Webcode: 01032548

Aufbereitung und Nutzung von Landschaftspflegeholz als Brennstoff - Neuheiten und Trends der Messen LIGNA und Elmia Wood

Trotz geringer Heizöl- und Gaspreise und verschärfter Emissionsanforderungen war die Nutzung von Holz als Brennstoff neben der klassischen Forstwirtschaft wiederum einen Schwerpunkt der weltgrößten Forst- und Holzfachmessen LIGNA und Elmia Wood. Das Projekt greenGain war auf der LIGNA mit einem Informationsstand vertreten.

Bei beiden Veranstaltungen zeigte sich, welchen Stellenwert die energetische Nutzung von Holz mittlerweile eingenommen hat. Die verfügbaren Rohstoffe effizient und umweltfreundlich zu nutzen, ist seit Jahren Leitthema der LIGNA in Hannover.  So wurden im Forst- und Energiebereich auch in diesem Jahr die neuesten Trends, Entwicklungen und Lösungen zur Brennholzbergung, Aufbereitung und energetischen Nutzung in einer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen organisierten Techniklinie Vom Baum zum Brennstoff gezeigt. Eindeutiger Schwerpunkt der technischen Entwicklungen und Verfahren ist die Einhaltung der verschärften Emissionsgrenzwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung (1.BImSchV). Zudem wurden Möglichkeiten zur Aufbereitung von Holzhackschnitzeln vorgestellt, was insbesondere Material aus der Landschaftspflege betrifft. So wurden neben Hackern auch Siebmaschinen und Trockner gezeigt.

Auch in Skandinavien ist Holz als Brennstoff nach wie vor ein großes Thema wie auf der Elmia Wood im schwedischen Jönköping zu sehen war. So wurden im schwedischen Wald neben den mittlerweile vielfältigen und bekannten Techniken zur Brennholzbereitung wie Sägen, Spalter, Sägespalter insbesondere Hacker im praktischen Einsatz vorgeführt (Foto 1). In Schweden wird neben Landschaftspflegematerial insbesondere Schwachholz aus der Holzernte gehackt und als Brennstoff genutzt. So wurden Hacker, meistens Scheiben- oder Trommelhacker, von der Anbaumaschine für den Schlepper, bis hin zum Aufbauhacker auf LKW`s gezeigt und vorgeführt (Foto 2).

 

Umweltfreundliche Feuerungen

Bei dem Bestreben umweltfreundlich zu heizen und die in Deutschland vorgegebenen Grenzwerte einzuhalten spielt die Qualität des Brennstoffes neben Kessel- und Filtertechnik eine entscheidende Rolle. Die Deutsche Pelletinstitut GmbH (DEPI) stellte in Hannover das Qualitätszeichen ENplus für Holzhackschnitzel vor (Foto 3). Hier wird das Ziel verfolgt, einen Brennstoff mit homogenen Eigenschaften bereitzustellen, der den strengen gesetzlichen Vorschriften zur Luftreinhaltung entspricht. So werden zunächst die Hackschnitzel nach Größe, Aschegehalt, Wassergehalt, Heizwert etc. in drei Qualitätsklassen A1, A2 und B klassifiziert. Landschaftspflegematerial fällt aufgrund eines hohen Anteils an Rinde oder feinem Material meistens in die Klasse B. Durch entsprechende Aufbereitung, insbesondere durch Siebungen, kann durchaus auch die Klasse A2 erreicht werden, wodurch ein höherer Preis erlöst werden kann. Zudem können Hersteller- und Lieferantenbetriebe zertifiziert werden, wo Anforderungen an Qualitätsmanagement und –sicherung, Mitarbeiterschulungen, Beschwerdemanagemant, Lieferdokumentationen und maßbezogene Abrechnungen gefordert und geschult werden. Für den Kunden erhöht sich so die Sicherheit hochwertige Ware zu bekommen (siehe auch www.depi.de).

 

Filtersysteme für Holzfeuerungen

Schräder, Hersteller für Rauchgasreinigungssysteme, stellte die Filterbox-SZ für größere Holzfeuerungen vor, die in Modulbauweise erweiterbar ist (Foto 4). Ein elektrostatischer Filter ist mit einem Zyklon kombiniert, der vor dem E- Filter ohne Gebläse grobe Partikel aus den Rauchgasen zieht. Jedes Modul ist für eine Kesselleistung von 100 kW ausgelegt. Bei einer Leistung von 400 kW werden 4 Module neben einander gesetzt. Die Kosten liegen zwischen 11.000 (100 kW) und 32.500 € (400 kW). Die kleineren E- Filter der Marke Ecotube, zum Einbau in den Rauchgasstrom oder als Aufsatz auf den Schornsteinkopf für Leistungen von 50 bis 70 kW, werden ab 1.600 € angeboten.

 

Informationsstand von greenGain an der LIGNA

Während der fünf Messetage der LIGNA informierte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen an einem Stand über das EU-Projekt greenGain und stellte technische Neuheiten im Rahmen von Führungen entlang der Techniklinie zum Thema Energie aus Holz vor (Foto 5+6). Zweimal täglich folgten interessierte Besucher den Ausführungen von Energieexperte Carsten Brüggemann und konnten im direkten Austausch Fragen zum Thema Energieholz stellen.

 

 

 

Dieses Projekt wird durch das Förderprogramm Horizont 2020 der Europäischen Gemeinschaft für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration mit der Fördernummer 646443 finanziert.

 


Kontakt:
Aline Clalüna
Projekt greenGain
Telefon: 0511 3665-1443
Telefax: 0511 3665-1513
E-Mail:
Carsten Brüggemann
Berater Energietechnik
Telefon: 0511 3665-1411
Telefax: 0511 3665-1537
E-Mail:


Stand: 28.07.2017