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Agrarreform: Feldrandstreifen, Pufferstreifen oder doch Waldrandstreifen?

Mit der neuen Agrarreform gilt es den Bestimmungen des Greenings Folge zu leisten. Dazu gehört auch auf 5 % seiner Ackerfläche, wenn mehr als 15 ha Ackerfläche bewirtschaftet werden, eine ökologische Vorrangfläche vorzuhalten.

Die ökologische Vorrangfläche kann mit verschiedenen Maßnahmen erbracht werden. Nur was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Feldrandstreifen, einem Pufferstreifen und einem Waldrandstreifen?

Art Anrechnungs-
faktor
Größe Besonderheiten Nutzung
Brache 1 unbegrenzt   keine
Feldrandstreifen 1,5 1-20 m   keine
Pufferstreifen 1,5 1-20 m nur an Gewässern Schnittnutzung oder Beweidung möglich
Waldrandstreifen 1,5 1-10 m nur an Waldrändern Schnittnutzung oder Beweidung möglich


Alle drei „Streifenarten“ zählen zur Brache, besitzen einen Anrechnungsfaktor von 1,5 und müssen eine Mindestbreite von einem Meter aufweisen – dennoch gibt es Unterschiede.

Der Feldrandstreifen ist maximal 20 m breit. Es handelt sich hierbei also um schmale Schläge entlang der landwirtschaftlichen Kultur innerhalb eines Feldblocks. Ein Feldrandstreifen darf auch an Waldrändern oder an Gewässern mit einer Breite von 20m liegen, wenn man die Nichtnutzung beachtet.


Pufferstreifen sind ebenfalls maximal 20 m breit und parallel zum Wasserlauf. Eine Schnittnutzung oder eine Beweidung ist möglich. Ein Pufferstreifen kann auf Ackerflächen oder Dauergrünlandflächen liegen. Der Pufferstreifen muss aber an eine landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche unmittelbar angrenzen. Eine Besonderheit ist hier allerdings zu beachten. Die maximale Breite dieses Streifens beträgt 20 m und zwar einschließlich des nicht landwirtschaftlich genutzten Ufervegetationsstreifens. Dieser Vegetationsstreifen beginnt ab der Böschungsoberkante an dem Gewässer und erstreckt sich bis zur Grenze zur landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Waldrandstreifen dürfen im Gegensatz zu den anderen beiden „Streifenarten“ nur 10 m breit sein und müssen, wie der Name schon sagt, an Waldrändern liegen. Eine Schnittnutzung oder eine Beweidung ist auch hier ebenfalls möglich.


Die Auflagen zur Brache müssen alle drei „Streifenarten“ erfüllen. Dazu gehört, dass das Mähen oder Zerkleinern des Aufwuchses im Zeitraum vom 01.04. bis zum 30.06. nicht erlaubt ist. Während dieses Zeitraums darf auch keine Einsaat mit den entsprechenden Vorbereitungen vorgenommen werden. Einmal im Jahr ist die Fläche aber zu pflegen und zwar entweder durch Mahd und Abfuhr des Mähgutes oder durch Zerkleinerung und der ganzflächigen Verteilung des Aufwuchses.

Im gesamten Antragsjahr dürfen keine Pflanzenschutz- oder Düngemittel aufgebracht werden (auch keine organischen Düngemittel). Ob Sie die Fläche aktiv begrünen oder der Selbstbegrünung überlassen, bleibt freigestellt. Die früheste Beseitigung der Brache ist mit dem letzten Tag im Antragsjahr, dem 31.12., festgeschrieben. Allerdings ist es möglich, sofern eine Kultur angebaut werden soll, die erst im Folgejahr zur Ernte führt, die Fläche ab dem 01. August zu bestellen und entsprechende Vorbereitungen für die anstehende Aussaat zu treffen.


Kontakt:
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Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
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Franz-Josef Schoo
Förderung, Betriebswirtschaft, Milchquotenregelung
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Stand: 02.03.2016