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Versuchsstation Wehnen: SPD besucht Zentrum interdisziplinärer Zusammenarbeit

Starke Vernetzung bei Untersuchungen zur Tierhaltung und zum Ressourcenschutz

Pressemitteilung vom 27.04.2017

Bad Zwischenahn/Wehnen – Am Versuchsstandort Wehnen (Landkreis Ammerland) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft und Beratung gemeinsam daran, auf aktuelle Fragen zur Tierhaltung sowie zum Acker- und Pflanzenbau umsetzbare Antworten zu finden. Über diese „intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit“ informierten sich heute (27. April) die SPD-Politikerinnen Johanne Modder, Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag, und Renate Geuter, Mitglied im Agrar-Ausschuss des Landtages, sowie der SPD-Politiker Wiard Siebels, agrarpolitischer Sprecher seiner Landtagsfraktion.

„Hier in Wehnen stehen nachhaltige Tierhaltung sowie Umwelt- und Ressourcenschutzes ganz oben auf der Agenda“, sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Begrüßung der Gäste. „Die enge Kooperation mit wichtigen Partnern sei der Motor, aktuelle Themen der modernen Landwirtschaft lösungsorientiert zu bearbeiten. „Das hilft am Ende der landwirtschaftlichen Praxis, künftigen Anforderungen an die Produktion im Stall und auf dem Feld gerecht zu werden und dabei konkurrenzfähig zu bleiben“, so Schwetje. So komme die Kammer ihrem Anspruch und ihrer Aufgabe nach, Erwartungen der Gesellschaft und Anforderungen der Praxis zusammenzubringen.

Die Entscheidung der Kammer, Wehnen zum „interdisziplinären Standort für wichtige Zukunftsfragen“ weiterzuentwickeln, erläuterte Kammerdirektor Hans-Joachim Harms. „Wehnen stand bis Ende 2015 für Bildung und Qualifikation in der Ausbildung grüner Berufe“, so Harms. Nach der organisatorischen Entscheidung, diese Disziplinen in Echem (Landkreis Lüneburg) zu bündeln, habe man den Standort in seiner Aufgabe neu ausgerichtet. „Dank der Ausstattung an Tieren, Fläche, Personal, Technik und räumlicher Kapazität können wir hier in Wehnen aktuelle Fragen von der Tierhaltung über den Pflanzenbau und Pflanzenschutz bis zum Landbau und der Betriebswirtschaft sowie der Landtechnik verfolgen“, sagte der Direktor.

Wie eine interdisziplinäre Kooperation im Bereich der Tierhaltung aussehen kann, erläuterte Stefan Sagkob am Beispiel des Forschungsprojektes InnoPig. In dem auf drei Jahre angelegten Projekt wird untersucht, wie unterschiedliche Haltungsmethoden für Sauen und Ferkel sich auf Tierwohl, Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit und Arbeitsschutz auswirken. Neben Experten der Landwirtschaftskammern Niedersachsen und Schleswig-Holstein arbeiten unter anderem die Christian-Albrechts-Universität Kiel, die Georg-August-Universität Göttingen, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie Partner aus der Wirtschaft an dem Projekt zusammen. „Das gemeinsame Ziel ist, möglichst praxisnahe Lösungen für die Landwirte zu erarbeiten, die neutral und unabhängig sind“, so der bei der Kammer für das Versuchswesen in der Tierhaltung zuständige Sagkob.

Auch im Bereich des Ressourcenschutzes wird intensiv zusammengearbeitet. Exemplarisch stellte Dr. Kirsten Madena Untersuchungen zum Verhalten von Tierarzneimitteln im Boden und Grundwasser vor. Die LWK unterstützt das Projekt der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, welches über Labor- und Feldversuche neue Erkenntnisse darüber gewinnen möchte, wie sich die Wirkstoffe im Boden und Grundwasser verhalten und wie der Eintrag verringert werden kann. „Ziel ist ein besseres Verständnis, um mögliche Gefährdungen zu vermeiden und Handlungsempfehlungen für Landwirte und Tierärzte abzuleiten“, so die Mitarbeiterin des Fachbereichs „Nachhaltige Landnutzung“. Darüber hinaus werden in Wehnen im Rahmen der landesweiten Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz Versuche zur „grundwasserschutzorientierten Landbewirtschaftung“ durchgeführt, beauftragt durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Untersuchung des Sickerwassers. Hier arbeitet die Kammer eng mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zusammen.

 

Ausführliche Bildunterschrift:
Brachten viel Zeit mit für einen Gedankenaustausch am Versuchsstandort Wehnen: Johanne Modder (Zweite von links), SPD-Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag, Renate Geuter (Zweite von rechts), Mitglied im Agrarausschuss, und Wiard Siebels (Mitte), agrarpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Mit Kammerpräsident Gerhard Schwetje (rechts) und Kammerdirektor Hans-Joachim Harms sowie weiteren Kammer-Fachleuten diskutierten sie über aktuelle Fragen zur Tierhaltung und des Ressourcenschutzes.

 


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Kontakt:
Walter Hollweg
Pressesprecher
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Stand: 27.04.2017