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Hintergründe

Geschäftsprozessoptimierung in der Wertschöpfungskette Holz als Beitrag zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft im niedersächsischen Privatwald


Steigende Nachfrage nach dem Rohstoff Holz, sei er stofflich oder energetisch genutzt, führt zu einem Bedeutungswandel der forstlichen Produktion. Gleichzeitig stellen die veränderten ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, wie z. B. die Globalisierung der Märkte oder die wachsende Klimaproblematik, eine neuartige Herausforderung für die Waldbewirtschaftung dar.

Rohholz wird zu einem großen Anteil als standardisiertes Produkt an industriell verarbeitende Industrien geliefert. Der inzwischen international vernetzte Kunde erwartet von der holzproduzierenden Seite eine ganzjährig abgestimmte und getaktete Versorgung seiner Werke. Der Privatwald in Niedersachsen mit seinen sehr heterogenen Strukturen hat auf diesen veränderten Markt bereits reagiert. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse einzelner Regionen haben eigene Vermarktungsgesellschaften gegründet, die im Eigenhandels- oder Kommissionsgeschäft das Holz ihrer Mitglieder vertreiben. Zum Teil wird auch die Holzlogistik vom Wald zum Werk eigenständig durch diese regionalen Vermarkter geregelt.

Trotz Rationalisierungs- und Mechanisierungsbemühungen seitens der bereitstellenden Unternehmen, sind die Kosten für Ernte und Bereitstellung von Rohholz in den letzten Jahren weiter gestiegen. Betrachtet man die unterschiedlichsten Prozesse entlang der Holzerntekette und bezieht dabei bisherige Erfahrungen sowie neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis mit ein, stellt sich besonders in Bereichen der Organisation  ein großer Optimierungsbedarf dar. Fehlende Optimierung entlang der „Ernte- und Logistikkette Holz“ führt zu einem Mehrbedarf an Personal und gleichsam zu einer Kostenspirale. Eine von vielen Akteuren geforderte bessere Arbeitsqualität kann unter Berücksichtigung der Kostensteigerungen nur erreicht werden, wenn in Bereichen der Administration und Organisation der Waldbewirtschaftung effizientere Methoden und Techniken eingesetzt werden.

Die Holzbereitstellung in privaten wie auch staatlichen Forstbetrieben umfasst eine Vielzahl von Geschäftsprozessen, an denen unterschiedlichste Akteure beteiligt sind und bildet wie beschrieben den größten Kostentreiber.  Momentan stellt sich dieser Prozess mit zahlreichen Unterbrechungen und somit als wenig durchgängig dar. Medienbrüche, mündliche Rückfragen, notwendiges persönliches Erscheinen am Hiebs- oder Polterort führt zu Terminüberschreitungen, Mengen- und Qualitätsveränderungen sowie unzufriedenen Akteuren.

Betrachtet man eine höher gelegene Hierarchieebene wie z. B. die des verantwortlichen Holzverkäufers einer Holzvermarktungsorganisation, wird deutlich, dass die Controlling-Möglichkeiten der Holzerntekette nur sehr begrenzt sind und sich hier noch ein großes Potential der Optimierung verbirgt. Dem Vermarkter wird häufig erst bei Übersendung der sog. Holzliste bekannt gemacht, welche Mengen und Qualitäten zur Vermarktung anstehen. Hier ist dringend für mehr Transparenz zu sorgen, um Produktion und Vermarktung enger zu verzahnen.

Vereinfacht lässt sich sagen, dass das Fehlen von Standards und das Anwenden von häufig veralteten Methoden dazu führen, dass diverse Tätigkeiten enorm viele Ressourcen (Zeit / Personal / finanzielle Mittel) binden. Dies führt zu Unzulänglichkeiten und Verzögerungen im Prozess. Damit verbunden ist eine Verschlechterung der Wirtschaftsergebnisse und unzufriedene Akteure.  Daher ist es für die Prozessbeteiligten wichtig, die Geschäftsprozesse zu kennen, zu standardisieren und zu optimieren.

Hier sind der Einsatz und die Implementierung eines IT-gestützten Systems zur Unterstützung und Überwachung des Planungs- und Holzernteprozesses der Holzbereitstellungskette vom Wald zum Werk als eine ressourcenschonende Optimierungsmaßnahme besonders geeignet. Nachhaltige Waldwirtschaft beinhaltet auch eine optimal organisierte Wertschöpfungskette, die im Ergebnis alle Arbeitsbereiche der Forstwirtschaft integriert.


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Stand: 27.07.2017