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Strategien für mehr Klimaschutz im Gartenbau

Hannover – Klimafreundliche Produktionsweisen und Materialien zur Senkung von Kohlendioxid-Emissionen im Gartenbau sowie aktuelle Strategien beim Pflanzenschutz standen im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Anja Piel, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag, und der Spitze der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau der Kammer in Hannover-Ahlem.

Im Pflanzenschutzamt informierte sich Piel zusammen mit Hans-Joachim Janßen, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, über Methoden zur Schaderreger-Untersuchung bei Kartoffeln. Passend zum hohen Stellenwert des Kartoffelanbaus in Niedersachsen gehören die Analysemethoden zum Nachweis von Bakterien und Viren in Kartoffelkulturen zu den fortschrittlichsten in Europa. Auf dem Gelände der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau ließen sich die Politiker bei mehreren Forschungsprojekten auf den neuesten Stand bringen.

„Mit ihren umfangreichen Forschungen zur Entwicklung eines Niedrigenergiegewächshauses sowie zu Torfersatzstoffen im Gartenbau ist die Landwirtschaftskammer an zwei wichtigen Verbundprojekten zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen beteiligt“, sagte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer, während des Rundgangs mit Piel und Janßen. „Die Kammer unternimmt große Anstrengungen, damit die Landwirtschaft und speziell der Gartenbau künftig umweltfreundlicher funktionieren. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden in unsere Beratungsleistung einfließen – und damit profitieren landesweit Gartenbau- sowie unsere Mitgliedsbetriebe von diesen Forschungsvorhaben.“


Verbrauch fossiler Energien im Gewächshaus möglichst weit reduzieren


Das im Zuge des Forschungsverbundprojektes „Zukunftsinitiative Niedrigenergiegewächshaus“ (ZINEG) in Hannover-Ahlem errichtete Gebäude der Lehr- und Versuchsanstalt dient dazu, Technologien zu verbessern und weiterzuentwickeln, die den Verbrauch fossiler Energieträger und damit den CO2-Ausstoß bei der Pflanzenproduktion in Gewächshäusern möglichst weit reduzieren sollen. Erreicht wird dies zum Beispiel mit Hilfe von hoch isolierenden, besonders lichtdurchlässigen Bedachungsmaterialien. Das Ergebnis: ein gegenüber konventionell errichteten Gewächshäusern bis zu 90 Prozent reduzierter Energieverbrauch.

Im Verbundprojekt „Einsatz von Torfersatzstoffen im Gartenbau“ (TeiGa) werden Möglichkeiten und Risiken in der Kultur mit torfreduzierten und torffreien Substraten aufgezeigt und Empfehlungen für den Umgang mit diesen Substraten entwickelt. Erforscht wird zum Beispiel die Eignung von Torfmoos und Kokos-Fasern. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen werden als Informationen für Hersteller, Produktionsgärtner, Handel und Verbraucher veröffentlicht. Dies soll gewährleisten, dass jeder Teil der Vermarktungskette die veränderte Handhabung mit einer Pflanze in torfreduziertem Substrat kennt. Hintergrund der Bemühungen um einen Ersatz für Torf ist die Tatsache, dass dessen Abbau Kohlendioxid freisetzt und dass die Torf-Vorkommen eines Tages erschöpft sein werden.

Im Pflanzenschutzamt der Kammer werden pro Jahr rund 10.000 Proben aus Kartoffelkulturen auf Bakterien und Viren getestet, um den Anbau dieses wichtigen Nahrungsmittels sicherzustellen.

Ausführlicher Bildtext: Besuch im Niedrigenergiegewächshaus der Landwirtschaftskammer in Hannover-Ahlem: Anja Piel (Zweite von rechts), Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag, und der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Hans-Joachim Janßen (Dritter von rechts), mit (von links) Prof. Dr. Bernhard Beßler, Leiter des Geschäftsbereichs Gartenbau, Kammerpräsident Gerhard Schwetje und Kammerdirektor Hans-Joachim Harms. Foto: Wolfgang Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


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Stand: 18.01.2017