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Ökologischer Landbau: Buchweizen in der Schweinefütterung

Buchweizen zählt zu den Knöterichgewächsen. Die hohe Eiweissqualität des Buchweizens kann auch in der Tierernährung von Nutzen sein. Besonders für die Ökologische Tierhaltung sind Futtermittel mit hochwertigen Eiweißqualitäten von hoher Bedeutung. Der alleinige Einsatz von heimischen Eiweißfuttermitteln, wie Leguminosen, kann zu einer Unterversorgung mit essentiellen Aminosäuren führen. Besonders die Aminosäure Methionin ist hiervon betroffen. Ein Ausgleich findet zurzeit über den Einsatz von konventionellem Kartoffeleiweiß statt. Ein Wegfall dieses Futtermittels unter der Bedingung einer 100 % Biofuttermischung wird unweigerlich die Aminosäurenlücke in der Monogasterfütterung drastisch vergrößern. 

Buchweizenprotein weist ein günstigeres Aminosäurenmuster auf als das Getreideprotein. Die Methionin- und Threoningehalte im Buchweizen liegen ca. um 30 % höher vor als im Getreide. Der Thryptophangehalt ist sogar um 50 % höher als im Getreide.  Die Aminosäurenrelation des Buchweizens ist ähnlich dem der Sojabohne und kommt so den Anforderungen in der Schweinefütterung sehr nahe. Dem gegenüber stehen, ähnlich wie bei Futtererbse, Tanningehalte von 0,33 %. Die relativ hohen Tanningehalte aber auch die rohfaserreichen Schalen, die 20 % des Korns ausmachen, lassen vermuten, dass der Einsatz von ungeschältem Buchweizen in Schweinemastrationen die Futteraufnahme und die Futterverwertung negativ beeinflusst.

In dem von der LWK-Niedersachsen durchgeführten Fütterungsversuch sollte folgende Fragestellung beantwortet werden: Beeinflussen hohe Buchweizenanteile in Vormast- und Endmastfutter die Futteraufnahme und die Mastleistungen von Mastschweinen, und wann ist der Einsatz von Buchweizen in Mastschweinerationen wirtschaftlich?
Der Fütterungsversuch wurde unter konventionellen Haltungsbedingungen in der Leistungsprüfungsanstalt für Schweine in Quakenbr

ück durchgeführt. Als Versuchstiere wurden 80 Kreuzungsferkel getrenntgeschlechtlich aufgestallt. Während der gesamten  Mastperiode wurden alle Tiere ad libitum gefüttert. Die Futtermischungen bestanden aus 100 % konventionelle Futterkomponenten. Die Versuchsration enthielt einen Anteil von 20 % ungeschältem Buchweizen in der Vormast und einem Anteil von 25 % ungeschältem Buchweizen in der Endmast. Es wurde zweiphasig gefüttert, wobei sich die Vormast im Abschnitt von 30 bis 60kg LG und die Endmast von 60 bis 125 kg LG erstreckte.
Die Versuchsgruppe, in der Buchweizen verfüttert wurde, kam in dieser Untersuchung zu den gleichen Leistungsergebnissen, wie die Kontrollgruppe. Mit täglichen Zunahmen von 936 g  in der Kontrollgruppe und 931 g in der Versuchsgruppe bewegten sich beide Mastgruppen auf einem hohen Leistungsniveau. Die tägliche Futteraufnahme war mit 2,5 kg je Tier und Tag identisch. Auch die Futterverwertung mit 1:2,67 und 1:2,69 je kg war nahezu identisch. Die wertbestimmenden Teilstücke wiesen zwischen der Kontrollgruppe und der Versuchsgruppe keine signifikanten Unterschiede auf. Das gleiche gilt auch für die Ausschlachtung und die Fleischqualitätsparameter pH1 und  LF1.
Ungeschälter Buchweizen ist in Schweinemastrationen wirtschaftlich einsetzbar, wenn der Preis unter dem Getreidepreis angesiedelt ist. Dabei ist zu beachten, dass ungeschälter Buchweizen aufgrund des geringen Energiegehaltes und des hohen Rohfaseranteils nur begrenzt einsetzbar ist. Geschälter Buchweizen ist dem ungeschälten Buchweizen vorzuziehen. Da die wertbestimmenden Inhaltsstoffe wie Energiegehalt und Rohproteingehalt in geschältem Buchweizenkorn 10 bis 20 % höher sind. Geschälter Buchweizen darf preislich in der Größenordnung von Futtergetreide liegen.
 


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Stand: 12.07.2017