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Düngeverordnung, Digitalisierung und Zukunft der Agrarpolitik: Berater tauschten sich aus!

Am 02. Juni 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft getreten. Im Vergleich zu den bisherigen Regelungen sind die Auflagen deutlich verschärft worden. Auf die Änderungen im Nährstoffmanagement, beim Tierschutz, der Digitalisierung der Buchführung und die zukünftige Agrarpolitik stimmten sich 60 Wirtschaftsberaterinnen und -berater der LWK Niedersachsen während einer zweitägigen Tagung in der Katholischen Akademie Stapelfeld / Cloppenburg ein.

Seit dem 2. Juni 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft getreten. Die bedarfsgerechte steht dabei im Vordergrund. Zwischenfrüchte die bis zum 15.09. gesät werden, dürfen mit maximal 60 kg Gesamtstickstoff bzw. maximal 30 kg Ammoniumstickstoff gedüngt werden. Für die Düngung muss der Düngebedarf ermittelt werden. "Die Düngebedarfsermittlung müsse auf dem Betrieb vorliegen und sei bei Kontrollen CC-relevant", so Tim Eiler, Düngebehörde LWK Niedersachsen. Die Landwirtschaftskammer hat im Internet ein kostenloses Excel-Programm für die Ermittlung des Düngebedarfs nach der Hauptfruchternte 2017 zur Verfügung gestellt, mit dem in einfachen Schritten der N-Düngebedarf ermittelt und dokumentiert werden kann.

Die Möglichkeiten der digitalen Buchführung und der damit verbundenen zahlreichen Möglichkeiten im Datenmanagement im Agrarbüro stellte Frau Dr. habil. Victoria von Coburg, LAND-DATA vor. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) der Finanzverwaltung regeln die Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten. "Bare Geschäftsvorfälle seien täglich, unbare innerhalb von 10 Tagen aufzuzeichnen. Die Buchungen seien innerhalb eines Monats vorzunehmen. Außerdem sei die Unverlierbarkeit und Unveränderbarkeit der Buchungsbelege sicher zu stellen", so Frau Dr. von Coburg. "Digitale Belege seien zwingend im Format des Entstehens aufzubewahren. Für die gesamte Aufbewahrungsfrist der Buchführungsbelege sei deren Lesbarkeit sicher zu stellen. Außerdem seien die Unterlagen stets im Inland zu führen. Systeme wie zum Beispiel Dropbox entfielen damit. Bei all diesen Vorgaben biete das digitale Datenmanagement aber auch viele Vorteile in der Unternehmensführung", berichtete von Coburg.

Die zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik wurde mit Herrn Thomas Dosch, Leiter der Abteilung 1 Landwirtschaft , EU Agrarpolitik , Agrarumweltmaßnahmen im ML diskutiert. "Ein "Weiter so" in der Agrarpolitik sei keine Option", sagte Thomas Dosch. "Eine nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft müsse in den Mittelpunkt gestellt werden. Ein effizienteres Greening und Veränderungen beim Tierschutz seien notwendig. So sei Bewegung in die Diskussion um die Haltung von Sauen im Deckzentrum gekommen. Nachdem Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer einen Vorschlag zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztVO) gemacht habe, wurde nur wenige Tage später auch von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt eine mögliche Lösung präsentiert. Hierüber müsse noch diskutiert werden, um im Ziel eine gemeinsame Formulierung zu finden,  die dann mit entsprechend abgestimmten Übergangsfristen in die TierSchNutztVO übernommen werden könne. Als Ziel solle am 22. September, also noch vor der Bundestagswahl, im Bundesrat darüber beraten und die Bundesregierung dazu aufgefordert werden, die TierSchNutztVO entsprechend anzupassen", so Dosch.

Die Beratungsangebote Betriebswirtschaft, Förderungsberatung der Wirtschaftsberater finden Sie unter Beratung Betriebswirtschaft oder in anliegendem Flyer. Fragen Sie gerne an!


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Kontakt:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 29.08.2017



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