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Ergebnisse der 26. Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission Northeim (Niedersachsen) vom 11.01.2017.

Eiche erneut im Preis gestiegen – Eschenpreis gesunken

Am 11.01.2017 fand die Gebotseröffnung der 26. Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission Northeim traditionell als gemeinschaftliche Veranstaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Holzlagerplatz Vogelbeck GbR und den Niedersächsischen Landesforsten A.ö.R. statt.

Die Northeimer Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission ist einer der größten Meistgebotstermine in Deutschland. Angeboten werden dort wertvolle Eichen- und sogenannte Buntlaubholzstämme (z.B. Esche, Bergahorn, Kirsche), die auf drei Lagerplätzen in Südniedersachen nämlich Vogelbeck, Suterode und Liebenburg präsentiert werden. Der Holzlagerplatz des Privatwaldes in Vogelbeck ist mit einer angebotenen Menge von 1.392 Fm einer der bedeutendsten Wertholzplätze in Deutschland. Er steht im Eigentum der Forstbetriebsgemeinschaften Northeim und Südhannover, die zugleich die Gesellschafter der Holzlagerplatz Vogelbeck GbR sind.

Nachdem die Anfuhr des Holzes bis Anfang Dezember auf die Lagerplätze erfolgte, wurden kurz vor Weihnachten Submissionsverzeichnisse mit den Angaben über Qualität und Maße der Wertholzstämme an 190 deutsche und europäische Holzkäufer versandt.

Das Holzangebot war mit 4.307 Festmeter (1 Festmeter (Fm) entspricht 1 Kubikmeter Holz) um die Hälfte größer als im Vorjahr. Dominierende Holzart war mit 2.218 Fm die Eiche gefolgt von der Esche mit 1.839 Fm.

Am Mittwoch, dem 11.01.2017 wurden dann die in verschlossenen Umschlägen abgegebenen Gebote geöffnet und ausgewertet.

Die Resonanz war sehr gut. Es haben 36 Holzkäufer aus Deutschland, Polen und Dänemark insgesamt 12.888 Gebote abgegeben. Das sind sehr gute 7,5 Gebote pro Los (ein Los ist eine Verkaufseinheit und kann aus einem oder mehreren Stämmen bestehen). 99 Prozent des angebotenen Holzes konnten zugeschlagen werden. Sowohl für den Privatwald als auch für den Landeswald sind die Ergebnisse ausgezeichnet.

Eiche
Bereits im Vorfeld signalisierten die Käufer ein hohes Interesse an Eichenstammholz. Eiche ist seit Jahren bei vielen Verwendungen im Möbel-, Fußboden und sonstigem Hausbau in Mode. Hochwertige Eiche werden zudem als Fassholz eingesetzt. Die angebotene Eichenmenge war um 47 % größer als im Vorjahr. Die Anzahl der Gebote lag mit 10,6 Geboten je Los auf dem hohen Vorjahrsniveau. Der Durchschnittspreis stieg im Vergleich zum Vorjahr von 546 €/Fm auf einen neuen historischen Höchststand von 580 €/Fm. Den höchsten Preis pro Fm erreichte eine Eiche in Furnierqualität mit 1.248 €/Fm.

Interessant war das Angebot an sogenannten „Katzenpfoteneichen“. Das sind Eichen mit Beulen und feinen Ästchen, sogenannten Wasserreiserkröpfe, die ein sehr begehrtes Furnierbild geben. Die eigentlich für die Sägewerke minderwertigen Eichen wurden mit bis zu 487 Euro pro Festmeter verkauft.

Esche
Der Markt für gutes Eschenstammholz ist trotz der Zwangsnutzungen durch das Eschentriebsterben schon im Frühherbst gut gewesen. Folgerichtig wurde auch hier das Angebot deutlich um 47 % ausgeweitet. 19 Bieter haben im Durchschnitt 3,9 Gebote auf die 681 Eschenlose abgegeben. Der Durchschnittspreis ist mit 217 €/Fm auf das Niveau des Jahres 2015 gefallen. Dies lag vor allem an der geringen Qualität einiger Eschenlose und nicht an einer schlechteren Marktlage. Das Interesse vieler Bieter an hochwertiger Esche war nämlich sehr hoch und die gebotenen Preise von 280 €/Fm und mehr etwa auf Vorjahresniveau. Die am höchsten bebotene Esche erbrachte 622 €/Fm, was allerdings auf einem Versehen des Bieters beruhte.

Bergahorn

Wegen der verhaltenen Nachfrage wurde auch in dieser Saison das Angebot an Bergahorn mit 47 Fm geringgehalten. Dennoch war die „Braut der Submission“, das heißt der teuerste Stamm, ein Bergahorn. Er wies eine sogenannte Riegelung auf. Das ist eine seltene Veränderung des Holzfaserverlaufs, die bei Furnierkäufern sehr beliebt ist. Der Bergahorn aus einer Forstgenossenschaft erbrachte 3.112 Euro je Festmeter. Ansonsten ist der Durchschnittspreis von 444 €/Fm (Vorjahr 551 €/Fm) wegen der geringen Menge und der großen Spanne der angebotenen Qualitäten nicht aussagefähig.

Kirsche, Rüster, Linde

Auch bei der Kirsche wurden marktbedingt mit 22 Fm (Vorjahr10 Fm) nur geringe Mengen angeboten. Die beste Kirsche erbrachte einen Preis von 389 €/Fm (Vorjahr 248 €/Fm), der Durchschnittspreis lag bei 238 €/Fm (Vorjahr 179 €/Fm). Die 7 Lose Rüster (Ulme) des Termins wurden durchschnittlich mit 333 €/Fm beboten. 27 Fm Linde erzielten im Durchschnitt 121 €/Fm und in der Spitze sogar 208 €/Fm.

Lärche, Douglasie

Auf dem Lagerplatz Vogelbeck wurden 67 Fm Lärche und 44 Fm Douglasie und damit etwas mehr Nadelholz als im Vorjahr angeboten. Etwa ein Drittel des Lärchenangebots erlöste qualitätsbedingt deutlich unter 100 €/Fm. Der Durchschnittspreis bei Lärche sank deswegen auf 168 €/Fm (Vorjahr 196 €/Fm). Unter Ausschluss dieser Qualitäten ergäbe sich ein sehr guter Durchschnittspreis für Lärche von 219 €/Fm. Die am höchsten bebotene Lärche stammt aus dem vom Landwirtschaftskammerforstamt Südniedersachsen betreuten Privatwald und erbrachte sehr erfreuliche 512 €/Fm. Der Durchschnittspreis für die angebotene Douglasie stieg auf 207 €/Fm (Vorjahr 184 €/Fm).

Gesamtbewertung

Bei der diesjährigen Wertholzsubmission wurde das Angebot an Eiche und Esche deutlich ausgeweitet. Der Eichendurchschnittspreis ist bei anhaltend hohem Käuferinteresse erneut gestiegen und markiert damit einen neuen Höchststand in der Tradition der Northeimer Wertholztermine. Der Eschendurchschnittspreis ist wieder auf das Niveau des Jahres 2015 gefallen. Die Angebotsausweitung ging bei der Esche offensichtlich zu Lasten der Qualität. Nicht zuletzt deswegen war auch das Käuferinteresse spürbar geringer. Die seit Jahren verhaltene Marktlage für Bergahorn und Kirsche hat sich grundsätzlich bestätigt. Lärche und Douglasie erzielten qualitätsbereinigt ein etwas besseres Ergebnis als im Vorjahr. Insgesamt charakterisieren ein historischer Höchststand des Eichenpreises, ein qualitätsbedingt gesunkener Eschendurchschnittspreis und ein anhaltend hohes Käuferinteresse das Ergebnis der 26. Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission Northeim.   


Kontakt:
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Leiter Forstamt Südniedersachsen
Telefon: 05121 7489-80
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E-Mail:
Ulrich Besa
Büroleiter Forstamt Südniedersachsen
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Stand: 30.01.2017