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Boden- und Futteranalysen: Immer bessere Werte für die Praxis

Hervorragender Besuch bei der Beratertagung der LUFA Nord-West in Oldenburg


Um wirtschaftlich zu arbeiten, müssen Landwirte ihre Produktionsfaktoren Futter und Boden optimal einsetzen. Die Wissenschaft arbeitet intensiv daran, der landwirtschaftlichen Praxis mit neuen Erkenntnissen und Methoden immer verlässlichere Werte an die Hand zu geben. Um dieses neue Wissen in die Praxis zu transferieren, veranstaltete die LUFA Nord-West eine Beratertagung, die gestern (22. Juni) in Oldenburg-Etzhorn stattfand.

„Damit das Futter tiergerecht und der Boden pflanzen- und umweltgerecht eingesetzt werden können, muss man wissen, was an Nährstoffen drin ist“, sagte Hermann Hermeling, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, bei der Begrüßung der 80 Beraterinnen und Berater verschiedener Organisationen. Dabei spiele die LUFA Nord-West eine wichtige Rolle: „Mit ihren 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern untersucht sie heute mehr als 1 Millionen Proben pro Jahr“, nannte Hermeling beeindruckende Zahlen.

Um hier zu aussagekräftigen Werten zu kommen, sind die Analyseproben so vorzubereiten, dass die Ergebnisse auch die Wirklichkeit widerspiegeln. Für den Bereich Boden stellte dazu Dr. Frank Lorenz, LUFA Nord-West, die georeferenzierte Probenahme vor. Deren Messwerte könnten Ausgangspunkt für eine teilflächenspezifische Düngung sein. „Dann kann bei hohen Nährstoffgehalten die Düngung reduziert und somit Geld eingespart werden. Bei zu niedrigen Gehalten wird durch Düngung Ertragsverluste vermieden“, erklärte der Düngeexperte.

Auch bei Futterproben sind die Untersuchungsergebnisse nur so gut wie die Qualität der Probenahme, machte Maike Fritz, LUFA Nord-West, deutlich: „Ein Silohaufen muss repräsentativ beprobt und dabei die gesamte Höhe des Futterstapels durchbohrt werden.“ Dabei können mechanische Geräte, die eine Probenahmetiefe von bis zu vier Metern ermöglichen, behilflich sein.

Die Phosphornachlieferung eines Bodens lässt sich bisher nur vage bestimmen. Um hier zu verlässlicheren Werten zu kommen, setzt die LUFA Nord-West eine neue Messmethode ein. „So können wir den Düngebedarf präzisieren“, erklärte Dr. Christina Neuhaus von der LUFA Nord-West. Wie wichtig das ist, machte sie anhand der Gegebenheiten in Niedersachsen deutlich: „Einerseits haben wir es mit sinkenden Bodengehalten in einigen Ackerbauregionen zu tun, andererseits steigen die Bodengehalte in Regionen mit hoher Tierdichte.“ Derzeit wird die Übertragung der neuen Methode auf niedersächsische Verhältnisse durch weitere Untersuchungen verfeinert.

Um eine präzisere Bestimmung der Inhaltsstoffe, in diesem Fall bei Grassilage, ging es auch in dem Vortrag von Prof. Dr. Karl-Heinz Südekum, Universität Bonn. Zwar können die für die Zusammenstellung von Futterrationen wichtigen Eiweißgehalte von Grassilage in Futterwerttabellen abgelesen werden, allerdings entsprechen diese Werte oft nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. „Wir haben deshalb Labor-Schnellmethoden entwickelt, um diese Werte verlässlicher zu ermitteln“, so Prof. Südekum, der dazu verschiedene wissenschaftliche Arbeiten vorstellte.

Die Beratertagung der LUFA Nord-West war die sechste von zehn Veranstaltungen, mit der die Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf ihr zehnjähriges Bestehen und ihre thematische Vielfalt hinweisen will. Die Kammer entstand 2006 aus der Fusion der beiden Kammern Hannover und Weser-Ems. Die LUFA Nord-West ist einer von sechs Geschäftsbereichen der Kammer. Sie hatte diese Fusion bereits vier Jahre früher vollzogen und entstand 2002 aus der Fusion der LUFA Hannover und der LUFA Weser-Ems.


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Stand: 02.03.2017