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Wirtschaftsdünger: Nährstoffe gezielt in Ackerbauregionen einsetzen

190 Teilnehmer bei der Tagung Wirtschaftsdüngermanagement auf Gut Nortenhof. Thema war der effiziente Einsatz organischer Dünger

Salzgitter - Der Einsatz von Wirtschaftsdünger in Ackerbauregionen bietet Chancen. Er ist aber auch mit komplexen Herausforderungen verbunden. Das zeigte sich bei der Tagung mit 190 Teilnehmern auf Gut Nortenhof.

Ulrich Löhr, Vorsitzender des Netzwerkes Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN), startete die Tagung mit 190 Interessierten aus praktischer Landwirtschaft, Beratung und Forschung. Er formulierte gleich eine Aufgabe treffend: „Wir müssen daran arbeiten, die Bevölkerung mitzunehmen“. Wie an den Herausforderungen schon gearbeitet wird, zeigte Thomas Beiß-Delkeskamp auf. Der Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) stellte die Arbeit des Verbundprojektes „Wirtschaftsdüngermanagement Niedersachsen“ vor: Neben der Beratung zu einer energiereduzierten Fütterung, zu Gülleaufbereitung und zur Mineraldüngereinsparung wird ein Gütesystem für die Vermittlung, den Transport und die Dokumentation zum Wirtschaftsdüngereinsatz entwickelt. In den Ackerbauregionen werden auf Betriebsebene praxisrelevante Möglichkeiten zum Einsatz von Wirtschaftsdünger erprobt. Im Fokus steht hier die Substituierbarkeit von Mineraldüngern und eine Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Beiß-Delkeskamp stellte klar: „Das Verbundprojekt steht für Transparenz und für praxisgerechte Lösungen“.

„Bevor der Düngerstreuer losfährt, ist der Bedarf zu ermitteln“, so Lüder Cordes, Pflanzenbauberater der LWK, zu Beginn seines Vortrages zum Thema „Sachstand neue Düngeverordnung“. Er formulierte: „Die Düngeverordnung ist auf der Zielgeraden.“ Die Novellierung der Düngeverordnung zielt darauf ab, durch eine hohe Effizienz der in der Landwirtschaft eingesetzten Nährstoffe mögliche Beeinträchtigungen für die Umwelt zu begrenzen. Lüder Cordes erklärte, wie organischer Dünger effizient in die Düngesysteme integriert werden kann. Beispielhaft anhand von pflanzenbaulichen Versuchen zeigte er auf, dass zügige Einarbeitung, beste Verteiltechnik und der optimale Ausbringungstermin Vorteile bringen. Dabei sind eine kühle und feuchte Witterung und eine lange Vegetationszeit von Bedeutung. Cordes beschrieb deutlich den Zusammenhang zwischen einem effizienten und bedarfsgerechten Düngemitteleinsatz und dem Wasserschutz.

Dass die Bodenschonung gerade im Bereich der organischen Düngung eine technische Herausforderung ist, veranschaulichte Martin Vaupel, Technikexperte der LWK. Hier resümierte Vaupel, dass es genug technische Möglichkeiten gibt, bodenschonender zu arbeiten. Beispielhaft führte er dies anhand von Untersuchungen über die Veränderung des Reifendrucks auf. Auch die Verteilung des Gewichtes auf möglichst viele Achsen und die Vermeidung von Mehrfachüberrollung, zum Beispiel durch spurversetztes Fahren, thematisierte Vaupel.


Ralph Behrens von der Landberatung Harzvorland e.V. betrachtete den Einsatz organischer Dünger in Ackerbauregionen hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit. Hier verglich er aus Praxisversuchen, inwieweit verschiedene Ausbringungstechniken und -methoden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben. Intensiv ging Ralph Behrens auf Kosten, Logistik und Ausbringung ein. Er verglich die verschiedenen Verfahren in Bezug zum Mineraldüngemitteleinsatz.

Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine Maschinendemonstration statt. Neben verschiedenen modernsten Ausbringungstechniken mit Analysefunktionen wurde auch Transportlogistik vorgestellt. Bei bestem Wetter konnten sich somit die Besucher vergewissern, dass die exakte, emissionsarme und pflanzen-, grundwasser- und bodengerechte Ausbringung auch in der technischen Umsetzung schon große Fortschritte erzielt hat.


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Stand: 30.03.2017