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Städtern Lust auf Gemüse machen

Wie so etwas gehen kann, stellte Tanja Reverey aus Gehrden-Everloh den Teilnehmerinnen einer Selbstfahrerexkursion für Gartenfreunde am vergangenen Dienstag vor. Der landwirtschaftliche Betrieb Reverey liegt günstig vor den Toren Hannovers und beteiligt sich seit mehreren Jahren am Konzept „meine ernte“, welches als erstes Unternehmen deutschlandweit Familien, Naturbegeisterten und Städtern ohne eigenen Garten die Möglichkeit bietet, sich mit eigenem, frischem Gemüse selbst zu versorgen.

Landwirtschaftliche Betriebe in Stadtnähe, die mit dem Unternehmen kooperieren, bieten als Franchise-Partner Ackerfläche bestellt mit Gemüse zur Pacht an. Hobbygärtner und solche die es werden wollen, können so ein Stück Feld, das bereits professionell vom Landwirt mit über 20 Gemüsesorten und Blumen bestellt ist, für eine Saison mieten. Die landwirtschaftliche Familie - wie die Revereys in Everloh - treten dabei als Dienstleister für den Hobbygärtner auf. Sie bereiten nicht nur das Gartenland vor, sondern stellen während der Saison auch Wasser, Gartengeräte und Kompostabfuhr.
Auch für die Fragen und Probleme der „Gartenbesitzer auf Zeit“ steht Tanja Reverey zur Verfügung. „Ich gehe jeden Abend einmal rüber zu den Parzellen und schaue, ob jemand Fragen oder Probleme hat.“ Gleichzeitig schaut die Landwirtsfrau, die diesen „Betriebszweig“ unter ihre Fittiche genommen hat, ob alles an seinem Platz ist, keine Vliesabdeckung verweht, genügend Wasservorrat da oder ob einer der Pächter seine Parzelle ggf. zu sehr vernachlässigt. Letzteres insbesondere, um nachbarschaftlichen Parzellenkonflikten aufgrund von Übertragung des Unkrautwuchses vorzubeugen. „Ein freundlicher Hinweis reicht schon“, sagt Tanja Reverey augenzwinkernd.

Auftretende Lebensmittelskandale, wie Gammelfleisch, Dioxin-Eier, EHEC, etc., verunsichern viele Menschen. Dadurch nimmt seit Jahren das Bewusstsein für unbelastete Lebensmittel und die Nachfrage nach Bio-Produkten stetig zu. Viele Verbraucher setzen sich zudem mit dem Thema Selbstversorgung auseinander und möchten ihr Gemüse am liebsten selbst anbauen. Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten schmecken nicht nur besser; sie sind frischer, vitaminreicher und damit gesünder. Darüber hinaus bietet der Eigenanbau den Verbrauchern die Möglichkeit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem lange Transportwege für Lebensmittel vermieden werden. Auch das (wieder) Erlernen der Nutzgartenbewirtschaftung, die Auseinander-setzung mit dem Wachsen und Gedeihen steht bei vielen der Parzellenpächtern hoch im Kurs.

Das Konzept „meine ernte“ bietet 2 verschiedene Parzellengrößen an: Den kleinen Gemüsegarten von ca. 45 qm und den Familien-Gemüsegarten mit einer Größe von ca. 90 qm. Von Mai bis November können die Gärtner so fast ihren kompletten Gemüsebedarf decken. Dabei wird das Gemüse ökologisch gepflegt. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel auf den Parzellen ist allen untersaft.

Für Tanja Reverey ist die Zusammenarbeit mit „meine ernte“ eine gute Sache. „Das Unternehmen übernimmt die Planung der Fruchtfolge, managt die Bezahlung und gibt den Kunden zudem über einen regelmäßigen Newsletter Tipps über aktuelle Pflegemaßnahmen, Möglichkeiten einer 2. Pflanz- und Säekombination innerhalb der Saison.“


Kontakt:
Sandra Raupers-Greune
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün, Direktvermarktung, Landfrauenverband
Telefon: 0531 28997-127
Telefax: 0531 28997-111
E-Mail:


Stand: 16.06.2017