Rente   - 16 KB