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Video, Vorträge und Fotos vom Unternehmertag am 03.11.2011

"Am Ende des Tages geht es nur um Essen und Trinken", sagte Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher, Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung der Universität Ulm auf dem diesjährigen Unternehmertag, der am 3. November in Oldenburg stattfand. Angesichts der weltweit explodierenden Bevölkerungszahlen, müsse die Kaufkraftverteilung auf der Erde dringend verändert werden, so Radermacher. Rund 1.000 Besucher waren in die Weser-Ems-Halle gekommen, um sich über das Thema „Landwirtschaft der Zukunft – Jetzt handeln mit Mut und Augenmaß“ zu informieren.

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Für die weltweite Landwirtschaft gibt es unterschiedliche Zukunftsszenarien, erläuterte Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher: Die größte Chance auf Verwirklichung habe die Brasilianisierung, d.h. eine massive Verarmung der Menschen. Diese Variante würde für Landwirte sehr unangenehm werden und nur ein paar Großagrarier würden dann alles bestimmen. Aus Sicht der Landwirtschaft in Deutschland sei aber offensichtlich, dass eine Welt in Balance das wünschenswerte Szenario sei. Landwirtschaft würde in einer reichen Welt in Balance enorm an Bedeutung gewinnen, weil 10 Mrd. wohlhabende Menschen zu ernähren seien, die über entsprechende Kaufkraft verfügten. 

Die eigene Zukunft mit Lebensfreude gestalten - Konzepte für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung war das Thema des Vortrages von Uwe Bintz, Unternehmensberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In seinem Vortrag verglich Herr Bintz unter anderem Investitionen im Hinblick auf ihren Arbeitsertrag: Erfolgreiche Rindvieh- und Schweinehalter erreichen eine Entlohnung zwischen 25 bis 35 € je Arbeitsstunde. Erfolgreiche Hähnchenmäster und Hühnerhalter können mit einer Entlohnung von zwischen 50 bis 60 € je Stunde rechnen. Die Entlohnung bei erfolgreichen Biogasanlagen bewegt sich bei bestehenden Anlagen durchschnittlich deutlich über 100 € je Arbeitsstunde. Bei zukünftigen Investitionen in Biogaskleinanlagen mit einem Leistungspotential von 75 kW kann mit einem ähnlichen Arbeitsertrag wie die Geflügelhaltung kalkuliert werden.

Wie unterschiedlich die Zukunftsausrichtung landwirtschaftlicher Unternehmen in der Praxis aussehen kann, schilderten zwei landwirtschaftliche Unternehmer: Der Milchviehalter Dirk Böschen aus Grasberg (Landkreis Osterholz) und Dirk Frahne, Ferkelerzeuger aus Goldenstedt (Landkreis Vechta).  Der Milchviehalter Dirk Böschen aus Grasberg (Landkreis Osterholz) hatte den elterlichen Betrieb 1998 mit damals 95 Kühen übernommen. Heute hält er 820 Kühen, seinen 380 Hektar (ha) großen Betrieb bewirtschaftet er mit zwölf Mitarbeitern.  Auch Dirk Frahne, Schweinemäster aus Goldenstedt (Landkreis Vechta), hat seinen Betrieb aus kleinen Anfängen weiterentwickelt. Vor 18 Jahren begann er mit 60 Sauen, 220 Plätzen für Mastschweine und 50 ha Ackerland. Heute hat er 320 Sauen, 1.600 Ferkelplätze, 240 Mastplätze und 76 ha Ackerland, für die er 2,0 Arbeitskräfte (AK) benötigt.

Mehr über den Unternehmertag 2011 lesen Sie in der Pressemitteilung
"Unternehmertag 2011: Jetzt handeln mit Mut und Augenmaß"


Die Vorträge und ein Fotoalbum des Unternehmertages 2011 finden Sie als Anlage.


 


Kontakt:
Ruth Beverborg
Fachreferentin Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-392
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Stand: 26.08.2013