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Den Alterskassenzuschuss nutzen

Betriebsleiter, die nach Einsparpotentialen suchen, finden den Beitragszuschuss der Alterskasse. Dieser soll finanziell angespannte Betriebe beim Alterskassenbeitrag entlasten. So lässt sich der Alterskassenbeitrag für die Versicherten um bis zu 60 Prozent senken.

Den Beitragszuschuss können versicherungspflichtige Unternehmer für sich, ihren Ehepartner und die mitarbeitenden Familienangehörigen erhalten. Seit 2013 erhalten auch die eingetragenen Lebenspartner den Beitragszuschuss. Die Voraussetzung ist, dass das Einkommen des landwirtschaftlichen Unternehmers nicht mehr als 15.500 Euro beträgt. Gemeinsam mit dem Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner darf das Einkommen nicht höher als 31.000 Euro sein.

Wie geht das?

Bis zu einem Einkommen von 8.220 Euro für Alleinstehende beträgt der Beitragszuschuss 60% des Alterskassenbeitrags. So sinkt der Beitrag auf 96 statt 241 Euro monatlich. In jedem weiteren Schritt sinkt der Beitragszuschuss um 4% des Beitrags. Der Beitragszuschuss ist in 15 Schritte unterteilt. So erhält ein Ehepaar mit einem Einkommen zwischen 16.441 und 17.480 Euro in diesem Jahr einen Beitragszuschuss von 135 Euro und zahlt pro Person nur einen Beitrag von 106 Euro pro Monat. Bei einem gemeinsamen Einkommen von max. 31.000 Euro beträgt der Beitragszuschuss noch 10 € pro Person und Monat.

Der Antrag kann zunächst telefonisch gestellt werden, um dann später schriftlich nachgereicht zu werden. Zum Nachweis wird der letzte Einkommensteuerbescheid angefordert, der nicht älter als vier Jahre sein darf.

Wurde der Gewinn nicht nach § 4 Abs. 1 oder 3 des Einkommenssteuergesetzes (Buchführung) ermittelt, oder liegt kein aktueller Einkommensteuerbescheid vor, dann wird der landwirtschaftliche Gewinn auf der Grundlage von Beziehungswerten des vorvorletzten Jahres ermittelt. In diesem Fall müssen für alle weiteren Einkunftsarten Nachweise vorgelegt werden.

Verluste bei einem Ehepartner oder bei den unterschiedlichen Einkunftsarten können nicht mit den positiven Einkünften verrechnet werden.

Der Antrag sollte innerhalb von drei Monaten nach Erhalt des Einkommensteuerbescheids gestellt werden. Dann kann der Beitragszuschuss noch rückwirkend gezahlt werden. Bei späterer Antragstellung erfolgt der Zuschuss erst ab dem Monat der Antragstellung.

Hofübernehmer haben in ihrem ersten Jahr häufig ein Anrecht auf einen Beitragszuschuss und sollten den Antrag stellen. Für sie wird nur das persönliche Einkommen der Vorjahre berücksichtigt und nicht das Einkommen des Unternehmens. Dazu benötigt der Übernehmer einen Einkommensteuerbescheid aus den letzten 4 Jahren.

Welches Einkommen zählt?

Addiert werden alle Einkünfte des Unternehmers und seines Ehepartners. Zu den Einkunftsarten gehören:

Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,

Gewerbe,

Erwerbseinkommen,

Erwerbsersatzeinkommen wie beispielsweise Renten, Eltern- und Krankengeld,

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,

und Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Beim Erwerbseinkommen aus Arbeitnehmertätigkeit wird der Arbeitnehmerpauschbetrag abgezogen. Die Kapitalerträge werden um den Sparerpauschbetrag gesenkt. Auch Werbungskosten sind meist abziehbar.

Der Einkommensteuerbescheid gilt immer solange, bis ein neuer Bescheid vorliegt. Dieser sollte dann unverzüglich der SVLFG vorgelegt werden, da der neue Beitragszuschuss immer ab dem Monat des Vorliegens des neuen Einkommensteuerbescheids gilt.

Was muss man beachten?

Wichtig ist, die o.g. Fristen für die Einreichung des neuen Einkommensteuerbescheides einzuhalten. Änderungen des Familienstandes (Eheschließung, Trennung, Scheidung, Tod), oder die Anzahl der mitarbeitenden Familienangehörigen sollten unverzüglich gemeldet werden.

Die aktuelle Tabelle mit den Beitragszuschüssen, eine Informationsbroschüre, Merkblätter und die Antragsunterlagen können Sie auf der Internetseite: www.svlfg.de herunterladen oder bestellen. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch bei der SVLFG (0511/8073-0) oder bei den sozioökonomischen Beratern der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


Kontakt:
Kruse, Anneken
Sozioökonomie, Cross Compliance, Förderung
Telefon: 04181 9304-14
Telefax: 04181 9304-24
E-Mail:


Stand: 03.07.2017