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Auf aktuelle Rahmenbedingungen eingestimmt - Wirtschaftsberater der LWK bilden sich fort

Mit großer Schlagkraft ereilen politische Veränderungen, neue Ereignisse und Überlegungen unsere Landwirtinnen und Landwirte. Die Rahmenbedingungen für viele landwirtschaftliche Unternehmen werden dabei neu justiert. Auf die aktuellen Veränderungen stimmten sich nun 50 Wirtschaftsberater der LWK Niedersachsen während einer zweitägigen Tagung in der Katholischen Akademie Stapelfeld / Cloppenburg ein.

„Die Neuausrichtung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung steht im Spannungsfeld zwischen Politik, Verbrauchererwartung und Ökonomie“ berichtet Dr. Albert Hortmann-Scholten, Leiter des Unternehmensbereichs Betrieb, den anwesenden Wirtschaftsberatern. Allerdings komme dabei die einzelbetriebliche Betrachtung der Ökonomie in der Diskussion deutlich zu kurz. Die anschließende Diskussionsrunde wurde von Ruth Beverborg moderiert.


Inga Garrelfs gab einen Einblick in die Projektarbeit der LWK zum Tierwohl. Die vorläufigen Ergebnisse des BLE-Projekts zur Minimierung von Federpicken und Kannibalismus bei Legehennen wurden vorgestellt. Beides wären Fehlverhaltensweisen, die nicht miteinander korrelieren müssten. Etwaige Probleme wären regelrecht vorprogrammiert, wenn der Betriebsleiter nicht ein 100%-iges Management garantieren könne. 


Wie ticken die Brüsseler Köpfe zum Thema Gemeinsame Agrarpolitik und was erwartet uns nach der jetzigen Förderperiode? Erste Gespräche zur GAP nach 2020 würden bereits jetzt geführt, denn „nach der Reform ist vor der Reform“, erläuterte Jens Mennecke, Vertreter der niedersächsischen Staatskanzlei in Brüssel für das Ressort Landwirtschaft. Zielgerichtete Vorgaben des Kommissars gäbe es derzeit noch nicht. Es wäre nicht auszuschließen, dass zukünftig das Tierwohl an die Prämienzahlung, ähnlich der Greeningkomponente, gekoppelt werden würde.


Wie man Veränderungen annimmt, wie man mit diesen umgeht und dabei ein bestmögliches Ergebnis erzielt, zeigte Kurt Hattinger, Trainer der Andreas-Hermes-Akademie, den Teilnehmern in einem Impulsreferat auf. Die 16 Lebensmotive spielten beim "Change-Management" eine große Rolle.


Weitergeführt wurde diese Thematik im Workshopnachmittag. Andere Kleingruppen beschäftigten sich unter anderem mit der Ausarbeitung der Themen „Beratung in Konfliktsituationen - Liquidtät“, „Der konsolidierte Jahresabschluss“ und „Das Management von Milchpreisschwankungen“. 


Nicht reden, sondern machen – eine Reise zum Erfolg! Hans Höffmann, einer der größten Reiseveranstalter Norddeutschlands und größter Jugendreise-Veranstalter Europas, erzählte den LWK-Wirtschaftsberatern mitreißend und mit großer Offenheit seine Lebensgeschichte, seinen beruflichen Werdegang - und seine Erfüllung, die er darin fand, Ferienlager zu organisieren.


Traditionell beginnt der zweite Tagungstag mit einem Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf den tierischen und pflanzlichen Märkten. Hierzu gewähren die LWK-Marktexperten Dr. Herbert Funk und  Dr. Vinzenz Bauer den Zuhörern Einblicke in das derzeitige Marktgeschehen. Dr. Funk schwört die Anwesenden ein, genauer auf die Abrechnung des Getreidehändlers zu achten. Ein fälschlicherweise höher angesetzter Schwundfaktor auf der Abrechnung bedeute bares Geld, das verloren gehe.


Zwar ist die neue Agrarreform zum Januar 2015 eingeführt worden, doch noch immer gibt es viele Fragen an die Prüfdienste. Reno Furmanek, stellvertretender Leiter der Prüfdienste, gibt den Wirtschaftsberatern einen Einblick in die Arbeit der Prüfdienste und wertvolle Hinweise für die Beratungsarbeit und die Vorbereitung von Vor-Ort-Kontrollen. "Durch die komplizierten Auflagen der Agrarumweltmaßnahmen muss ein Prüfer nunmehr gegebenenfalls mehrfach einen Betrieb zu entsprechenden Fristen anfahren. Mehr Termine, mehr Kontrollaufwand, mehr Zeitaufwand bei uns aber auch beim Betriebsleiter."


Den politischen Stand zur neuen Düngeverordnung präsentierte Jelko Djuren den LWK-Beratern. Es komme viel Arbeit auf die Landwirte, aber auch auf die Berater zu. Die angestrebte Düngebedarfsermittlung sei hochkomplex, auch wenn noch einige Unsicherheiten bzgl. der Verordnungsauslegung bestehen würden. Derzeit sehe es so aus, dass die Breitverteilung der Gülle ab 2020 einzustellen sei. 


In diesem Jahr führte die jährliche Besichtigung eines branchennahen Unternehmens die Berater am zweiten Tagungsnachmittag nach Vechta zur Firma Big Dutchman. Da kaum eine Branche von den Erwartungen der Konsumenten und von gesetzlichen Regelungen so stark getrieben ist wie die moderne Nutztierhaltung, entwickelte Big Dutchman die Konzeptstudie zum Schweinestall 2030. Dabei besteht die Grundidee aus der freien Bewegungsmöglichkeit.  

Für Fragen rund um die oben aufgeführten Themen zur Unternehmensentwicklung stehen Ihnen unsere Unternehmens- und Wirtschaftsberater gern zur Verfügung.

Der 16. Unternehmertag am 22. Oktober 2015 in den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg findet unter dem Titel „Landwirte im Fokus – Tue Gutes und rede darüber“. Melden Sie sich noch heute an!
 


Kontakt:
Anna-Lena Niehoff
Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 15.09.2015