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Mit „Aniplus“ den Antibiotika-Verbrauch im Stall senken

Die nachhaltige Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung gelingt nur durch eine Verbesserung der Tiergesundheit. Um die Landwirte bei diesem Ziel zu unterstützen, wurde im Landwirtschaftsministerium die unter anderem von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unterstützten Internet-Plattform „Aniplus“ freigeschaltet.

Die Webseite Aniplus bietet Landwirten erstmals die Möglichkeit, ein konkretes, auf ihren Betrieb individuell zugeschnittenes Maßnahmenpaket zusammen zu stellen. Daneben hält das Portal breitgefächerte Informationen zu den einzelnen Tierarten bereit und erläutert das Beratungsangebot zu Tierwohl und Tiergesundheit. Das Projekt „Aniplus“ unter Federführung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland e.V. (AEF) hat bundesweiten Pilotcharakter.

„Das Konzept des Landes zur Minimierung des Antibiotika-Einsatzes zeigt bereits Wirkung, denn die in den Mastställen eingesetzten Mengen gehen zurück. Das ist ein großer gemeinsamer Erfolg von Landwirten, Tierärzten, Beratung und Behörden“, sagte Agrarminister Christian Meyer bei der Vorstellung des neuen Portals. „Aber es gibt noch viel zu tun. Denn wir müssen der wachsenden Gefahr resistenter Keime noch stärker begegnen. Das Portal ,Aniplus‘ bietet eine gute Grundlage, die Haltungsbedingungen in den Ställen individuell zu verbessern, denn kein Betrieb ist wie der andere. Eine verbesserte Tiergesundheit ist auch im Sinne des Tierschutzes“, so der Minister.

Die vielfältigen Informationen des Portals wurden in einer zweijährigen Aufbauphase durch Unternehmen, Behörden – darunter das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) – Wissenschaftler, Tierärzte sowie aktive Landwirte der Region Oldenburger Münsterland zusammengetragen. Das Landwirtschaftsministerium fördert das laufende AEF-Projekt mit rund 200.000 Euro und das Anschlussprojekt mit 80.000 Euro. Daneben wird das Projekt von der Metropolregion Nordwest, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie den Landkreisen Cloppenburg und Vechta unterstützt. Zielgruppe der Internetplattform sind neben Landwirten auch Tierärzte und landwirtschaftliche Berater.

„Gesunde Tiere brauchen keine Antibiotika“, sagte der AEF-Vorsitzende und ehemalige Agrarminister Uwe Bartels. Das Portal „Aniplus“ sei ein echtes Leuchtturmprojekt über Niedersachsens Grenzen hinaus. „Die Unternehmen im Oldenburger Münsterland, die für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Nutztiere zuständig sind, haben gemeinsam ihre Expertise für die Informationsplattform unentgeltlich zur Verfügung gestellt und damit die Grundlage für eine einzigartige Hilfestellung für den Tierhalter ermöglicht", so Bartels. Die fachlichen Inhalte des Portals beschränken sich zunächst auf die Tierarten Rind, Schwein, Pute und Masthuhn.

Die Webseite gliedert sich in einen allgemein zugänglichen und einen passwort-geschützten Teil. Möglich ist die Navigation nach Tierarten, die freie Textsuche sowie die gezielte Suche bei den Themen „Haltung“, „Management“, „Biosicherheit“, „Hygiene“, „Fütterung“, „Tiergesundheit“ und „Tierzukauf“. „Uns war es wichtig, praxistaugliche und somit wirksame Strategien zu präsentieren, bei einer hohen Benutzerfreundlichkeit. Alle Vorschläge werden daher mehrfach von unterschiedlichen Experten bewertet“, so die Projektleiterin Dr. Maria Gellermann. Die Informationen werden ständig aktualisiert und weiterentwickelt, neue Erkenntnisse eingearbeitet. Zudem solle die Plattform im nächsten Jahr um weitere Krankheitsbilder ergänzt werden, so Gellermann.

Das Oldenburger Münsterland ist eine der niedersächsischen Schwerpunktregionen der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit intensiver Tierhaltung und hoher Tierdichte. „Das Projekt ,Aniplus‘ wird den gestiegenen Anforderungen an Umwelt- und Verbraucherschutz bei gleichzeitiger Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der Tierhalter gerecht“, sagte die Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, Dr. Anna Meincke. „Wir unterstützen das Projekt auch deshalb, weil es einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherung leisten kann.“

Ähnlich äußerte sich auch der Landrat des Landkreises Cloppenburg, Johann Wimberg. „Der Landkreis Cloppenburg – und auch der Landkreis Vechta – sind überzeugt, mit der Informationsplattform einen elementaren Beitrag zur Sicherung und Perspektiventwicklung der heimischen Nutztierhaltung und ihrer zugehörigen Branchen zu leisten. Ein erfolgreicher Projektverlauf kann sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus Bedeutung erlangen.“ Der Sitz der Projektleitung von „Aniplus“ ist im Kreishaus Cloppenburg, der Landkreis stellt neben der räumlichen auch die bürotechnische Ausstattung zur Verfügung.

Aktuelle Zahlen aus dem 1. Halbjahr 2016 für Niedersachsen zeigen, dass seit Beginn des Antibiotika-Minimierungskonzepts im Jahr 2013 der Einsatz an Antibiotika bei Mastschweinen und Mastferkeln sowie bei Mastkälbern um gut 50 Prozent gesunken ist. Bei Mastputen und Masthähnchen liegt die sogenannte Therapiehäufigkeit jetzt um 45 bzw. rund 32 Prozent niedriger. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat sich die Gesamtmenge der nach Niedersachsen abgegebenen Antibiotika seit 2014 um 37 Prozent reduziert.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Portal Tier > Projekte oder direkt auf der Info-Plattform unter http://www.aniplus.de


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Pressesprecher Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Stand: 30.05.2017