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Bedarfsgerechte Düngung steht im Mittelpunkt

Landwirtschaftskammer Niedersachsen startet Informations- und Beratungskampagne zum neuen Düngerecht.

Sehnde – „Wir wollen intensiv dabei mithelfen, ein nachhaltiges Nährstoffmanagement auf den Höfen möglich zu machen.“ Mit diesen Worten beschrieb Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, am Mittwoch (6. September) in Sehnde bei Hannover die Rolle der LWK bei der Umsetzung des neuen Düngerechts. 430 Besucher aus Landwirtschaft und Agrarbranche informierten sich dort über die praktischen Folgen der Anfang Juni in Kraft getretenen Düngeverordnung.

Das neue Recht regelt die gute fachliche Praxis der Düngung in der Landwirtschaft mit dem Ziel, die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen sowie die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten und zu fördern. Belastungen von Boden und Grundwasser sollen so gering wie möglich gehalten werden.

Für die rund 38.000 landwirtschaftlichen Betriebe zwischen Nordseeküste und Göttinger Wald bringt es wichtige Änderungen mit sich – im Pflanzenbau, in der Tierhaltung, beim Technikeinsatz und in der Betriebswirtschaft. Auf niedersachsenweit sechs überregionalen und zahlreichen lokalen Infoveranstaltungen erläutern Fachleute der LWK in den kommenden Wochen, wie die geänderten Vorgaben für Nährstofflieferanten wie Gülle, Gärreste aus Biogasanlagen, Festmist oder Mineraldünger möglichst effizient in der Praxis anzuwenden sind.

„Die Ziele der neuen Düngeverordnung werden dadurch erreicht, dass der Ordnungsrahmen für die Praxis ausgelegt, verstanden und in entsprechendes Handeln umgesetzt wird“, sagte Kammerpräsident Schwetje. „Und dafür braucht es die Unterstützung durch die Beratung.“

Zu den zahlreichen neuen Vorschriften gehört zum Beispiel eine detailliertere Ermittlung des Nährstoffbedarfs, um Boden und Grundwasser zu schonen. Bevor ein Landwirt zum Anbau von Weizen, Mais oder Kartoffeln auf seinem Acker oder auf seinem Grünland Dünger ausbringen darf, muss er zunächst pro Schlag den fürs Pflanzenwachstum nötigen Stickstoff- und Phosphatbedarf der jeweiligen Kultur ermitteln und das Ergebnis aufzeichnen. Wer später die dokumentierten Nährstoffwerte überschreitet, riskiert ein Bußgeld. „Die bedarfsgerechte Düngung soll in den Mittelpunkt gestellt und gefördert werden“, betonte Schwetje.

So effizient wie möglich sollten die Betriebe daher mit dem Stickstoff umgehen, der im Boden und im Wirtschaftsdünger enthalten sei, sagte Dr. Gerhard Baumgärtel, bei der LWK Leiter des Fachbereichs Pflanzenbau und Saatgut. „Das bedeutet die Optimierung aller pflanzenbaulichen Maßnahmen – Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Anbautechnik, Beregnung und Pflanzenschutz –, die die Verfügbarkeit der Nährstoffe für die Pflanzen beeinflussen.“ Besonders in Betrieben mit Viehhaltung und/oder mit organischer Düngung müsse daran gearbeitet werden, die Ausnutzung des organischen Stickstoffs zu verbessern und damit noch weiter mineralische Stickstoffdünger einzusparen.

Moderne Landtechnik gewinnt durch die neue Düngeverordnung an Bedeutung: Werden Gülle und Gärreste mit Schleppschuhverteilern oder mit Injektoren direkt in den Boden eingebracht, wird die Gefahr von Ammoniakverlusten reduziert. Das riecht nicht nur weniger, sondern es verbessert auch die Nährstoffbilanz des Betriebes. „Die organischen Dünger können dazu beitragen, die Düngekosten zu senken“, ergänzte Lüder Cordes, Berater für Pflanzenbau und Pflanzenschutz bei der Landwirtschaftskammer. Um in dem rechtlichen Rahmen wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sollte die Wirkung organischer Dünger so optimiert werden, dass der Einsatz von Mineraldünger minimiert werden kann.

„Es ist Ziel der Landwirtschaftskammer, die Düngung weiterzuentwickeln, um Verluste und Einträge zu vermeiden und zugleich Erträge zu optimieren“, bekräftigte Präsident Schwetje. Für eine effektive Beratung – ganz nach individuellen Umständen und Möglichkeiten – habe die Kammer ein innovatives Leistungspaket geschnürt. „Damit verbinden wir die Zusage, landwirtschaftliche Betriebe umfassend, standortspezifisch, hochwertig und rechtssicher zu begleiten“, so Schwetje.

Mehr über die Informationskampagne der LWK erfahren Sie hier.


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Stand: 18.10.2017