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Risikooptimal oder Risikominimal?

Waldbau in Zeiten des Klimawandels


Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „10 Jahre Landwirtschaftskammer Niedersachsen“ fand gestern auf dem Hof von Kerstin Hemme in Engehausen eine Tagung zum Thema „Wald im Klimawandel – global denken, lokal handeln“ statt. Etwa 150 Besucher, vorwiegend Waldbesitzer und Waldinteressierte, diskutierten mit Fachleuten die Frage: Wie stellt man den Wald zukunftsfähig auf?

Fakt ist: die prognostizierten Änderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse werden gravierende Auswirkungen auf den Wald und damit auf den Waldbau haben. Höhere Temperaturen im Sommer mit geringeren Niederschlägen, dafür mehr und stärkere Regenfälle im Herbst und Winter – allerdings mit nicht mehr so niedrigen Temperaturen – wird der Wald verkraften müssen. Das bedeutet Trockenstress, Sturm, Starkregenereignisse, aber auch eine Verlängerung der Wachstumsperiode.

Man war sich einig: eine Universallösung gibt es nicht. Denn auch in der Fachwelt ist umstritten, welche Baumart im Hinblick auf Klimaresistenz und Wirtschaftlichkeit das Optimum darstellt. Zurzeit kristallisieren sich die Douglasie, die Rot-, Stiel- und Traubeneiche sowie die Küstentanne  als besonders empfehlenswert heraus. Aber auch die normale Kiefer und die Birke werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Immer ist die Kenntnis der Bodenverhältnisse von erheblicher Bedeutung. Diese Standortkartierung ist also Voraussetzung für einen erfolgreichen Wald(um)bau. Derzeit ist leider nur die Hälfte des Privatwaldes in Niedersachsen kartiert. Hier muss dringend nachgebessert werden.

Und: strukturreiche Wälder sind vorzuziehen, also keine Monokulturen, kein Kahlschlag und: „Der Laubholzanteil sollte erhöht werden“, so Frank Haufe von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in seinem Vortrag über „Waldbauliche Grundsätze im Privatwald“.

Martin Hillmann, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, brachte es in seinem Vortrag „Strategien zur Anpassung auf den Klimawandel“ schließlich auf den Punkt: „Zu empfehlen ist entweder eine risikooptimale oder eine risikominimale Strategie“.

Risikooptimal bedeutet, eine Mischung aus risikoarmen (ertragsschwachen) mit risikoreichen (ertragsstarken) Baumarten, mit dem Ziel, das beste Verhältnis aus Risiko und Ertrag zu erzielen.

Risikominimal heißt, risikoreiche gegen risikoarme Baumarten auszutauschen. Die Vorsichtsaspekte überwiegen, aber hohe Kosten entstehen und Mindererlöse sind möglich.

Die Vortragsreihe wurde abgerundet von Gerhard Otto, ebenfalls Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der über Fördermöglichkeiten im Blickwinkel einer naturnahen Waldbewirtschaftung sprach(vgl. den Runderlass des Nds. Landwirtschaftsministeriums vom 16.10.2015).

Am Nachmittag wurde auf dem Forsthof von Silke Schäpe eine Exkursion durchgeführt. An vier Stationen wurden die Themen des Vormittages vertieft.


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Stand: 02.03.2017