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Bad Zwischenahner Beet- und Balkonpflanzenseminar

Lang anhaltende, intensive Regenfälle in den Tagen vor dem Bad Zwischenahner Beet- und Balkonpflanzenseminar konnten die gute Stimmung bei den Tagungsteilnehmern nicht vermiesen. Denn obwohl Petunien und Verbenen sich eher erbärmlich präsentierten, gab es im Freiland noch genug Blühendes im Prüffeld der Lehr– und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn zu sehen.

So zeigten sich Begonien im Kübel und Kasten erstaunlich blühstark. Auch Engelsgesichter (Angelonia), Wandelröschen (Lantana) oder Schopflavendel (Lavandula stoechas) blieben vom schlechten Wetter der vorangegangenen Tage unbeeindruckt und blühten in voller Pracht. Darüber hinaus sorgten informative, kurzweilige Vorträge und eine umfassende, gut besuchte Firmenausstellung für zufriedene Gesichter bei Besuchern, Ausstellern und den Veranstalter.

Informative Vorträge zu den Themen Sorten, Licht und Pflanzenschutz

Dr. Elke Ueber, LVG Bad Zwischenahn, präsentierte eine Auswahl der besten Beet- und Balkonpflanzen 2017. Gar nicht so einfach, bei über 700 Prüfsorten. Diese werden von der Körkommission in dreiwöchigen Abständen begutachtet und bewertet. Abschluss bietet dann der Körbericht, der allen teilnehmenden Besuchern ab Mitte September zur Verfügung gestellt wird.

In den nächsten fünf bis zehn Jahren ist nicht mit einer Verdrängung der bisher üblichen Assimilationslampen durch moderne LEDs zu rechnen, so Dr. Dirk Ludolph in seinem Vortrag zum Thema LED. Dafür seien diese nach wie vor zu teuer und lohnen sich höchsten für Spezialbetriebe und besondere Anwendungen.

Über eine weitere Form der Belichtung, nämlich den Einschub von Lang- oder Kurztag bei verschiedenen Zierpflanzenarten berichtete Peter Houska, LVG Ahlem. Auch bei modernen, gut durchgezüchteten Sorten kann diese Kulturmethode Sinn zur Qualitätsverbesserung und Blühverfrühung machen.

Spätestens ab 2018 ist mit einer einschneidenden Verringerung der zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmittel zu rechnen. Dr. Karin Reiß, Syngenta, nannte unter anderem hohe bürokratische Hürden, sowohl auf EU- als auch auf Bundesebene, als Grund für diese Einschnitte. Im Unterglasanbau sei die zukünftige Situation noch etwas positiver zu bewerten als im Freiland.

Alternative Methoden zum Einsatz von Chemie führen leider auch nicht immer zum gewünschten Erfolg, wie Dr. Elke Ueber anhand ihrer Versuchsergebnisse zur Hemmwirkung von Effektiven Mikroorganismen ausführte. Auch Additive, die die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln verbessern sollen, führten am Beispiel von Hemmstoffen zu einer unbefriedigenden Wirkung.

Den ganzen Tag blieb das Wetter freundlich und trocken und lud zur Besichtigung der Sortimente im Freiland ein, was von den Besuchern reichlich genutzt wurde.


Kontakt:
Dr. Elke Ueber
Versuchswesen Zierpflanzen
Telefon: 04403 9796-15
Telefax: 04403 9796-10
E-Mail:


Stand: 31.07.2017