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Deutsche Genbank Rhododendron: Wissenswertes über Pflanzung und Pflege von Rhododendron

Nicht nur die Sammlungen der Deutschen Genbank Rhododendron tragen zum Erhalt der Rhododendron-Vielfalt in Deutschland bei. In vielen privaten Gärten gedeiht diese ebenso üppig. Was gilt es dafür zu beachten? Wir geben Ihnen einige Anhaltspunkte.

Standortbedingungen

Ausgehend von ihren Naturstandorten bevorzugen Rhododendron gemäßigte Klimate. Ideale Standorte zeichnen sich durch eine hohe relative Luftfeuchte, kühle, feuchte Sommer und kurze Kälteperioden mit wenig Frost im Winter aus. Bei der Auswahl von Arten und Sorten ist vor allem auf die Frosthärte, die sehr unterschiedlich sein kann, zu achten.
Rhododendron brauchen einen vor austrocknenden Winden geschützten Standort. Vor allem bei Immergrünen ist der Windschutz im Sommer sowie im Winter sehr wichtig, da sie ständig Wasser verdunsten. Zum Ausgleich des Wasserverlustes brauchen sie eine ausreichend hohe Luft- und Bodenfeuchtigkeit.

Zwei blaue Stühle laden vor üppig blühenden Rhododendron zum Verweilen ein
Rhododendron benötigen lichten Schatten, vor allem an Standorten mit geringerer Luftfeuchtigkeit und höherer Sonneneinstrahlung. Schattenspender können z. B. große Gehölze oder Hauswände sein. Dies gewährleistet Blütenreichtum und ein gesundes Wachstum. Bei stärkerer Beschattung lassen Blühwilligkeit und die Länge der Blütezeit nach. Auch der Wuchs wird locker und sparrig. Eine weitere Folge von zu tiefem Schatten in Verbindung mit viel Feuchtigkeit kann unerwünschte Algenbildung auf der Belaubung sein.

Der optimale Boden für Rhododendron sollte humushaltig und locker sowie wasser- und luftdurchlässig sein. Das dichte, feine Wurzelwerk der Rhododendron ist überwiegend in der obersten humosen Schicht des Bodens zu finden. Ein durch Verdichtung und Staunässe hervorgerufener Sauerstoffmangel an den Wurzeln kann zum Absterben der Rhododendron führen. Auch fördern staunasse Bedingungen den Befall mit Krankheitserregern, wie z: B. Phytophthora.
Wichtig ist der pH-Wert des Bodens. Optimale pH-Werte liegen im sauren Bereich zwischen 4,0 und 5,0. Ab einem Wert von pH 6,0 lässt das Wachstum der Pflanzen deutlich nach, es kommt zu Wuchsdepressionen und Chlorosen an den Blättern.

Garteneinblick: Rasenfläche vor blühenden Azaleen
An zunächst ungeeigneten Standorten können durch Lockerung des Pflanzbereichs, u. U. Korrektur des pH-Wertes und je nach Bedarf Zugabe von humushaltigen Substanzen wie Torfmull oder Rhododendron-Pflanzerde gute Wachstumsbedingungen geschaffen werden. Aufwendiger ist die Vorbereitung extremer Bodenarten wie schwerer Lehm- oder Tonböden, die durch ihre dichte Lagerung wenig wasser- und luftdurchlässig sind und häufig einen hohen pH-Wert aufweisen. Hier empfiehlt sich entweder ein Bodenaustausch oder die Aufschüttung eines erhöhten Pflanzbeetes.

Pflanzung

Die beste Zeit für die Pflanzung von Rhododendron erstreckt sich von Anfang September bis Mitte November und von Anfang März bis Mitte Mai. Ein Vorteil der Herbstpflanzung ist die schnellere Wurzelneubildung. Die Pflanzgrube sollte etwa die 3fache Größe des Wurzelballens aufweisen. Für die Pflanzung wird der Bodenaushub im Verhältnis 1:1 mit durchfeuchtetem Torf vermischt. Nach dem Einsetzen der Pflanze wird die Erde um den Ballen verteilt. Dabei sollte der Rhododendron genau so tief platziert werden, wie er vorher in der Baumschule stand. Eine tiefere Pflanzung führt zu Luftmangel und zur Hemmung der Wurzelentwicklung. Das Antreten der Erde darf nur leicht erfolgen. Für die ersten Wochen des Anwachsens ist es sinnvoll, einen Gießrand um die Pflanzen aufzuschütten. Damit wird die Bewässerung effektiver, die vor allem bei Trockenheit in den nachfolgenden Tagen/Wochen wiederholt werden muss.

Ein schmaler Pfad führt vorbei an meterhohen Rhododendron in den Urwald
Ein Abdecken (Mulchen) des Wurzelbereiches mit grobem Torf oder Baumrindenprodukten von Nadelhölzern führt zur langfristigen Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit, Kühlung der flach verlaufenden Wurzeln sowie zur Unterdrückung des Unkrautaufwuchses. Vor Aufbringen des Mulchmaterials empfiehlt sich eine Stickstoff-Düngung in Form grober Hornspäne. Im Laufe der Jahre wird durch leichten Laubfall älterer Blätter der Rhododendron und das Ansammeln weiterer organischer Materialien eine natürliche Mulchschicht unter den Pflanzen entstehen.

Pflegemaßnahmen

Besonders während der Wachstumsperiode von April bis Oktober brauchen Rhododendron eine langsam fließende, gleichmäßig dosierte Nährstoffzufuhr. Die erste Düngung im Frühjahr sollte 3-4 Wochen nach der Pflanzung erfolgen. Bei mineralischer Düngung sind chloridarme Volldünger mit Spurenelementen zu bevorzugen. Auch organische Düngemittel sind geeignet.
Zur Pflege gehört das rechtzeitige Entfernen der verblühten Blütenstände durch vorsichtiges Ausbrechen. Vor allem junge Pflanzen würden unnötig geschwächt werden, wenn nach der Blüte die Entwicklung der Samenkapseln beginnt. Beim Ausbrechen ist darauf zu achten, dass die sich unmittelbar neben oder unter den Blüten entwickelnden Neutriebe unbeschadet bleiben. Bei Pflanzen ab 1,5 bis 2 m Höhe kann diese Arbeit unterbleiben.

Rhododendron schirmen eine gemütliche Sitzgruppe im Garten
Grabearbeiten in unmittelbarer Nähe der Rhododendron sollten zur Schonung der oberflächennahen, feinen Wurzeln vermieden werden. Auch zu häufiges Betreten des Bodens neben und unter den Pflanzen führt zu Belastung der Wurzeln sowie zu Bodenverdichtungen und sollte verhindert werden.
Während Trockenperioden, vor allem von Juni bis September, muss der Boden ausreichend bewässert werden. Dies sollte möglichst morgens oder abends geschehen, da dann am wenigsten Wasser durch Verdunstung verloren geht.
In der Regel brauchen Rhododendron keinen Rück- oder Formschnitt, da sie sich selbst zu gut geformten Pflanzen aufbauen. Die Rückschnittverträglichkeit ist auch sortenabhängig, nicht alle vertragen sie problemlos. Sind Schnittmaßnahmen unbedingt notwendig, z. B. aus Platzgründen oder infolge eines Bruchschadens, sollten diese am besten im zeitigen Frühjahr Anfang März erfolgen. Um einen möglichen Totalausfall der Pflanze zu vermeiden, sollte diese auf jeden Fall gesund sein.

Winterschutz

Immergrüne Rhododendron schützen sich durch Einrollen der Blätter im Winter vor Verdunstung. Bei anhaltenden Frösten sind die Pflanzen nicht in der Lage, das aus den Blättern verdunstende Wasser über den gefrorenen Boden zu ersetzen. Schattieren der Pflanzen mit z. B. Zweigen von Nadelgehölzen, mit Schilfmatten oder Schattiergeweben kann empfindlicheren Arten und Sorten zusätzlichen Schutz bieten.

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In der Deutschen Genbank Rhododendron wird die Vielfalt der in Deutschland vorkommenden Rhododendron-Sorten und Wildarten erhalten. Informationen über dieses sammlungsübergreifende Erhaltungsnetz für Rhododendron finden Sie mit folgendem Link: Vielfalt erhalten: die Deutsche Genbank Rhododendron



Stand: 28.04.2010