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Flächendeckende Waldstrukturdatenerhebung - Daten für eine erfolgreiche Beratung und Betreuung des niedersächsischen Privatwaldes

Mehr als die Hälfte des niedersächsischen Waldes befindet sich im Besitz privater Waldeigentümer. Den größten Anteil (ca. 80 %) dieser rund 600.000 ha Privatwald nehmen Betriebe mit einer Größe von weniger als 200 Hektar ein. Aufgrund dieser kleinstrukturierten Besitzverhältnisse ist eine planmäßige, nachhaltige Bewirtschaftung teilweise schwierig. Diese Wälder erfüllen gleichwohl wichtige Funktionen zum Nutzen der Eigentümer und dem Gemeinwohl der Gesellschaft.
Auf rund 400.000 ha konnten seit Anfang der 1990 `er Jahre Waldinventuren durchgeführt werden. Für mindestens 200.000 ha Privatwald existieren bislang keine entsprechenden Waldstrukturdaten.

Mit der Waldstrukturdatenerfassung im niedersächsischen Privatwald werden
-die Voraussetzungen für eine gezielte Beratung der Waldbesitzer durch die forstlichen Betreuer optimiert,
-die Stabilität und die ökologische sowie ökonomische Leistungsfähigkeit des privaten Waldbesitzes in Niedersachsen verbessert,
-der Erhalt und die Sicherung aller Waldfunktionen für Waldbesitzer und Gesellschaft unterstützt.

Außerdem ist die Erfassung der vorhandenen Waldstrukturen, Grundlage für den planvollen Umbau von Waldbeständen in Richtung naturnaher Waldbewirtschaftung und zur Entwicklung von Strategien gegen die Folgen des Klimawandels.

Die Maßnahme wird auf Grundlage der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung Forstwirtschaftlicher Maßnahmen in den Ländern Niedersachsen und Bremen“ als Vorarbeit zur Umstellung auf eine naturnahe Waldwirtschaft mit Bundes- und Landesmitteln gefördert.

Arbeitsverfahren:

Mit einer Arbeitskarte, basierend auf aktuellen Luftbildern, geht der Forsteinrichter (Taxator) durch die Bestände. Er ermittelt die vorkommenden Baumarten, Mischungsanteile, Alter, Leistungs- und Wertklassen und den Bestockungsgrad (Dichtstand der Bäume). Dabei wird gemarkungsweise der gesamte mit der Erhebung einverstandene Privatwald aufgenommen.
Das Inventurgebiet umfasst die Gesamtfläche eines Forstwirtschaftlichen Zusammenschlusses oder eines ganzen Landkreises. Die Vorgaben des Datenschutzes werden dabei in besonderem Maße berücksichtigt. Die betroffenen Waldbesitzer werden im Vorfeld über die geplanten Erhebungen informiert und können sich entscheiden, ob ihre Waldbestände erhoben werden sollen.

Ergebnisse:
Die Eingabe und Auswertung wird mit der Forsteinrichtungs-/Inventur-Software der Landwirtschaftskammer „Waldkat_Web“ vorgenommen. Das Programm bietet dem Forstlichen Zusammenschluss und dem betreuenden Bezirksförster umfangreiche Möglichkeiten für eine zielgerichtete Beratung der Waldbesitzer. Es können z.B. umbau-würdige Nadelholzreinbestände identifiziert und angezeigt werden.

Das „Waldkat_Web“ ist in der neuesten Ausbaustufe eine Lösung, die von jedem Web-fähigen Computer bedient werden kann. Sämtliche Naturaldaten, wie auch die kartographischen Ergebnisse werden abrufbar vorgehalten.

Aus den erhobenen Bestandesdaten können außerdem u.a. der vorhandene Holzvorrat und der erwartete Zuwachs ermittelt werden. Für einen forstüblichen Planungszeitraum von 10 Jahren lassen sich damit für das Erhebungsgebiet waldbauliche Empfehlungen zu nachhaltigen Nutzungsmöglichkeiten, Bewirtschaftungsstrategien, Waldschutzrisiken, Holzernte-/Transportlogistik und Flächenpotenzialen für Umbaumaßnahmen im Rahmen naturnaher Waldbewirtschaftung herleiten.

Es werden zusätzlich farbige Forstbetriebskarten mit entsprechendem Einteilungsnetz auf Gemarkungsebene erstellt.



Die Waldstrukturdatenerhebung ist neben der forstlichen Standortkartierung das wichtigste Handwerkszeug unserer Bezirksförster.


Kontakt:
Uwe Bohnhorst
Fachreferent Forsteinrichtung
Telefon: 0511 3665-1362
Telefax: 0511 3665-1513
E-Mail:
Martin Hillmann
Leiter Fachbereich Forsteinrichtung, Bewertung, Waldinventur Raumordnung, Naturschutz
Telefon: 0511 3665-1441
Telefax: 0511 3665-1513
E-Mail:


Stand: 06.02.2017