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Bürsten, Flammen und Heißwasser gegen unerwünschte Gräser

Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigt nachhaltige Methoden zur Unkraut-Beseitigung


Watzum –  Sie sprießen massenhaft überall da, wo ihre Samen etwas Halt und Nährstoffe finden: Unkräuter gedeihen auf rissigen Beton- und Asphaltflächen sowie zwischen den Pflastersteinen auf Wegen, Plätzen und Hofflächen. Erwünscht sind die Un- und Wildkräuter dort nicht: Sie können die Beläge beschädigen und die Flächen rutschig machen.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie etwa Glyphosat auf Hofflächen ist mittlerweile in der Regel verboten. Wie Landwirte, Kommunen und technische Dienstleister Un- und Wildkräutern mit nachhaltigen Methoden Herr werden können, zeigte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Freitag (16.06.2017) rund 150 Besuchern bei einer Vortragsveranstaltung mit Maschinenvorführungen auf dem Rittergut in Watzum (Gemeinde Uehrde/Kreis Wolfenbüttel).

Der Kampf gegen das Unkraut beginnt mit guter Vorbeugung: Wer seine Flächen regelmäßig mit einer Kehrmaschine reinigt, verhindert damit, dass sich in den Fugen viele Samen sammeln können. Sprießt das Unkraut bereits, kommen größere, kräftigere Bürsten aus Kunststoff oder Metall zum Einsatz. Auf vernachlässigten Flächen können rotierende Zöpfe aus Metalldraht Schneisen ins kniehohe Dickicht reißen. Unkrautbürsten gibt es in unterschiedlichen Größen und Durchmessern als motorgetriebene Einachser und als Anbau für Hoflader oder Traktoren.

Besonders gängig sind derzeit verschiedene thermische Verfahren zur Unkrautbekämpfung. Dabei kommen zum Beispiel ein- oder mehrflammige Gasbrenner zum Einsatz. Die mehrflammigen Gasbrenner haben ein Hitzeschild und werden per Hand auf einem einachsigen Gestell über die unerwünscht bewachsenen Flächen geschoben. Andere Geräte arbeiten mit Infrarot-Wärme, die über eine Stahl- oder eine Keramikplatte abgegeben wird.

Bei diesen Verfahren geht es nicht darum, die Pflanzen direkt zu verbrennen. Vielmehr lässt die kurzzeitige, große Hitze von bis zu 1.000 Grad Celsius das Pflanzeneiweiß gerinnen. Die Zellwände platzen durch die Ausdehnung der Zellflüssigkeit. Effekt: Das Unkraut ist ein paar Tage nach dem Einsatz vertrocknet. Andere Geräte nutzen 400 Grad heiße Luft oder 98 Grad heißes Wasser, letzteres auch in Kombination mit biologisch abbaubarem Schaum, der die Hitze länger wirken lässt.

Welches Verfahren für die betroffene Fläche am geeignetsten ist, kommt auf deren Größe, auf den Untergrund und die Stärke des Bewuchses an. Eine Rolle spielt auch das verfügbare Budget: Für manche Maschinen werden mehrere tausend Euro fällig.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer sind pro Jahr vier bis sechs Bearbeitungsgänge notwendig, um Hofflächen mit nachhaltigen Methoden frei von Unkraut zu halten. Dabei kann es besonders wirksam sein, verschiedene Methoden – etwa Bürsten und Gasbrenner – zu kombinieren.


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Stand: 20.06.2017