Wildeshauser Pappelplantage wandert in die Papierfabrik
Schnell wachsende Bäume werden nach 20 Jahren geerntet
Pressemitteilung vom 19.02.2010
Die Kurzumtriebsplantage wurde auf einer landwirtschaftlichen Stilllegungsfläche von verschiedenen Forschungsanstalten angelegt. Wissenschaftler aus dem gesamten Bundesgebiet untersuchten zum Beispiel Pflanz- und Erntetechniken, den Holzzuwachs von Baumsetzlingen unterschiedlicher Herkünfte sowie ihre Eignung für die Papierproduktion. Letzte Berechnungen aus dem Winter 2006/2007 zeigen für Aspen einen jährlichen Zuwachs von 13 bis 16 Kubikmeter Holz pro Hektar. Das aktuelle Pappelvorkommen in Deutschland reicht nicht aus, um genügend Rohstoff für die Papierherstellung zu liefern. Mit einem steigenden Pappelanteil im Wald ist aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht zu rechnen.
Während die Wildeshauser Versuchsanlage darauf ausgerichtet war, Pappel-Papierholz zu produzieren, das einmal in 20 Jahren geerntet wird, werden zurzeit mehr Weiden- und Aspenkulturen angelegt, die nach drei bis vier Jahren wieder „auf den Stock gesetzt“ (geerntet) werden. Das anfallende Material deckt die gestiegene Nachfrage nach Hackschnitzeln für Hackschnitzelheizungen und Blockheizkraftwerke. In Niedersachsen gibt es etwa 350 bis 400 Hektar dieser Kurzumtriebsplantagen. Die landwirtschaftlichen Flächen können, wie auch in Wildeshausen, wenn sie mindestens einmal in zwanzig Jahren abgeerntet wurden, bei Aufgabe auch wieder als Acker genutzt werden.
Die der Niedersächsischen Landgesellschaft gehörende Fläche wurde von der Landwirtschaftskammer gepachtet und an einen Papierhersteller, die Stora Enso Kabel GmbH Co. KG in Hagen (Nordrhein-Westfalen), unterverpachtet. Da dieser Pachtvertrag ausläuft und kein Käufer oder neuer Pächter gefunden wurde, wird die Kurzumtriebsplantage Wildeshausen nun geräumt und rekultiviert.
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