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Risikomanagement

Betriebsspezialisierung, Wachstum, Marktliberalisierung, Klimawandel, Globalisierung - die Ansprüche an das landwirtschaftliche Risikomanagement steigen, die Risikotragfähigkeit der Betriebe lässt nach. Nur wer seine betriebsindividuellen Risiken kennt, das Schadensausmaß und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilen kann, wird angemessene und effiziente Präventivmaßnahmen ergreifen können.

 

In der Landwirtschaft lassen sich interne und externe Risiken identifizieren. Zu den betriebsinternen Risiken zählen Produktions-, Personen-, Finanz- und Anlagerisiken. Externe Risiken treffen in Form von Markt- und Politikrisiken auf den Betrieb.

Risikoinstrumente ermöglichen die Vermeidung, die Verminderung oder die Überwälzung dieser Risiken. Klassischerweise werden Risiken durch eine angepasste Produktionsweise (Wahl robuster Rassen, Tierseuchenprophylaxe, vorbeugender Pflanzenschutzmitteleinsatz), durch das Beseitigen von Sicherheitsmängeln oder durch Diversifizierung zum Zweck der Risikostreuung vermindert. Durch den Abschluss von Versicherungen (Hagelversicherung, Ertragsschadenversicherung, Unfallversicherung, etc.) lassen sich Risiken auf einen Dritten übertragen.

Bestehende Ansätze des betrieblichen Risikomanagements gilt es regelmäßig zu überdenken, anzupassen und ggf. weiterzuentwickeln. Zukunftsfähig ist aber nur die Verbindung bestehender Ansätze mit innovativen Ideen. Der zunehmende Marktvolatilität geschuldet steigt das Potential des Preisrisikos im Vergleich zu anderen stark an. Der „richtige“ Umgang mit diesem ökonomisch bedeutsamen Risikofaktor gestaltet sich schwierig, ein einfaches „Hinnehmen“ der Marktpreise zur Erntezeit kann aber heutzutage nicht mehr Mittel zum Zweck sein. Marktbezogene Risiken können zum finanziellen Risiko landwirtschaftlicher Betriebe werden. Der aktive Umgang gehört zur Pflicht eines jeden Betriebsleiters.

Der Abschluss von Kontrakten kann das Preisrisiko vermindern. Dabei gilt es gilt zwei Arten von Kontrakten zu unterscheiden: Zum einen besteht die Möglichkeit Lieferverträge mit einem konkreten Partner zu vereinbaren. Bei Vorkontrakten (Forward) mit dem vor- und nachgelagerten Bereich der Wertschöpfungskette steht die physische Erfüllung des Vertrags durch die tatsächliche Produktlieferung im Vordergrund. Zum anderen können Geschäfte über die Warenterminbörse realisiert werden. Im Agrarsektor werden sogenannte Futures an der Warenterminbörse gehandelt. Dabei wird nicht die tatsächliche Lieferung der Ware angestrebt. Da Warentermingeschäfte hauptsächlich der Preisabsicherung dienen, werden die Kontrakte vor Ablauf der Frist durch ein Gegengeschäft glattgestellt. Landwirten fehlt es meist am „notwendigen Kleingeld“ und an Zeit, um die Börsenentwicklungen verfolgen zu können, sodass dieses Managementinstrument nur von großen Unternehmen in Anspruch genommen wird.

Mit Hilfe der vorgestellten Instrumente lassen sich Preisrisiken minimieren und Gewinne stabilisieren. Der Wert dieses „Sicherheitspolsters“ besteht aus dem Verzicht möglicher Kursgewinne. Es gilt die Devise: Preisgewähr und Einkommenssicherung statt Erlösmaximierung!

Konsequentes Risikomanagement zählt zu den Aufgaben eines jeden Betriebsleiters und darf nicht stiefmütterlich behandelt werden. Konzepte müssen generell betriebsindividuell erarbeitet werden -  Standardlösungen gibt es nicht!

Weitere Fachinformationen finden Sie in diesem Fachartikel.

Umschiffen Sie mit Ihrem Betrieb die Risikoklippe! Unterstützung kann diesbezüglich in Form von Beratung gesucht werden. Sprechen Sie Ihren betriebswirtschaftlichen Berater vor Ort an.

Autorin: Landwirtschaftsreferendarin Anna-Lena Niehoff

 


Kontakt:
Ruth Beverborg
Fachreferentin Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
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Stand: 24.02.2014