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Ernte: Mähdrescher haben unfreiwillig Pause

Wetterextreme setzen vielerorts den Getreide- und Rapsbeständen massiv zu

Oldenburg – Wegen der starken Niederschläge der vergangenen Tage ist die Ernte in Niedersachsen vorübergehend zum Erliegen gekommen. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilt, konnte die Wintergerste noch komplett bei vorwiegend mittleren bis guten Erträgen eingefahren werden. Jetzt aber haben die Mähdrescher erst einmal unfreiwillig Pause.

Vielerorts in Niedersachsen stehen noch reife Rapsbestände, denen Starkregen, Sturm und Hagel partiell arg zugesetzt haben. Sie brachten die reifen Schoten zum Platzen, sodass die Körner zu Boden gefallen und für den Mähdrescher unerreichbar sind. Die erwarteten eher unterdurchschnittlichen Erträge werden dadurch wohl noch weiter geschmälert werden.

Die meisten noch nicht geernteten Getreidebestände zeigen sich im Moment noch in passabler Verfassung. Dort, wo die Halme abgeknickt und großflächig „ins Lager gegangen“ sind, kann die Ernte problematisch werden. Die am Boden liegenden Bestände sind nur schwer vom Mähdrescher zu erfassen. Wenn dann noch Unkräuter durch den Bestand wachsen, stellt das allerhöchste Anforderungen an den Mähdrescherfahrer.

Die Fachleute der Landwirtschaftskammer befürchten neben geringeren Erträgen auch Einbußen bei der Qualität des noch zu erntenden Getreides. So kann die Backqualität von Brotweizen oder -roggen leiden, wenn die Ernte der reifen Bestände sich weiter verzögern sollte. Auch ist eine Zunahme von unerwünschtem Pilzbefall an den Körnern nicht ausgeschlossen. Außerdem muss feuchtes Erntegut energie- und kostenaufwändig bis zur Lagerfähigkeit getrocknet werden.

Jetzt warten die Bauern dringend auf ein paar warme Sonnentage, damit Raps- und Getreidebestände abtrocknen können. Gleiches gilt für den Ackerboden, der vielerorts wassergetränkt ist und schwere Maschinen kaum tragen kann. Erst wenn Feld und Frucht abgetrocknet sind, können die Mähdrescher ihre Arbeit fortsetzen.

Die anderen Ackerkulturen wie Kartoffeln, Zuckerrüben oder Mais haben die Wetterextreme bisher recht gut überstanden. Allerdings müssen die Landwirte verstärkt auf Pilzkrankheiten achten, die sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen rasant entwickeln können. Regional haben Starkregen oder Windhosen den Mais großflächig umgeknickt. Hier ist mit größeren Schäden zu rechnen, da sich diese Pflanzen kaum regenerieren können.

Auffallend sind auch in diesem Jahr wieder die kleinräumigen Wetterunterschiede. Starkregen, Sturm und Hagel traten vielerorts nur sehr begrenzt auf. Während einige Felder massiven Schaden genommen haben, präsentieren sich die gleichen Kulturen nur einige Kilometer weiter in guter Verfassung. Entsprechend unterschiedlich sind die Ertragserwartungen. Eine einheitliche Aussage für ganz Niedersachsen ist daher kaum möglich.


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Stand: 25.07.2017