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Winterzeit – Schnittzeit? Wann ist die beste Zeit für den Obstbaumschnitt?

Diese Frage stellten sich auch die Teilnehmer des LWK-Seminares „Einführung in den naturgemäßen Obstgehölzschnitt“, das am Dienstag, 28.02.17 in Salzgitter-Osterlinde stattfand.

Doch der Termin war natürlich nicht umsonst für diese Jahreszeit gewählt worden, denn für einige Obstbäume sind die Wintermonate genau die richtige Zeit für einen Schnitt. Letztlich bestimmt die dafür gewählte Jahreszeit, ob das Wachstum der Gehölze durch den Schnitt angeregt oder gebremst wird. „Im unbelaubten Zustand der Bäume lässt sich besser erkennen, wo das Entfernen der Äste und Zweige am sinnvollsten ist“, erklärte die Referentin Heike Ressmeyer von der LWK, Außenstelle Hildesheim, den Anwesenden. „Außerdem haben die Bäume bei einem Winterschnitt bei frostfreiem Wetter ausreichend Zeit, um sich davon zu erholen und neu auszutreiben“.
Der Obstbaumschnitt im Winter wird allerdings nur bei Kernobst, also Apfel, Birne und Quitte, durchgeführt. Ausnahmen sind Pfirsichbäume, die man erst im April oder Mai schneidet, weil bei diesen Bäumen auf die Blütenknospen geachtet werden muss. Auch Süßkirschen werden nicht im Winter geschnitten, weil die Schnitte bei diesen Bäumen im Winter nicht so gut verheilen und dadurch Krankheitserreger eindringen könnten. Kirschen werden daher besser im Sommer gleich nach der Ernte zurückgeschnitten, ebenso Pflaumen.

Obstbäume sind Kulturpflanzen und benötigen die Pflege des Menschen, um stabil zu Wachsen und somit lange Freude und guten Ertrag zu schenken. Der naturgemäße Obstbaumschnitt hat das Ziel, einen jungen Obstbaum mit möglichst wenig Pflegeaufwand zu einem gesunden und kräftigen Baum zu erziehen und älteren Obstbäumen ein stabiles Grundgerüst zu erhalten.
Im theoretischen Teil des Seminares wurden daher auch die verschiedenen Schnittarten besprochen, die je nach Alter und Art des Baumes zum Einsatz kommen sollten: Im Jahr der Pflanzung erfolgt der Pflanzschnitt. Er legt die künftige Form des Baums fest. Mit dem Erziehungsschnitt wird die spätere Kronenform des jungen Baums festgelegt, wohingegen beim Erhaltungsschnitt übermäßiges Wachstum gebremst und vergreistes Fruchtholz entfernt wird. Werden Obstgehölze nicht regelmäßig geschnitten, überaltern sie, doch mit einem Verjüngungsschnitt kann auch ein alter Baum zu neuem Wachstum angeregt werden.

Neben vielen theoretischen Tipps zum fachgerechten Schnitt von Obstgehölzen wurden auch die geeigneten Schnittwerkzeuge vorgestellt. Dann endlich ging es zur Praxis auf die Obstwiese des Osterlinder Landcafes, wo etliche Obstgehölze darauf warteten, dass die erlernten Schnittregeln von den Teilnehmern unter Anleitung der Referentin angewendet werden konnten.


Kontakt:
Sandra Raupers-Greune
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün, Direktvermarktung, Landfrauenverband
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Stand: 02.03.2017