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Erfolgsmodell Arbeitskreis Unternehmensführung

Etwa 60 Veredler, Futterbauern und Ackerbauern trafen sich in der 2. Februarwoche zum jährlichen Arbeitskreistreffen Unternehmensführung in Jesteburg, gelegen vor den Toren Hamburgs. Wichtige Erkenntnisse erhielten die Landwirte beim Vergleich Ihrer Betriebe mit anderen Betrieben. Offen wurde mit gleichgesinnten, engagierten Berufskollegen über Verbesserungsmöglichkeiten und Optimierungen diskutiert.  

 

Die Mitglieder arbeiteten intensiv an aktuellen Themen, die insbesondere ökonomische Fragestellungen, politische Rahmenbedingungen und die strategische Unternehmensentwicklung betrafen.

Ein Thema der Woche ist  jährlich die Planung von Unternehmensentwicklungen. Hier stellen Unternehmen, die im Sommer besucht wurden, der Gruppe ihr Vorhaben vor.  Hier durch ergibt sich die Möglichkeit, die Kreativität und das Wissen der Berufskollegen in die eigenen Überlegungen mit einzubeziehen. Alle Mitglieder der Gruppe können ihre Ideen mit in den Planungsverlauf einfließen lassen. Dieser förderliche Umstand generiert ein gutes Fundament, auf das die wachstumswilligen Betriebe aufbauen können.

Die Marktfruchtgruppe wurde von den Unternehmensberatern Hartmut Völz, Rolf Fricke und Peter Trumann moderiert. Die Futterbaugruppe hatte Andreas Freytag, Anna-Lena Niehoff und Jan Gillen als Mentor. Berater der Veredelungsgruppe waren Ruth Beverborg, Helmut Wahl und Bernd Thöle. Im Arbeitskreis arbeiten die Mitglieder damit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und den Beratungsringen eng zusammen. Weiterhin waren Spezialisten aus den Bereichen Bank, Bau- und dem Umweltrecht vor Ort. Offene Fragen konnten schnell und kompetent beantwortet werden. Die gesamte Organisation des Arbeitskreises hat Rainer Fricke, Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Wichtige Erkenntnisse erhielten die Landwirte beim Vergleich der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ihrer Betriebe. Offen wurde in den einzelnen Gruppen über Verbesserungsmöglichkeiten und Optimierungen diskutiert. Diese Art der Zahlenaufarbeitung verspricht großes Potential, da neu gesteckte Ziele dokumentiert und im folgenden Jahr abgeglichen werden.

Ein besonderes Thema stellte in diesem Jahr der Konzernabschluss da. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Daniel Blömer aus Lohne weihte die Mitglieder in den Nutzen eines Konzernabschlusses ein, der eben mehr ist als die Summe der Jahresabschlüsse der Einzelbetriebe.

Abgerundet wurde die fruchtbare Arbeit durch Fachvorträge, welche für den gesamten Kreis der Teilnehmer gehalten wurden. Rechtsanwalt Volker Henties, Helmstedt,  referierte über die Frage: Welche Rechtsform passt wann zu meinem Betrieb?

Landwirtschaftliche Unternehmen werden immer größer und komplexer, Landwirte müssen sich entscheiden, wie Sie zukünftig Wachstum generieren können.  Mittel der Wahl sind hier dann die GbR, KG und die GmbH & Co. KG. In dem Vortrag ging Herr Henties auf die Vor- und Nachteile einzelner Rechtsformen ein. Haftungsfragen und Gewinnverteilungen sind hierbei nur einige Stichworte

Die EDV hält immer mehr Einzug in die Büros der Unternehmer. Es ist wichtig, bei der großen Menge an Daten immer den Überblick zu behalten. Einige Mitglieder des Arbeitskreises stellten ihre Lösung zu dieser Fragestellung vor.

Ein Highlight der Woche war sicherlich auch der Vortrag: „Richtig Entscheiden unter Stress“ von dem ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner, welcher einige Erfahrungen aus seiner Zeit als Bundesliga-Schiedsrichter zum Besten gab. Gespannt folgten die Zuhörer seinen Worten. „Ein Schiedsrichter muss ein schneller Entscheider sein, ähnlich wie ein Unternehmer“.

Unter Zeitdruck und schwierigsten Bedingungen müssen bedeutende Entscheidungen von großer Tragweite getroffen werden. Es sei eben nicht immer nur ein Spiel sondern eine echte Herausforderung für alle, die Entscheidungen treffen, war ein deutliches Statement des Schiedsrichters.

Dabei sei es wichtig, Entscheidungen als Chance zu sehen, nicht als Belastung. Grundlegende Faktoren seien hierbei, dass sich Bewusstsein der Rolle als Entscheider anzunehmen, mit Chancen und Risiken. Wichtig sei ebenso eine gezielte Vorbereitung, welche aber nicht belastend sein dürfe. Belastungen führen zu Verkrampfungen von Geist und Seele Das Erkennen des Zeitfensters und eine überzeugende Präsentation wäre unerlässlich für das Gelingen einer Unternehmung.

„Eine erfolgreiche Unternehmensführung ist zu 60 % nur bedingt beeinflussbar, denn 30 % machten Erfahrung und 30 % das Einfühlungsvermögen aus. 20 % seien durch Fachkenntnisse und weitere 20 % durch Fitness gegeben“.

Lutz Wagner fügte hinzu, dass 80 % Lösungen die Besten wären. Denn 80 % richtig zu entscheiden hat mehr Wert, als 100 % gar nicht zu entscheiden. Für Entscheidungen erntet man selten Lob  aber häufig Kritik wenn keine Wahl getroffen wird. Auch wenn es sich anfühlt, als ob eine ganze Südtribüne gegen dich ist, ist es wichtig zu seiner Entscheidung zu stehen merkte der ehemalige Schiedsrichter an.

Souveräne Stimme unter Druck und Stress war ein weiterer spannender Vortrag im Arbeitskreis. Eva Loschky lies Funken sprühen! Die Stimmexpertin brachte nicht nur geballtes Wissen zum Thema Stimme und Sprechtechnik mit, sie vermittelte diese Inhalte auch in einmaliger Intensität, unterhaltsam und mitreißend. In diesen Genuss kam auch der Arbeitskreis Unternehmensführung.

Der lebhafte Vortrag riss die Teilnehmer förmlich von ihren Stühlen. Die praktischen Übungen sorgten für gute Laune und zeigten wie einfach es sein kann, sich vor schwierigen Situationen zu entspannen. Ein bisschen Bewegung in stiller Umgebung kann ungemein auflockern. Ihre Empfehlung an die Mitglieder des Arbeitskreises: Lerne von den Gorillas. Gorillas bereiten sich auf schierige Situationen vor. Sie kommunizieren untereinander durch Laute, Gesichtsausdrücke, Körperhaltung und Kraftdemonstration.

 

Autor: Bernd Thöle

 


Kontakt:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:
Rainer Fricke
Fachreferent Sachverständigenwesen, Testbetriebsnetz
Telefon: 0511 3665-4335
Telefax: 0511 3665-4509
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Stand: 26.02.2015