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Vereinfachungen bei Ökologischen Vorrangflächen und bei Flächentausch

Mit der Abwicklung der Flächenanträge auf Agrarförderung vom 15. Mai 2015 bis hin zur Auszahlung der Förderung 2015/2016 haben sich im laufenden Verfahren einige Vereinfachungen ergeben.

Ökologische Vorrangfläche (öVf):

Die Vereinfachungen haben ergeben, dass es nun möglich ist eine öVf-Zwischenfrucht auf einer anderen Fläche anzusäen, als auf der, die am 15.05. dafür gemeldet wurde.

Dabei gilt die Bedingung, dass dies nur ein Schlag sein darf, der bereits auch am 15.05. im Flächenantrag gemeldet wurde.

Ein Wechsel der ökologischen Vorrangfläche (Zwischenfruchtanbau) ist nur unter folgenden Voraussetzungen möglich:

1. Der Wechsel erfolgt auf einem Schlag, der im Sammelantrag bereits ausgewiesen ist.

2. Der Wechsel  muss ebenfalls gem. § 11a InVeKoSV in schriftlicher Form bis zum 01.10. des Antragsjahres der zuständigen Bewilligungsstelle angezeigt werden. Ein solcher Änderungsantrag gilt als genehmigt, wenn die Bewilligungsstelle nicht innerhalb eines Zeitraums von 10 Arbeitstagen nach dem Eingang des Antrages schriftlich mitteilt, dass die Voraussetzungen für die Genehmigung nicht vorliegen oder dass die Prüfung noch nicht abgeschlossen ist.

3. Aus der Änderung dürfen sich hinsichtlich des ausgewiesenen öVF-Anteils keine Änderungen im Sinne von Verbesserung ergeben, d.h. die öVf kann durch diese Änderung nicht gegenüber dem Wert aus dem Antrag erhöht werden.

Beispiel: Der Betrieb bewirtschaftet insgesamt 3 Flächen mit der Bezeichnung A, der Bezeichnung B und C. Auf der Fläche A wurde im Sammelantrag am 15.05.2015 gemeldet, dass hier eine Zwischenfrucht angebaut werden soll,  die als öVf beantragt wurde. Nun ist es möglich, z.B. aus Witterungsgründen, Fläche B statt Fläche A mit dieser Zwischenfrucht zu bestellen, sofern die o.g. Voraussetzungen eingehalten wurden. Trotzdem werden die Greeningbedingungen erfüllt. Ein Wechsel der öVf-Flächen ist also nur unter den drei genannten Voraussetzungen (s.o.) möglich.

Es ist in keinem Fall möglich, die mit dem Sammeltrag 2015 beantragte Gesamtfläche an ÖVf durch ein Nach- oder Ummelden außerhalb der Antragsfristen zu erhöhen.

Flächenabgabe/-tausch:

Wer seine Flächen zum 01.07. eines Jahres an einen anderen Bewirtschafter abgibt (also noch vor Ende des Verpflichtungszeitraums der Anbaudiversifizierung), erfüllt auch dann seine Anbaudiversifizierung, wenn selbst nur noch Flächen mit einer Kulturart (z.B. 100% Mais) zurückbehält, solange der neue Bewirtschafter sich an die Vorgaben der Anbaudiversifizierung hält!

Bezüglich der Einhaltung des Greenings (Anbaudiversifizierung / Ökologische Vorrangfläche / Dauergrünland) werden die Flächen also dem Antragsteller zugerechnet, der sie am 15.05. bewirtschaftet hat. Der Antragsteller steht somit weiter in der vollen Verantwortung. Es ist anzuraten, dass der Flächenübergeber (ggf. schriftlich) dem Flächenübernehmer mitteilt, welchen Verpflichtungen die Flächen unterliegen.

Beispiel: Herr Meyer bewirtschaftet 100 ha Ackerfläche. Auf 75 ha wird Silomais angebaut. Diese Silomaisflächen behält Herr Meyer auch weiterhin in der Bewirtschaftung. Die restlichen 25 ha (20 ha Getreide, 5 ha Ackergras) gibt Herr Meyer zum 01.07. an seinen Nachbarn Herrn Antons ab. Herr Meyer hat also 100% Mais ab dem 01.07. in seinem Betrieb unter eigener Bewirtschaftung. Solange der neue Bewirtschafter Herr Antons sich an die Regelungen der Anbaudiversifizierung hält, die Herr Meyer auf seinen abgegebenen Flächen benötigt, erfüllt Herr Antons für Herrn Meyer die Anbaudiversifizierung. Herr Antons darf also auf den übernommenen Flächen keinen Mais haben, da Herr Meyer laut Antrag 15.05. bereits schon bei 75% ist (de facto im Beispiel auch nicht möglich).

Weiterhin muss Herr Antons zwingend für Herrn Meyer bei zwei Kulturen bis zum 15.07. bleiben. Das  <75%- und >5%-Verhältnis darf bei Herrn Meyer durch den Bewirtschafterwechsel nicht verletzt werden. Die Anbaudiversifizierung Meyers wird trotz Abgabe der Flächen zum 01.07. erfüllt, nur jetzt durch zwei Bewirtschafter.

Berichtigungen zum Sammelantrag (z.B. das Melden anderer Schläge für die övf-Zwischenfrucht aufgrund später Vorfruchträumung) können mit dem Formular unter diesem Link vorgenommen werden.

 


Weitere Informationen zur Umsetzung der neuen Agrarreform finden Sie in folgenden Artikeln:


Bei Fragen rund um die Agrarförderung wenden Sie sich gerne an die Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


Kontakt:
Anna-Lena Niehoff
Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:
Franz-Josef Schoo
Förderung, Betriebswirtschaft, Milchquotenregelung
Telefon: 05439 9407-12
Telefax: 05439 9407-39
E-Mail:


Stand: 02.03.2016