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Gartenbau: Mikrobielle Eigenschaften von Kultursubstraten kaum erforscht

Kultursubstrate im Gartenbau sind nicht steril, sondern mehr oder weniger belebt. Dies gilt für Substrate mit Bestandteilen wie Rindenhumus oder Kompost, aber auch für reine Torfsubstrate.

Bild: Verpilzung durch Athelia turficola

Vielfach werden diese Mikroorganismen nicht sichtbar und schaden der Pflanze nicht. Einige können sogar pflanzenschädigende Mikroorganismen unterdrücken und werden den Substraten z. T. gezielt zugegeben. Gelegentlich treten jedoch auch deutlich sichtbare Verpilzungserscheinungen auf. So kann es bei verpackten Substraten zu einem verstärkten Pilzwachstum im Grenzbereich zwischen Verpackung und Substrat kommen oder Pilzstrukturen werden an der Substratoberfläche während der Kultur sichtbar. Das Bild zeigt eine „versteckte“ Verpilzung des Ballenbodens im Bereich der Topfbodenlochung. Warum und unter welchen Bedingungen es zu einer massenhaften Vermehrung einzelner Mikroorganismen in Substraten kommt ist heute noch nicht geklärt. Eine genauere Kenntnis über die mikrobiellen Substrateigenschaften ist jedoch wichtig, um die positiven Fähigkeiten der Mikroorganismen zu nutzen und die negativen Erscheinungen zu vermeiden. An den Grundlagen wird an verschiedenen Einrichtungen geforscht. Auch die LVG Ahlem versucht in Zusammenarbeit mit der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e. V. praxisgerechte Lösungsansätze zu erarbeiten.

 


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Michael Emmel
Versuchswesen Zierpflanzen,Diagnose
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Stand: 16.12.2010