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Nährwertkennzeichnung gilt nicht für „kleine Mengen“!

Der Arbeitsalltag stellt auch Direktvermarkter und Bauernhofgastronomen immer wieder vor neue Herausforderungen: So werden Gesetzesnovellierungen hinsichtlich der Kennzeichnung bei  diesem Klientel immer mit besonderer Spannung wahrgenommen.
Da ab dem 13.12.2016 die Nährwertkennzeichnung von vorverpackten  Lebensmitteln verpflichtend in der EU eingeführt wird, stellte sich die Frage, ob auch Direktvermarkter dieser Auflage nachkommen müssen oder aber für sie  Ausnahmen gelten.

Im Rahmen einer Hygienefolgebelehrung, die gem. § 4 (1) Lebensmittelhygiene-verordnung  regelmäßig von Personen besucht werden sollte, die außerhalb des privaten häuslichen Bereichs mit Lebensmitteln umgehen, hatte die LWK, Bezirksstelle Braunschweig zu einer solchen Belehrung  mit dem Schwerpunkt Nährwertkennzeichnung eingeladen.

Lange Zeit waren die genauen Durchführungsbestimmungen der Gesetzesnovelle unklar, obwohl das Inkrafttreten unmittelbar bevor steht. Viele Direktvermarkter und Bauernhofgastronomen bangten schon darum, wie sie den Auflagen und Berechnungen bei  ihren diversen Produkten nachkommen sollten. Doch die Referentin Elke Sandvoss von der AST Hildesheim konnte „Entwarnung“ geben, denn die meisten landwirtschaftlichen Direktvermarkter werden wohl von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung ausgenommen sein. So wird  es eine Konkretisierung der Begriffe „lokal“ und „kleine Mengen“ in Deutschland in Form einer nationalen Durchführungsverordnung nach derzeitigem Stand nicht geben.

Dies jedoch verschafft der Direktvermarktung Spielraum, denn Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, brauchen auch künftig nicht mit den sogenannten BIG 7 der Nährwerte deklariert werden.

Doch Achtung: Sobald ein Lebensmittel mit nährwert- oder gesundheitsbezogenen Aussagen wie z.B. „besonders Vitamin C-reich“ oder „Hilft bei Erkältungs-beschwerden“ beworben, ist die Kennzeichnung der Nährwerte auch für Direktvermarkter wieder verpflichtend. Auf derartige werbewirksame Aussagen sollten Direktvermarkter daher lieber verzichten.
Trotz der Erleichterung der Auflagen hatten die Seminarteilnehmer noch zahlreiche Fragen zu ihren Produkten, die die Referentin souverän beantworten konnte.

 


Kontakt:
Sandra Rauers-Greune
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün, Direktvermarktung, Landfrauenverband
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Stand: 03.11.2016