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Bodenmarktentwicklung: Weitere Preissteigerungen in 2014

Sowohl die Pachtausgaben als auch die Kaufwerte landwirtschaftlicher Fläche steigen in den meisten Regionen Niedersachsens weiter an. Dies ist vor allem für die Landwirte, die mit ihren Betrieben expandieren wollen, eine schwierige Situation, da mögliche Kosten des Wachstums entsprechend von den Betrieben vor der Zupacht oder dem Kauf einer Fläche genau kalkuliert werden müssen.

Auch 2014 war bezüglich der Kaufpreissteigerungen für landwirtschaftliche Flächen kein Ende in Sicht. Aufgrund der von verschiedenen Seiten immer stärker nachgefragten Ressource Boden werden die landwirtschaftlichen Flächen immer reger nachgefragt. Dabei spielt für viele der Interessenten die Bodenqualität gar keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Zu den Interessenten gehören neben den Landwirten inzwischen auch stark zunehmend nichtlandwirtschaftliche Investoren. Der Grund hierfür findet sich vor allem darin, dass Geldanlagen in Sachwerte in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen haben, weil offenbar das Vertrauen in die Geldwertstabilität und die Kapitalmärkte zunehmend sinkt.

Die Flächenverknappung hat aber auch noch andere Ursachen. Auf der einen Seite werden immer mehr Flächen erschlossen, um den anhaltenden Bedarf für Siedlungs- und Verkehrsflächen zu decken, sodass diese Flächen für die Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch bei den seit 2005 gebauten Biogasanlagen zunehmenden Flächenbedarf zur Substratdiversifizierung, die Veredelungsgebiete sowie die Expansion der landwirtschaftlichen Betriebe, die dazu führen, dass immer mehr Fläche nachgefragt und benötigt wird. Erschwerend kommen dann noch die gesetzlichen Vorgaben und Regelungen hinzu, die eingehalten werden müssen.

Die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) für 2014 veröffentlichten Zahlen bezüglich der Kaufwerte für landwirtschaftliche Fläche in Deutschland sowie in den einzelnen Bundesländern selbst zeigen, dass die Kaufwerte im Vergleich zu 2013 weiter angestiegen sind. Die Angaben in Euro je Hektar (€/ha) beziehen sich auf Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN). Eine Unterscheidung nach Acker- und Grünland erfolgt nicht.

Anstieg der Kaufwerte in den Bundesländern

Spitzenreiter unter den Bundesländern ist bei den aktuell veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2014 Bayern mit einem durchschnittlichen Kaufwert von 41.440 €/ha, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 40.049 €/ha. Dagegen liegen die durchschnittlichen Kaufwerte für Brandenburg (10.191 €/ha) und Thüringen (9.430 €/ha) sehr viel niedriger (vgl. Tabelle 1).

Aus Grafik 1 geht hervor, dass Niedersachsen mit einem durchschnittlichen Kaufwert von 28.856 €/ha bei den Kaufwerten unter den Top 6 der Bundesländer noch immer den dritten Platz einnimmt.

Aus der Grafik 2 wird der bereits seit mehreren Jahren kontinuierlich anhaltende Anstieg der Bodenmarktpreise für Acker- als auch Grünland in Niedersachsen deutlich.

Kaufwerte in den Landkreisen sehr unterschiedlich

Betrachtet man neben den Preisen auf Bundesländerebene ebenfalls die Kaufwerte in den Landkreisen Niedersachsens, so lässt sich die divergierende Entwicklung innerhalb der Bundesländer erkennen (Tabellen 2 und 3). Diese Daten werden vom Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) bereitgestellt.

Kaufwerte für Ackerland in Niedersachsen

In Bezug auf die Kaufpreise für Ackerland kann auf Landkreisebene fast überall ein Preisanstieg festgestellt werden. Ausnahme bilden die Landkreise Göttingen und Wittmund, in denen für 2014 ein Rückgang der Kaufpreise vorliegt. Der Markt für landwirtschaftliche Flächen wird durch die Relation von Angebot zu Nachfrage geprägt, was am Beispiel des ehemaligen Regierungsbezirkes Weser-Ems deutlich wird. Trotz eher niedriger Bodenqualität ist hier das mit höchste Kaufpreisniveau zu finden.

Die höchsten durchschnittlichen Kaufpreise für Ackerland, und damit Spitzenreiter in Niedersachsen, sind in den drei Landkreisen Vechta (83.798 €/ha), Cloppenburg (67.737 €/ha) und Emsland (61.293 €/ha) ermittelt worden.

Kaufwerte für Grünland in Niedersachsen

Bei den Kaufpreisen für Grünland hingegen ist die Preisveränderung in den Landkreisen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die höchsten Kaufpreise können in den Landkreisen Vechta mit durchschnittlich 35.002 €/ha und Grafschaft Bentheim mit durchschnittlich 33.825 €/ha statistisch erfasst werden. Besonders auffällig ist, dass im Landkreis Grafschaft Bentheim - trotz der im Vergleich hohen Kaufpreise - ein Rückgang der Kaufpreise von 2013 auf 2014 in Höhe von rund 9.084 €/ha zu beobachten war. Zeichnet sich hier eine Trendwende in den viehintensiven Regionen ab?

Die niedrigsten durchschnittlichen Kaufpreise für Grünland sind für das Jahr 2014 dagegen in den Landkreisen Hildesheim (6.593 €/ha) und Holzminden (6.641 €/ha) festgestellt worden.


Kontakt:
Kirsten Murek
Agrarstatistik, Qualitätssicherung Tier
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Stand: 27.11.2015