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Waldbestattung: Ein würdiger Ort des Gedenkens

RuheForst Schloss Hünnefeld Bad Essen feierlich eröffnet – Landwirtschaftskammer übernimmt Betrieb vor Ort

Bad Essen – Als eine wertvolle Ergänzung zum bestehenden Bestattungsangebot der Gemeinde Bad Essen hat Bürgermeister Timo Natemeyer den neu eröffneten RuheForst in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses Hünnefeld gewürdigt. Gemeinsam mit Waldeigentümerin Luise Freifrau von dem Bussche-Hünnefeld und im Beisein von 120 Gästen nahm Natemeyer am Freitag (03.02.2017) nach zweijähriger Vorbereitungszeit die neue Waldbestattungsfläche feierlich in Betrieb.

In einem rund 17 Hektar großen Waldstück nordwestlich des Schlosses Hünnefeld können ab sofort einzelne Personen, Familien oder andere sich im Leben nahestehende Menschen unter einem Baum ihrer Wahl in sogenannten RuheBiotopen® beigesetzt werden. Dabei wird die Asche der Verstorbenen in biologisch abbaubaren Urnen in den Waldboden eingebracht. Zwölf Urnengrabstellen werden dafür kreisförmig um einen Baum herum angelegt. Der Name sowie Geburts- und Sterbedatum des Bestatteten werden mit einem Schild am Stamm des Baumes gekennzeichnet. Die Gräber sind somit nicht anonym und können jederzeit aufgefunden werden.

Mit dem Betrieb ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen betraut. Rudolf Alteheld, bei der Kammer Leiter des Geschäftsbereichs Forst, bezeichne-

te den Wald mit seinen zahlreichen Pflanzen- und Tierarten als einen Ort, mit dem sich die menschliche Seele tief verbunden fühlt: „Im Wald erleben wir das Wunder der Schöpfung besonders intensiv: Ehrfürchtig stehen wir vor den vielfältigen Wirkungen des Waldes, er schenkt uns beste Atemluft und reines Trinkwasser“, sagte Alteheld. Das Holz des Waldes sei unser Öko-Rohstoff Nummer Eins, der sehr viele Arbeitsplätze sichere. „Uns als seine Besucher umgibt der Wald mit friedlicher Geborgenheit“, betonte der Geschäftsbereichsleiter. „In seiner natürlichen Ausprägung ist das ein wunderbarer Ort, der Angehörigen und Freunden einen Platz zur Trauer und zum Gedenken bietet und der gleichzeitig ohne Worte Trost spenden kann.“

Bürgermeister Natemeyer hob die besondere Bedeutung des RuheForsts in der Trägerschaft seiner Gemeinde hervor: Die Möglichkeit, sich als Alternative zu herkömmlichen Bestattungsarten in der natürlichen Umgebung des Waldes beisetzen zu lassen, finde immer mehr Interesse und werde von den Menschen als eine würdevolle Form des Abschieds empfunden. „Der Trauer einen Ort zu geben – darum geht es hier“, so Natemeyer. „Ruhe, Harmonie und der Wandel der Jahreszeiten bieten hier inmitten der Natur ein Umfeld, das Trauer und dankbare Erinnerung zulässt.“

Mit der Anlage in Bad Essen geht der bundesweit 64. RuheForst in Betrieb. Jost Arnold, Geschäftsführer der RuheForst GmbH, nahm Bezug auf die sich wandelnde Bestattungskultur in Deutschland: „Wir möchten denjenigen, die auf der Suche nach individuellen Bestattungsmöglichkeiten in der freien Natur sind, eine aufrichtige Alternative anbieten“, sagte Arnold. „Im RuheForst können sich die Menschen für immer in einem ausgesuchten Waldgebiet mit christlichen Symbolen und einer jederzeit wiederauffindbaren Grabstätte ausruhen."

Die Gräber benötigen keine Pflege, denn sie sind Teil des natürlichen Waldes. Die Grabpflege übernimmt daher ganz selbstverständlich die Natur. Auf Wunsch können im RuheForst Trauerfeiern und individuelle Abschiede stattfinden, zum Beispiel an der eigens dafür angelegten Andachtsstätte, die als Zeichen unserer christlichen Tradition ein großes Holzkreuz ziert. „Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen und in der Stille der Natur Frieden zu finden, entspricht nicht nur dem Wunsch vieler Menschen nach einer anderen Bestattungsform“, sagte Bürgermeister Natemeyer. „Das neue Angebot kommt auch dem Wunsch vieler Menschen entgegen, die wenig Zeit für die Grabpflege haben.“

„Auch im Wald gibt es die Möglichkeit christlicher Bestattung“, betonte Pastorin Elfriede Siemens von der evangelisch-lutherischen St.-Nikolai-Kirche, die die feierliche Einweihung des RuheForsts zusammen mit ihrem Kollegen der katholischen St.-Marien-Kirche, Pater Jose Kuzhichalil CMI, mitgestaltete. „Auch im Wald können wir, bei aller Änderung von Details in der Friedhofskultur, an dem Kern festhalten, der uns seit 2000 Jahren als Christen auszeichnet“, so Siemens weiter.

Der RuheForst erinnere noch einmal in besonderer Weise daran, dass der Mensch in die Schöpfung eingebunden und darum vergänglich sei, sagte die Pastorin. „Auf der anderen Seite können christliche Symbole wie das Kreuz Jesu auch hier im Wald daran erinnern, dass wir Menschen zugleich zu Gott gehören.“

Mit öffentlichen Führungen informieren die Betreiber des RuheForsts regelmäßig über die Waldbestattung. Die ersten Führungen finden am Samstag, 4. Februar, um 10 Uhr und um 14 Uhr statt. Weitere Führungen folgen am Freitag, 17. Februar, um 16 Uhr und am Samstag, 4. März, um 14 Uhr. Danach gibt es diese Termine im zweiwöchentlichen Turnus. Treffpunkt ist die Informationstafel am RuheForst-Parkplatz (Zufahrt über Wehrendorf, Bohmter Straße und die Clamors Allee). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen gibt es unter www.ruheforst-schloss-huennefeld.de


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Stand: 09.02.2017