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Arbeitspakete

Optimierung der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung mit dem Ziel, die CO2-Senkenleistung Wald und Holz nachhaltig zu steigern


AP 1: Naturaldaten Wald                                                                     

Im Arbeitspaket 1 wird der Ist-Zustand des Waldes aller Besitzarten im Landkreis Harburg erhoben und die vorhandene Kohlenstoffspeicherleistung des bestehenden Waldes ergründet. Hierzu werden unterschiedliche Modellansätze zur Abschätzung des derzeitigen, aber auch des zukünftigen Holzzuwachses und somit der Kohlenstoffspeicherleistung verwendet. Dies erfolgt durch die Kalibrierung vorhandener Ertragstafeln und durch die Simulation von Waldbeständen anhand spezieller Software zur Waldwachstumssimulation.

Das Arbeitspaket 1 wird von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) als Projektpartner bearbeitet.
Im Ergebnis wird das energetische und stoffliche Nutzungspotenzial (technisch, wirtschaftlich), das in der Region erzielt werden kann, erhoben.


AP 2: Optimierung Wald

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Geschäftsbereich Forstwirtschaft setzt sich gemeinsam mit dem Projektpartner NW-FVA mit der Aufgabenstellung des zweiten Arbeitspakets auseinander. Die Thematik dieses Arbeitspaketes beinhaltet die Berücksichtigung unterschiedlicher zukünftiger Waldbaustrategien zur Festlegung leitbildorientierter Waldbauvarianten. Für die Entwicklung von Waldbauvarianten werden jeweils folgende übergeordnete Ziele ermittelt:

- möglichst hohe CO2-Speicherleistung

- möglichst hoher ökonomischer Ertrag

- möglichst hohe Grundwasserneubildung / geringe Nitrateinträge

- möglichst hohe Naturnähe/Attraktivität

- Status Quo

- Prozessschutz

Hierauf aufbauend werden geeignete Baumarten und Baumartenmischungen identifiziert und als Waldbauvariante angeboten. Um bestimmte Zielsetzungen in der Fläche zu erreichen, wird ein Anreizsystem erarbeitet und in Forstbetrieben erprobt. Parallel hierzu wird ein Unterstützungsmodell für forstliche Berater und Bewirtschafter aufgebaut. Entsprechend der Ausgangslage und unter Berücksichtigung des jeweiligen Einzelbestandes werden Empfehlungen für die weitere Bestandsbehandlung gegeben sowie Chancen und Risiken dargestellt.


AP 3: Holzverwendung

Das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e. V. bearbeitet das Arbeitspaket 3 zusammen mit dem Kompetenznetz für Nachhaltige Holznutzung (NHN) e. V. und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Geschäftsbereich Forstwirtschaft.

In diesem Arbeitspaket erfolgt die quantitative Abschätzung der derzeitigen stofflichen und energetischen Holzverwendung in der Region. Die Datenbeschaffung soll durch Befragung der regionalen, relevanten Beteiligten der folgenden Wirtschaftssegmente der Holzverarbeitung erfolgen:

- Rohholzaufkommen:
allgemeiner Waldbestand, Einschlagsmengen, Sortimente, Verwendung der Sortimente und   Verkaufswege ab Waldstraße

- Rohholzverarbeitung:
Holzeinkauf, Sägewerke, Wege des gesägten Holzes, Nutzungspfade der Sägenebenprodukte

- Holzverwendung & -verarbeitung:
Zimmererverband, Kreishandwerkerschaft, Tischlerinnung, Zellstoff-/Papierproduktion, Energiesektor (Brennstoffproduzenten und Händler)

Anhand der ermittelten Wege des eingeschlagenen Holzes wird abgebildet, welche CO2-Speicherleistung hierdurch erfolgt. Dies ist abhängig von der Nutzung des jeweiligen Produktes. Die jeweilige CO2-Speicherleistung ermittelter Produktgruppen wird anhand der entsprechenden Produktlebensdauer ermittelt.


AP 4: Optimierung Holz

In diesem Arbeitspaket hat das 3N Kompetenzzentrum e. V. in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Geschäftsbereich Forstwirtschaft das Ziel die regionale Holznutzung im Projektgebiet zu bewerben und möglichst zu erhöhen. Im Mittelpunkt dieses Arbeitspaketes steht die Entwicklung eines exemplarischen Marketingkonzeptes für die Region, um für die Kaskadennutzung von Holz zu werben. Es sollen des Weiteren abgestufte Maßnahmenvorschläge erarbeitet werden, die zur Förderung der stofflichen Holzverwendung in Sägewerksprodukten und Holzwerkstoffen beitragen.

Weiterhin erfolgt in diesem Arbeitspaket eine Bewertung des Energieholzmarktes. Hier spielen neben der Erfassung der aktuell verfügbaren und genutzten Holzmengen die folgenden Faktoren eine wichtige Rolle:

- Energiemarkt fossiler Energieträger:
Veränderungen der Nachfrage nach fossilen Energieträgern und Strom und deren Preisentwicklung, sowie Verbrauchsentwicklung bei Wärme und Strom

- Gesetzlicher Rahmen:
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz, Bundesimmissionsschutzgesetz, Bundesnaturschutzgesetz, Zertifizierung

- Stoffliche Holznutzung:
Entwicklung der Nachfrage und Preisniveau von Sägeprodukten, Sägenebenprodukten, Zellstoff, Holzwerkstoffen, etc.

Die wichtigsten Einflussgrößen auf diese Faktoren werden erfasst, beschrieben und in ihrer Wirkung auf die verschiedenen Segmente des Energieholzmarkts qualitativ bewertet. So entsteht ein Bild der Einflussfaktoren, die den Energieholzmarkt kurz-, mittel- und langfristig prägen werden.

Die Beschreibung der Einflussfaktoren ermöglichen die Bewertung der aktuellen Stärken und Schwächen sowie der zukünftigen Chancen und Risiken des Einsatzes der betrachteten Brennstoffsortimente Scheitholz, Pellets und Hackschnitzel in kompakten SWOT-Analysen1. Auf Basis dieser Marktbewertung werden Vorschläge für Maßnahmen zur Ausweitung des Holzeinsatzes im Energiesektor entwickelt.

Neben den genannten Aufgaben wird im Verlauf des Projektes untersucht, ob und gegebenenfalls in welcher Form ein Zertifikat für CO2-Einsparung oder Sequestrierung für die Region entwickelt und auf den Weg der Anwendung gebracht werden kann.


AP 5: Projektbeirat

Mit dem fünften und letzten Arbeitspaket, dem Projektbeirat, soll schließlich allen auch nur irgendwie mit Wald befassten Institutionen, Einrichtungen oder Gruppen – von Anfang an – eine Beteiligungsmöglichkeit eröffnet werden. Wir denken dabei an verschiedene behördliche Akteure z.B. aus der Kreisverwaltung, an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) oder auch an die gewählten Volksvertreter der Region, dann aber auch an Wissenschaftler aus unterschiedlichen mit der Thematik befassten Forschungseinrichtungen. Daneben sollen selbstverständlich die verschiedenen Waldeigentümer, die Holzabnehmer der unterschiedlichsten Art, die Naturschutzverbände und noch viele weitere Gruppen, wie z.B. forstliche Lohnunternehmer, das Landvolk oder die Tourismuswirtschaft möglichst umfassend beteiligt werden.

Es sind ganz konkrete Absichten, die wir mit dem Projektbeirat verfolgen. Die drei wichtigsten sind:

- gegenseitige Information (z.B. über Projektergebnisse oder über spezielle Auswirkungen der Projektergebnisse auf einzelne Interessen oder Belange)

- offener Austausch (z.B. über zukünftige Handlungsoptionen)

- die Weitergabe von Anregungen für die weitere Projektarbeit


Kontakt:
Torben Hansen
Projektmitarbeiter
Telefon: +49(0)511 3665-1446
Telefax: +49(0)511 3665-1513
E-Mail:
Jean-Lionel Payeur-Poirier
Projektmitarbeiter
Telefon: +49(0)511 3665-1147
Telefax: +49(0)511 3665-1513
E-Mail:


Stand: 03.07.2017