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Biomasse aus der Pflege von Straßenrändern: eine nachhaltige Energiequelle

Im Rahmen des Projektes greenGain hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Nutzung von Biomasse aus der Pflege von Straßenrändern in den Landkreisen Friesland und Rotenburg (Wümme) genauer betrachtet. Das Material, welches durch die gesetzlich vorgegebene Pflege ohnehin anfällt, wird zum Teil bereits zur Energieproduktion verwendet und trägt somit zu den Klimaschutzzielen der EU bei.

 

Das Rückschneiden und Pflegen von Vegetation entlang von Straßen- und Wegrändern ist nötig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Entlang der Landes- und Bundesstraßen in den Regionen Friesland und Rotenburg (Wümme) wird diese Arbeit durch die regionalen Straßenmeistereien organisiert und durchgeführt, die gegebenenfalls mit weiteren Unternehmen zusammenarbeiten.

 

Produktionskette

Die Pflege der Vegetation entlang von Straßen wird sowohl manuellen wie auch mechanisch durchgeführt. Die Fällarbeiten werden in der Regel mit einem Fäller-Bündler getätigt, bei dickeren Bäumen wird mit der Kettensäge geschnitten. Mit Lastwagen und Traktoren mit Anhängern wird das Material von den Wegrändern abtransportiert und von einem stationärer Hacker auf einem Sammelplatz oder dem Betriebshof der Straßenmeisterei verarbeitet. Abhängig von der Weiterverwendung werden die Holzhackschnitzel zur Qualitätsverbesserung noch gesiebt. Heute wird in manchen Fällen bereits bis zu 90 % des anfallenden Materials für energetische Zwecke verwendet.

 

Vorgaben und Schwierigkeiten

Laut dem Naturschutzgesetz ist das Schneiden und Fällen der Vegetation entlang der Kreisstraßen von Oktober bis Februar erlaubt. Damit stellt die dabei anfallende Biomasse eine saisonale Energiequelle dar. Ausgenommen davon sind Arbeiten, welche durch die Straßenbaubehörden durchgeführt werden. Aber auch hier sind der Artenschutz und rechtliche Grundlagen des Umwelt- und Naturschutzes zu beachten.

Während den Pflegearbeiten muss der fließende Verkehr berücksichtigt werden und oft gibt es nur begrenzten Raum für die vorübergehende Lagerung vor Ort. Darum wird die Biomasse in der Regel sofort entfernt.  Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Straßenmeistereien oft andere kurzfristige Aufgaben haben (z.B. Unfälle, Baustellen, Winterdienst, etc.), die die Planung der nötigen Arbeiten erschweren. Nicht zu Letzt ist zu beachten, dass die Straßenmeistereien durch die Vergabeflicht der Pflegeleistungen einen zusätzlichen administrativen Aufwand haben.

 

Wegerandstreifen

Zusätzlich zu den Pflegemaßnahmen entlang der Kreisstraßen wurde die Situation von überpflügten Wegerandstreifen im Landkreis Rotenburg (Wümme) genauer betrachtet. Die Wege, zu denen neben der Fahrspur auch die Seitenstreifen gehören, befinden sich meistens im Besitz der Städte und Gemeinden und sind somit ein öffentliches Gut. Natürlich nutzen auch Landwirte diese Wege, um ihre Flächen zu erreichen und bewirtschaften zu können. Doch immer wieder kommt es vor, dass sie über die Grenzen ihrer Felder hinaus auch die Wegeseitenstreifen beackern und so nicht nur fremde Flächen „unter den Pflug nehmen“, sondern auch verhindern, dass dort wertvolle Biotope für Pflanzen und Tiere entstehen.

Mehr zur Zusammenarbeit mit den betroffenen Landwirten und geplanten Maßnahmen finden Sie im Artikel zum Landkreis Rotenburg (Wümme).

 


 

Alle Ergebnisse des Ende Juni 2016 veröffentlichen Status quo Berichtes des Projektes greenGain können im untenstehenden Dokument (englisch) oder auf der Domäne bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nachgelesen werden.

 


 

Dieses Projekt wird durch das Förderprogramm Horizont 2020 der Europäischen Gemeinschaft für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration mit der Fördernummer 646443 finanziert.

 


Kontakt:
Aline Clalüna
Projekt greenGain
Telefon: 0511 3665-1443
Telefax: 0511 3665-1513
E-Mail:


Stand: 13.09.2016