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Höfetour: Geflüchtete informieren sich über „Grüne Berufe“

Für Betriebsleiter ist Zuverlässigkeit ein wichtiges Einstellungskriterium. Damit sie mit Geflüchteten als potenzielle Mitarbeiter ins Gespräch kommen, planen Jobcenter, Agentur für Arbeit und die Kammern für November 2017 weitere Infoveranstaltungen.

Dötlingen – Um sich über die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten in Gartenbau, Land- und Hauswirtschaft zu informieren, begaben sich heute (31. Juli) 30 Geflüchtete auf eine Höfetour im Oldenburger Land. Die aus Sudan, Iran, Irak, Syrien und Afghanistan stammenden Männer und Frauen besichtigten auf ihrer Bereisung zwei landwirtschaftliche Betriebe, eine Gärtnerei, ein Lohnunternehmen und ein Hofcafé.

Bei seiner Begrüßung hob Kreislandwirt Jürgen Seeger die Bedeutung von Arbeit als Aspekt einer gelingenden Integration hervor. Im besten Fall könne daraus eine Win-win-Situation für die geflüchteten Menschen und die Betriebe werden. „Die einen werden in die Lage versetzt, eine eigene Existenz aufzubauen, die anderen bekommen gute Arbeitskräfte auf einem nahezu leergefegten Arbeitsmarkt“, sagte Seeger.

Diese Erfahrung hat bereits der Dötlinger Jens Schachtschneider gemacht. In seiner Staudengärtnerei beschäftigt er seit einem Jahr vier Geflüchtete als angelernte Saisonarbeitskräfte. Mit der Leistung dieser Mitarbeiter, die in der 60-köpfigen Belegschaft „hoch angesehen“ sind, ist Schachtschneider „sehr zufrieden“. Wichtig ist dem Gärtnermeister die Verlässlichkeit seiner Mitarbeiter. „Wenn die bei den Geflüchteten gegeben ist und der Wille, die Sprache zu erlernen, dann klappt es auch mit der Integration“, ist sich der Staudengärtner sicher.

Wegen der guten Erfahrungen mit Mitarbeitern anderer Nationalitäten ist Gerold Stuhr auch offen für geflüchtete Menschen. Der Landwirt aus dem Dötlinger Ortsteil Rhade zeigte der Reisegruppe bereitwillig seinen Betrieb mit Milchvieh, Ackerbau und Biogas. Grundvoraussetzung für eine Einstellung von Mitarbeitern ist für ihn die Zuverlässigkeit. „Die fachlichen Dinge und auch die Sprache kann man lernen“, sagte der Landwirt und ergänzte: „Das gilt ganz besonders, wenn man jung ist.“ Auch Stuhr weiß um den Fachkräftemangel in der grünen Branche und ist deshalb an allem interessiert, was ihm auch künftig gute Mitarbeiter sichert.

Organisiert wurde die ganztägige Veranstaltung von Lydia Vaske, Willkommenslotsin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, und Ute Frankenfeld, Integrationsbeauftragte des Landkreises Oldenburg. Unterstützt wurde die Höfetour von der Diakonie Delmenhorst Oldenburg Land, dem Ehrenamtsverbund „Willkommen in Wildeshausen“ und der Gemeinde Dötlingen. Auch die Agentur für Arbeit sowie das Jobcenter waren mit dabei. Nach ähnlichen Höfetouren im Landkreis Osnabrück und Raum Hannover war es die dritte Veranstaltung dieser Art.

Für das Projekt „Chancenwerkstatt“ arbeiten die Landwirtschaftskammer Niedersachen, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, die Industrie- und Handelskamer Braunschweig  und der Verband Garten- und Landschaftsbau Niedersachsen-Bremen mit der Agentur für Arbeit, mit dem Jobcenter und der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben zusammen. Das Projekt ist geeignet für Geflüchtete, die bereits über entsprechend gute Sprachkenntnisse verfügen und Interesse an einer Einstiegsqualifizierung, Ausbildung oder Arbeit in Deutschland haben.

Für November 2017 haben die Netzwerkpartner weitere Veranstaltungen geplant: am Samstag, 18.11.2017, in Vechta; am Dienstag, 21.11.2017, in Hannover und am Dienstag, 28.11.2017, in Wardenburg (Kreis Oldenburg). Interessierte Betriebsleiter für die grünen Berufe, die Mitarbeiter suchen, Ausbildungs- und Praktikumsplätze anbieten, melden sich bei Lydia Vaske, Willkommenslotsin der Landwirtschaftskammer (Kontaktdaten unten).


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Kontakt:
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Lydia Vaske
Willkommenslotsin, Förderprogramme (INTERREG, HORIZONT2020 u.a.), Ländliche Entwicklung
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Stand: 09.10.2017