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Ackerbau mit dem Wasserschlauch

Tagung der Landwirtschaftskammer verdeutlicht Bedeutung der Feldberegnung – Digitale Technik soll Effizienz steigern

Pressemitteilung vom 26.04.2017

Wehnsen - Beregnungsanlagen ermöglichen Ackerbau auch auf leichten Böden, sorgen für stabile Erträge, helfen die Qualität des Grundwassers zu verbessern und sollen dank digitaler Technik noch effizienter werden: Die große Bedeutung der künstlichen Bewässerung war am Mittwoch (26. April) Thema einer Fachtagung der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in Wehnsen (Kreis Peine). Mehr als 200 Besucher verfolgten Vorträge über Nutzen, Technik und rechtliche Rahmenbedingungen und besuchten eine Maschinenausstellung. Neben Ertrags- und Qualitätsverbesserung der Produkte gehörten auch Frostschutz für die Frühkartoffel und die Bewässerung im Obstbau zu den diskutierten Themen.

In Niedersachsen liegt das größte zusammenhängende Beregnungsgebiet Deutschlands: Etwa 280.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche in den Landkreisen Peine, Celle, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Soltau-Fallingbostel, Uelzen sowie in der Region Hannover werden nicht nur aus dunklen Regenwolken, sondern auch mit Hilfe von Brunnen und Rohrleitungen mit Wasser versorgt. Ohne diese Anlagen wären die Erträge dort deutlich geringer. Die Qualität der Ernte wäre schlechter, und manche Feldfrüchte könnten gar nicht angebaut werden. Typisch für beregnete Flächen sind Pflanzen wie Kartoffeln, Zuckerrüben, Braugerste, Gemüse, Weizen und Mais.

Zur Bewässerung kommen häufig mobile Beregnungsmaschinen zum Einsatz. Ihr Funktionsprinzip: Ein Regnerwagen mit Wasserdüse wird in einer Fahrgasse über das Feld gezogen, indem ein bis zu mehrere hundert Meter langer Wasserschlauch langsam und ausschließlich mit Hilfe des Wasserdrucks auf eine große Trommel aufgewickelt wird. Immer öfter sind die Beregnungsmaschinen neuerdings mit satelliten- und computergestützten Geräten ausgerüstet. Sie helfen bei der Planung und Überwachung der Beregnung und lassen sich vom Hof aus mit dem Smartphone oder dem Laptop steuern.

Die digitale Technik soll den Bauern dabei helfen, das wertvolle Wasser je nach Bodenbeschaffenheit und angebauter Kultur noch effizienter einzusetzen. Denn die verfügbaren Wassermengen sind begrenzt, und der Wasserbedarf wird nach Ansicht der LWK-Fachleute im Zuge des Klimawandels auf lange Sicht steigen. Wie viel Grundwasser die Landwirtschaft entnehmen darf, regeln langfristige wasserrechtliche Erlaubnisse. Diese werden im Zuge eines Wasserrechtsverfahrens von den Wasserbehörden an die Beregnungsverbände vergeben, in denen die Landwirte organisiert sind.

Landesweit dürfen Ackerbauern im Schnitt pro Quadratmeter zwischen 60 und 100 Liter Wasser für die Beregnung einsetzen. Dabei muss sich jeder Betriebsleiter eine individuelle Rangfolge überlegen, welche Kultur wie viel Wasser benötigt, um die genehmigte Wassermenge nicht zu überschreiten.

Die Feldberegnung sichert nicht nur die Erträge, wenn der natürliche Regen ausbleibt, sondern hilft auch dabei, die Qualität des Grundwassers zu verbessern. Die Beregnung sorgt nämlich dafür, dass möglichst viele Nährstoffe der eingesetzten Dünger in die Pflanzen gelangen und deren Wuchs fördern. So bleiben nach der Ernte kaum Nährstoffe im Boden, die unter ungünstigen Umständen ins Grundwasser gelangen könnten.

 


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Ausführlicher Bildtext für das Gruppenbild: Die Akteure des Beregnungstags der Landwirtschaftskammer in Wehnsen (von links): Wilfried Henties (Kreislandwirt Peine), Jürgen Hacke (Landwirt und Gastgeber in Wehnsen), Peter Funk (Landkreis Peine), Andreas Wagner (Landberatung Peine e.V.), Axel Lietzow (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie), Carsten Grupe (Leiter der LWK-Bezirksstelle Braunschweig), Martin Vaupel (LWK-Straßenverkehrsrechtsexperte), Jürgen Meyer (Dachverband Feldberegnung Peine) und Ekkehard Fricke (LWK-Berater für Beregnung).


Die Vorträge des Beregnungstages der LWK Niedersachsen in Wehnsen finden Sie zum Herunterladen als PDF-Dateien unter diesem Artikel.


 


Kontakt:
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Pressereferent, Redaktion Onlinemedien
Telefon: 0441 801-172
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E-Mail:
Carsten Grupe
Leiter Bezirksstelle Braunschweig
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Stand: 27.04.2017