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Hintergründe

Optimierung der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung mit dem Ziel, die CO2-Senkenleistung Wald und Holz nachhaltig zu steigern


Herausforderung Klimawandel

Der anthropogene Ausstoß von Treibhausgasen ist die Hauptursache für den Klimawandel. Das Ausmaß des Klimawandels ist unmittelbar mit der zukünftigen Entwicklung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre verknüpft. Schon heute sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt spür- und messbar. Kontrovers diskutiert werden in diesem Zusammenhang verschiedene Szenarien der Entwicklung von Treibhausgasemissionen, von eher konservativen Schätzungen bis hin zu drastischeren. Welche dieser Szenarien auch immer eintreffen werden, der Klimawandel ist bereits Realität und wird sich auch in der Zukunft fortsetzen. Damit einhergehend sind weitreichende Veränderungen von Ökosystemen und Kreisläufen weltweit, mit zum Teil erheblichen Folgen für Mensch und Natur. Diese Effekte sind vielfältig und reichen von Gefahren für die menschliche Gesundheit durch die Ausbreitung von Krankheitsüberträgern wie Mücken bis hin zu Ernteausfällen in der Landwirtschaft durch Dürren und Überschwemmungen. Der Klimawandel greift damit unmittelbar in die Lebensbereiche der Menschen ein. Die Gesellschaften müssen sich verstärkt dem Problem Klimaerwärmung stellen und entsprechende Anpassungstrategien entwickeln.

Wald und Holz im Klimawandel

Das Ökosystem Wald bleibt vom Klimawandel nicht verschont, so sind schon heute Veränderungen messbar. Diese werden vor allem in den Bereichen sichtbar, wo der Wald unmittelbar an andere Vegetationsformen angrenzt. In der Tundra Europas und Asiens breiten sich die Wälder Richtung Norden aus, in den südlichen Gebieten im Bereich der Waldsteppen kommt es zu einem Rückzug des Waldes. Bei uns in Deutschland sind die Voraussetzungen für das Wachstum von Wäldern deutlich besser als an den Waldgrenzen, und die Auswirkungen fallen nicht sofort ins Auge. Trotzdem steht auch der heimische Wald vor großen Herausforderungen. Soll der Wald auch in Zukunft die vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft erbringen, so sind schlüssige Konzepte zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel unabdingbar. Aufforstung, Management von Wäldern und nachhaltige Holznutzung stellen im Klimaschutz bislang die einzigen kostengünstigen Möglichkeiten dar, bereits emittiertes CO2 der Atmosphäre über Photosynthese wieder zu entziehen. Umso wichtiger ist es den Wald an die sich verändernden Umweltbedingungen anzupassen.

Holz ist gespeicherte Sonnenenergie und kann zur Energienutzung verfeuert werden. Natürlich wird bei der Holzverbrennung gespeichertes CO2 wieder freigesetzt. Das so entstandene Kohlendioxid unterscheidet sich jedoch fundamental von dem, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht. Holz aus nachhaltigem Waldbau gibt nicht mehr Kohlendioxid ab, als gleichzeitig durch das Wachstum des Waldes wieder gebunden wird. Man spricht von einem kohlenstoffneutralen Prozess. Wird Holz als Baustoff verwendet, ist zu seiner Bearbeitung viel weniger Energie aus fossilen Brennstoffen notwendig als bei der Herstellung von Beton, Stahl oder Aluminium. Man nennt das Emissionsvermeidung. Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe haben Gestaltungsmöglichkeiten, um die Kohlenstoffbilanz zu verbessern.

In den Bundesländern gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, den Wald fit für sich ändernde Klimabedingungen zu machen. Hierbei stehen vor allem Waldflächen in öffentlicher Hand im Vordergrund. Der Privatwald, vor allem der Kleinprivatwald, stellt in Deutschland jedoch mit 48% (Niedersachsen 59%) der Waldfläche den mit Abstand größten Anteil. In Deutschland gibt es schätzungsweise 2 Millionen Privatwaldbesitzer, Besitz- und Größenstruktur der Waldflächen erschweren häufig eine kostendeckende und planvolle Bewirtschaftung. Vor dem Hintergrund der Herausforderungen die sich aus dem Klimawandel ergeben und der vorherrschenden Strukturen muss der Privatwald stärker bei der Anpassung der Wälder an den Klimawandel unterstützt werden.


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Stand: 03.07.2017