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TeiGa: Torfersatzstoffe im Gartenbau - Versuche im Verbundprojekt

Torf ist der Substratausgangsstoff der Wahl für die meisten Produktionsgärtner. Der Rohstoff ist lange bewährt und die Kulturverfahren sind darauf angepasst. Aus Gründen des Klimaschutzes wird nunmehr verstärkt nach Möglichkeiten gesucht, den Torfanteil in den Substraten durch den Einsatz von Torfersatzstoffen zu reduzieren. In einem Verbundprojekt zum Thema Torfersatzstoffe im Gartenbau (TeiGa) werden daher verschiedene torfreduzierte und torffreie Substrate unter die Lupe genommen.

Im Verbundprojekt „Einsatz von Torfersatzstoffen im Gartenbau“, kurz TeiGa, werden Möglichkeiten und Risiken in der Kultur mit torfreduzierten und torffreien Substraten aufgezeigt und Empfehlungen für den Umgang mit diesen Substraten entwickelt. Diese Empfehlungen werden als Informationen für Hersteller, Produktionsgärtner, Handel und Verbraucher veröffentlicht, um zu gewährleisten, dass jeder Teil der Vermarktungskette die veränderte Handhabung mit einer Pflanze in torfreduziertem Substrat kennt.

Hintergrund der Bemühungen ist die Tatsache, dass der Abbau von Torf CO2 und Methan freisetzt und Torf zudem eine endliche Ressource darstellt. Daher ist es umweltpolitisch gewünscht, die Nutzung von Torf langfristig zu reduzieren. Der Weg zur Torfreduktion führt über die Produktionsgärtner. Dafür müssen jedoch Kulturrisiken ausgeschaltet oder minimiert werden, um die Pflanzenproduktion in torfreduzierten Substraten attraktiv zu machen.

Schon heute werden zu verschiedenen Anteilen organische Torfalternativen wie Rindenhumus, Kokos, Holzfaser und Kompost sowie mineralische Komponenten wie Perlite, Blähton oder Vulkangestein in gartenbaulichen Substraten eingesetzt. Diese und andere Torfersatzstoffe haben sehr unterschiedliche chemische, physikalische und biologische Eigenschaften, die das fertige Substrat beeinflussen. Aufbauend auf Vorstudien werden nun verschiedene torffreie und torfreduzierte Substratmischungen für Baumschul-, Zierpflanzen- und Gemüsekulturen sowie Topfkräuter getestet. Dabei werden wirtschaftlich relevante, empfindliche Kulturen berücksichtigt, Kulturmaßnahmen angepasst und die Haltbarkeit der Pflanzen in den verschiedenen Substraten untersucht. Diese Versuche werden in den ersten zwei Jahren in den Versuchsbetrieben durchgeführt, während im dritten Jahr eine Praxisphase folgt. Hier sollen die erarbeiteten Maßnahmen auf ihre Tauglichkeit im gärtnerischen Produktionsbetrieb getestet werden.

Wichtig ist außerdem die Bündelung und Weitergabe von Informationen zum Thema Torfersatzstoffe. Hierzu wird auf der Internetplattform Hortigate ein eigener Informationsbereich zum Thema Torfersatzstoffe eingerichtet, auf dem Gärtner und andere Interessierte Versuchsberichte abrufen können. Des Weiteren wird auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen regelmäßig über den Verlauf des Projektes berichtet.


Die wichtigsten Daten

Laufzeit: März 2016 bis Ende Februar 2019

Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Beteiligte Institutionen:

    Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Lehr und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn-Rostrup
(Projektkoordination, Baumschule)
Ansprechpartner: Mario Reil, Heinrich Beltz

Lehr und Versuchsanstalt für Gartenbau Hannover-Ahlem
(Zierpflanzenbau)
Ansprechpartner: Niklas Ahrens, Michael Emmel

    Leibniz Universität Hannover

Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme, Abteilung Systemmodellierung Gemüsebau
(Gemüsebau und Topfkräuter)
Ansprechpartner: Jan SolbachAndreas Fricke

Links

Ankündigung des Projektes TeiGa

Informationen zum Projekt TeiGa beim Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz

Informationen zum Thema Torf im Gartenbau auf der Seite des IVG

Versuchsberichte zum Thema Torfersatzstoffe im Gartenbau in Hortigate


Kontakt:
Mario Reil
Versuchswesen Baumschule
Telefon: 04403 9796-47
Telefax: 04403 9796-10
E-Mail:


Stand: 13.09.2017