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Pflege: Unterhalt für Eltern

Kinder, die verpflichtet sind die Pflege ihrer Eltern mit zu finanzieren, haben es seit Jahresbeginn 2015 ein bisschen leichter.

Kinder sind in Deutschland verpflichtet, Unterhalt für ihre pflegebedürftigen Eltern zu zahlen. Dies ist aber erst dann der Fall, wenn die Pflegeversicherung und die eigenen Einkommen der Eltern nicht ausreichen und deren Vermögen aufgebraucht ist (BGB §§ 1601).

Die Höhe des Unterhaltes richtet sich nach dem eigenen Einkommen, wobei vorerst der eigene Unterhalt gesichert sein muss (BGB § 1603). Es wird vom bereinigten Nettoeinkommen (siehe Abbildung) ausgegangen.

Davon darf ein gewisser Teil, der sogenannte Selbstbehalt, nicht angetastet werden. Hier sind die Zahlen 2015 gestiegen. Beispielsweise darf für einen Erwachsenen 1.800 €, für den Ehegatten 1.440 € behalten werden. Bei den Kindern richtet sich der Satz nach der Düsseldorfer Tabelle.

Das den Selbstbehalt übersteigende bereinigte Nettoeinkommen ist zu 50 % als Unterhalt zu leisten. Oder anders dargestellt:

 

Darüber hinaus müssen Kinder auch ihr eigenes Vermögen angehen, um die Pflege der Eltern zu finanzieren. Hier gibt es ein sogenanntes Schonvermögen. Dazu zählt eine angemessene Alterssicherung und eine eigene Immobilie.
Weitere Kosten, für beispielsweise Urlaub oder eine KFZ-Reparatur, können in Absprache mit dem Amt geltend gemacht werden. Grundsätzlich sind alle Kinder zu gleichen Teilen verpflichtet, für die Eltern aufzukommen.

Da das Sozialamt die Änderung nicht automatisch in seine Rechnung übernimmt, ist es zu empfehlen, eine neue Berechnung beim Amt zu erfragen.


Kontakt:
Wiebke Wohler
Beraterin Sozioökonomie
Telefon: 0441 801-814
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Stand: 03.09.2016